Vulkanasche: Streit um Flugverbote spitzt sich zu

Vulkanasche: Streit um Flugverbote spitzt sich zu

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Flugzeuge mit abgedeckten Triebwerken stehen am Samstag auf dem Vorfeld des Flughafens Köln/Bonn.

Während in Wien wieder Flugzeuge starten, bleibt der deutsche Luftraum bis in die Nacht gesperrt. Der Streit um die Flugverbote und die wirtschaftlichen Folgen hält derweil an.

Die Deutsche Flugsicherung (DFS) hat die Sperrung des Luftraums über dem Bundesgebiet bis in die Nacht verlängert. Jetzt gilt das Flugverbot bis Dienstag 2 Uhr. Unterdessen hält der Streit um das Flugverbot an.

Die Niederlande fordern eine Lockerung des weitgehenden Flugverbots in Europa. Wo immer das möglich ist, sollten Luftraumsperrungen wieder aufgehoben werden, sagte Verkehrsminister Camiel Eurlings im Fernsehen. Er werde sich dafür an diesem Montag bei einer Videokonferenz der europäischen Verkehrsminister einsetzen. Die Luftfahrtindustrie könne eine weitere Verlängerung des weitreichenden Flugverbots kaum verkraften, sagte der Minister. In Europa werde mit dem Problem der Vulkanasche aus Island zu streng umgegangen. Eurlings verwies auf die USA, wo die zuständigen Behörden wegen einer Aschewolke nicht gleich den gesamten Luftraum schließen würden.

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Lufthansa-Chef sieht keine Gefahr

Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber sieht keine ernste Gefahr für den Flugverkehr durch die Vulkanasche-Wolken. Die Durchmischung der Wolken sei mittlerweile so groß, dass hierzulande keine Gefahr bestünde, sagte Mayrhuber am Sonntagabend im „heute-journal“. Die Testflüge der Lufthansa und anderer Airlines hätten alle keine Schäden an den Maschinen gezeigt. „Niemand will durch eine Vulkanasche-Wolke fliegen. Aber was wir in den vergangenen Tagen gesehen haben, ist alles andere als Gefährdungspotenzial“, sagte Mayrhuber.

Der Konzern behielt sich Regressansprüche vor. Mayrhuber forderte eine bessere Abstimmung in Europa. Verschiedene Behörden seien zu anderen Ergebnissen gekommen, bemängelte er. Verkehrsminister Peter Ramsauer wies die Kritik zurück. Sicherheit stünde an oberster Stelle. Er lasse sich nicht von „zweckgebundenen“ Aussagen von Unternehmen unter Druck setzen, sagte er ebenfalls im „heute-journal“. Dass der Lufthansa unterstellt würde, ihr ginge Umsatz vor Sicherheit sei „ungeheuerlich“, entgegnete Mayrhuber.

Ramsauer lehnt Hilfen ab

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer hat staatliche Hilfen für Fluggesellschaften wegen Einbußen durch die Asche-Wolke aus Island abgelehnt. „Ich wehre mich gegen jeden Ruf an den Staat“, sagte der CSU-Politiker am Montag im Deutschlandfunk. Die Fluggesellschaften wüssten, dass sie vom Wetter abhängig seien. Es sei derzeit völlig offen, welche wirtschaftlichen Schäden die Asche-Wolke insgesamt hervorrufe, sagte Ramsauer. „Wir haben neben den geschädigten Branchen natürlich auch andere Branchen, die davon erheblichen Nutzen davontragen.“ Aber genauso wenig, wie der Staat bei denen, die von der Asche-Wolke profitierten, zusätzliche Gewinne abschöpfen könne, könne er etwa die Fluggesellschaften von Umsatz- und Gewinnausfällen entbinden.

Die Deutsche Flugsicherung (DFS) hat derweil erneut Kritik an der Sperrung des Luftraums über dem Bundesgebiet zurückgewiesen. „Für die Deutsche Flugsicherung steht die Sicherheit in diesen Dingen an erster Stelle. Und wir möchten einfach kein Risiko im deutschen Luftraum im Moment eingehen“, sagte DFS-Sprecherin Kristina Kelek am Montag im Bayerischen Rundfunk.

Lufthansa und Air Berlin bemängelten vor allem, dass die Sperrungen allein auf Grundlage von Computersimulationen veranlasst würden. Bei Überführungsflügen am Wochenende stellte die Lufthansa keinerlei Schäden an den Maschinen fest. Kelek hält diese Argumentation aber nicht für schlüssig: „Die Maschinen waren nicht mit Passagieren besetzt, weil sie nach Sicht geflogen sind.“ Und Flüge auf Sicht fänden in der Regel in anderen Lufträumen statt als Flüge mit Passagieren.

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