Vulkanasche: In Asien wird der Rotwein knapp

Vulkanasche: In Asien wird der Rotwein knapp

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Einige Flaschen Chateau Lafite von Rothschild. Der Rotwein wird in China langsam knapp.

von Matthias Kamp

Die Auswirkungen des Asche-Chaos reichen bis nach Fernost. In China und Hongkong stockt der Nachschub mit Lammkeulen, Blumen und vor allem teurem Rotwein aus Frankreich.

Kaum ein größeres Geschäft wird in China abgeschlossen, ohne es mit einem ordentlichen Wein zu begießen. Bevorzugte Lage: Chateau Lafite Rothschild in Südfrankreich. Doch jetzt stockt die Versorgung mit dem edlen Roten. Schuld ist das Flugverbot in Europa. Zwar transportieren die Anbieter in Europa Wein normalerweise per Schiff nach Fernost. Doch seit einiger Zeit lassen sich wohlhabende Chinesen ihren Chateau Lafite immer öfter mit dem Flugzeug kommen.

Vorübergehend könnten sogar die Preise in China für Rotwein steigen, glaubt Paul Duffy, Manager des Logistikers Food & Beverage Logistics. Die Preise für die bei reichen Chinesen beliebte Marke Chateau Lafite haben in den vergangenen Monaten wegen der wirtschaftlichen Erholung ohnehin wieder kräftig angezogen. Bei einer Versteigerung in Hongkong gingen kürzlich zwölf Flaschen Lafite Rothschild für 34.300 Dollar (25.500 Euro) über den Auktionstisch – drei Mal so viel wie auf dem Höhepunkt der Finanzkrise im Oktober 2008.

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Zahnarztpraxen dicht

Doch in Asien stockt nicht nur der Nachschub mit Rotwein wegen des Asche-Chaos in Europa. Auch Fleisch, Fisch und Schnittblumen werden allmählich knapp. Auf einem Markt in der Pekinger Innenstadt waren am Mittwoch die Tische, auf denen normaleweise frischer Lachs aus Europa angeboten wird, wie leer gefegt. „Es kommt seit Tagen nichts mehr rein“, sagt ein Verkäufer. Auf dem Markt kaufen viele Restaurants der chinesischen Haupstadt ein.

Auch in der Finanzmetropole Hongkong gehen die Vorräte allmählich zur Neige. Vor allem fehlen Austern aus Frankreich, Räucherlachs aus Schottland und Norwegen sowie frische Blumen. Das berühmte Peninsula-Hotel mit seinem spektakulären Blick auf die Hongkonger Skyline muss in den kommenden Tagen wahrscheinlich Spargel- und Lammgerichte von der Speisekarte streichen, weil die Versorgung aus Deutschland stockt. Meeresfrüchte, die die Edelherberge normalerweise aus Frankreich bezieht, kauft das Hotel vorübergehend in den USA, Südamerika, Australien und Neuseeland ein.

Ganz andere Sorgen haben viele Zahnpatienten in der früheren britischen Kronkolonie. Wegen des Aschechaos hängen mehr als 40 Hongkonger Zahnärzte in der Schweiz fest. Sie hatten an einem internationalen Kongress für Dentisten teilgenommen. Die Praxen mussten alle Termine der Patienten streichen.

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