Vulkanasche: Kritik am Flugverbot - Flughäfen kurzzeitig geöffnet

Vulkanasche: Kritik am Flugverbot - Flughäfen kurzzeitig geöffnet

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Auf dem Rückweg aus den USA: Fahrzeugkolonne von Angela Merkel auf einer Autobahn in Italien

Nach tagelangem Stillstand haben die Behörden vorübergehend die Luftraumsperrung über Deutschland gelockert. Kritik am Flugverbot kommt indes von den Fluglinien kritisieren - die Lufthansa sagte dennoch bis Montagvormittag alle Flüge ab.

An sieben Flughäfen waren vom Nachmittag an bis 20 Uhr wieder Flüge in bestimmte Richtungen möglich - allerdings hatten die Fluggesellschaften zuvor bereits alle Flüge annulliert. Ansonsten mussten in großen Teilen Europas die Flugzeuge weiter auf dem Boden bleiben.

In der Luftfahrtbranche, der die Sperrung täglich Millionen-Einbußen beschert, wurde nach Testflügen Kritik am Flugverbot laut. Vom Rhein-Main-Flughafen in Frankfurt und vom Flughafen Hahn im Hunsrück erlaubte die Deutsche Flugsicherung (DFS) bis 20 Uhr Flüge in Richtung Norden in Abhängigkeit vom Ziel.

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Die am Nachmittag wieder eröffneten deutschen Flughafen schließen mit Ausnahme von Berlin-Tegel und Berlin-Schönefeld wie geplant um 20 Uhr. Wie die DFS mitteilte, bleiben Tegel und Schönefeld bis 22 Uhr geöffnet. Alle Flughäfen bleiben dann bis mindestens Montagfrüh 2 Uhr wieder geschlossen.

Die zeitweise Aufhebung nützte den Fluggesellschaften allerdings nichts: Da etwa die Lufthansa alle innerdeutschen Flüge bis Montag, 11 Uhr annulliert hatte, sollte bis zu diesem Zeitpunkt auch kein Flugzeug starten oder landen. Alle europäischen und Interkontinentalflüge waren bis Montag, 14 Uhr, gestrichen worden. Mit der sehr kurzfristigen Öffnung verschiedener Flughäfen ohne Vorlauf sei weder der Fluggesellschaft noch den Passagieren gedient, sagte ein Lufthansa-Sprecher.

Die Wetterlage und die nach wie vor große Menge an Gletschereis an dem ausgebrochenen Vulkan Eyjafjallajökull ließen für die kommenden Tage keine großen Veränderungen der Aschewolke erwarten. Die Vulkanaktivität intensivierte sich weiter. Am Sonntag sperrte wegen der sich ausbreitenden Aschewolken auch Bulgarien seinen Luftraum, zudem wurden in Spanien Flugplätze im Norden und Osten zeitweise geschlossen. Frei von Asche war noch der Luftraum über Spanien, Portugal, Süditalien und südlich dieser Länder. Die anderen Staaten verlängerten größtenteils die Sperrung ihrer Lufträume, einige Länder wie Irland, Nordfrankreich, Finnland und Tschechien sogar bis in den Montag hinein. In Österreich wurde nach mehreren Testflügen erwogen, den Luftraum am Montagmorgen zumindest zeitweise wieder zu öffnen.

Seit Donnerstag wurden laut der Flugsicherheitsbehörde Eurocontrol europaweit mehr als 63.000 Flüge annulliert. Der Internationalen Flug-Transport-Vereinigung zufolge kosten die Annullierungen die Branche mindestens 150 Millionen Euro pro Tag.

Luftfahrtbranche kritisiert Vorgehen der Behörden

Verschiedene europäische Fluglinien kritisiert nach mehreren Testflügen die Luftraumsperrung und forderten ein Ende. Die holländische Pilotenvereinigung erklärte nach Testflügen der KLM, man habe derzeit keinerlei Bedenken gegen eine Wiederaufnahme des Flugbetriebs. Lufthansa und Air Berlin kritisierten, dass die Sperrungen allein auf Grundlage von Computersimulationen veranlasst würden. Auch von der Pilotenvereinigung Cockpit kam Kritik: Man habe gedacht, dass es Testflüge des Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrums gegeben habe, sagt Cockpit-Sprecher Jörg Handwerg dem „Tagesspiegel“.

Die Deutsche Flugsicherung DFS und der Deutsche Wetterdienst (DWD) wiesen die Kritik zurück und sprachen von verbindlichen Vorgaben. „Wir müssen nach Sicherheit handeln, nicht nach Wirtschaftlichkeit“, betonte DFS-Sprecherin Kristina Kelek. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer sagte der „Bild“-Zeitung, er sei „kein Panikminister“, sondern halte sich strikt an internationale Vorgaben. Für ihn habe die Sicherheit der Passagiere oberste Priorität. Ramsauer appellierte zugleich an die Länder, nach einer Entspannung der Lage auch eine vorübergehende Lockerung von Nachtflugverboten zu prüfen. Auf Ebene der europäischen Verkehrsminister solle schon am Montagabend über langfristige Maßnahmen beraten werden.

Festsitzende Urlauber werden inzwischen von den Reiseveranstaltern per Bus und Fähre zurückgeholt. Die EU sagte wegen der Flugausfälle ein für Montag geplantes Treffen der 27 Landwirtschaftsminister ab. Bei der am Sonntagabend beginnenden Hannover Messe befürchtet die Messegesellschaft, dass zehn bis 15 Prozent der Aussteller nicht kommen können. Außerdem mussten zahlreiche Staats- und Regierungschefs ihre Teilnahme am Staatsbegräbnis des polnischen Präsidenten Lech Kaczynski absagen, unter ihnen Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Diese kehrte in einer mehrtägigen Odyssee von ihrer USA-Reise mit Umwegen über Lissabon und Rom und einer Weiterfahrt per Bus und Limousine nach Berlin zurück.

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