Vulkanausbruch in Island: Aschewolke bedroht Flugverkehr

Vulkanausbruch in Island: Aschewolke bedroht Flugverkehr

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Der Vulkan Grimsvötn bedroht den Luftverkehr.

In Island spuckt mal wieder ein Vulkan. Während in Europa erneut Flugverbote drohen, hat die Bundesregierung noch nicht einmal das deutsche Messflugzeug angefordert, dessen Umbau rund 72 Stunden dauert.

Die Erinnerungen sind noch frisch: Die Kanzlerin musste sich mit dem Auto von Italien nach Berlin durchkämpfen, andere Flugreisende strandeten an Airports rund um die Welt und mussten dort teils tagelang ausharren. Als im März 2010 der isländische Vulkan Eyjafjallajökull seine Asche in den Himmel blies, legte er den Flugverkehr in ganz Europa lahm. Gut ein Jahr später könnte sich das Drama nun wiederholen. Diesmal ist es der isländische Vulkan Grímsvötn, der Asche in die Atmosphäre spuckt. Weil ein Teil davon in Richtung Europa zieht, könnte es in den nächsten Tagen wieder Flugverbote geben.

Die ersten Flughäfen in Schottland und Irland wird es wohl schon in der Nacht treffen, glaubt man zumindest den Vorhersagen des Volcanic-Ash-Advisory-Zentrums in London. Danach allerdings dreht die Strömung die Aschewolke zur Freude der deutschen Airlines nach Norden ab – in Richtung Norwegen. Das prognostiziert Helmut Malewski vom Deutschen Wetterdienst. Zusätzlich sorge ein Tief dafür, dass viel Asche aus dem Himmel gespült werde. So gibt Malewski bis Mittwoch Entwarnung. Was danach passiere, sei ein großes Fragezeichen. Das Luftfahrtbundesamt jedenfalls bereitet sich schon einmal auf den Ernstfall vor. Heute Morgen überarbeitete die Behörde ihre Internetseite, um die Menschen und Fluglinien mit den notwendigen Informationen zu versorgen, sollten es wieder Flugverbote geben.  „Wir haben vorsorglich zum Thema Aschewolke Hinweise zu verschiedenen Aspekten auf der Homepage veröffentlicht“, sagt eine Sprecherin des Amtes.Ob es Flugverbote geben wird, hängt vor allem von der Konzentration der Partikel in der Luft ab. Erlaubt sind, nachdem die Grenzwerte vergangenes Jahr inoffiziell hoch gesetzt wurden, zwei Milligramm Flugasche je Kubikmeter Luft. Das Bundesverkehrsministerium setzte diesen Grenzwert heute nun rechtsverbindlich per Allgemeinverfügung fest, „damit schnell gehandelt werden kann“, sagt ein Sprecher.  

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Vulkanausbruch nicht unterschätzen

Um die Konzentration zu messen, nutzt das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt einen speziell ausgerüsteten Falcon-20-Jet. Der allerdings ist zurzeit in einer anderen Mission über Deutschland unterwegs. Das DLR müsste ihn also erst wieder mit der anderen Technik ausstatten. und das dauere rund 72 Stunden, heißt es. Trotz der bedrohlichen Lage habe das Zentrum aber noch keine Anweisung von der Bundesregierung erhalten, die Maschine umzubauen, sagt ein DLR-Sprecher. Und das, obwohl das Verkehrsministeriums einräumt, dass sich die Lage jederzeit verschlechtern kann. Denn auch der neuerliche Vulkanausbruch ist nicht zu unterschätzen. Zwar sind die Partikel größer und schwerer als letztes Jahr und rieseln deshalb schneller zu Boden. Allerdings schleudert Grímsvötn seine Asche laut DLR 17 bis 20 Kilometer hoch in die Luft, während es beim Eyjafjallajökull nur 12 bis 15 Kilometer waren. Deswegen können sie in den sogenannten Jetstream geraten, einen Höhenwind, der mit bis zu 500 Stundenkilometer bläst und die Teilchen schneller und weiter transportieren kann.  Allerdings hat Deutschland auch aus dem Ausbruch des vergangenen Jahres gelernt. Wissenschaftler hätten in den letzten Monaten das Datenmaterial vom Eyjafjallajökull-Ausbruch ausgewertet und wertvolle Erkenntnisse gewonnen, sagt ein DLR-Sprecher. Demnach seien die Partikel weniger für die Triebwerke eine Gefahr, als für Cockpitscheiben. Die können blind werden, wenn die Ascheteilchen mit hunderten Stundenkilometern Geschwindigkeit aufprallen. Auch werde Deutschland diesmal zu vermeiden suchen, wie im letzten Jahr den gesamten Flugraum zu sperren, statt nur die besonders betroffenen Gegenden.

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