VW-Affäre: Piëch bestreitet Mitwisserschaft

VW-Affäre: Piëch bestreitet Mitwisserschaft

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VW-Chefaufseher Ferdinand Piëch im Braunschweiger Gericht

Der mächtige VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch hat eine Mitwisserschaft in der VW-Affäre um Untreue und Lustreisen auf Firmenkosten bestritten.

Piëch sagte am Mittwoch als Zeuge vor dem Landgericht Braunschweig, er habe von Unregelmäßigkeiten nichts gewusst.

Piëch sagte, er habe zu seiner Zeit als Vorstandschef „zu keinem Zeitpunkt“ Kenntnis von einem Missbrauch von „Vertrauensspesen“ durch Betriebsräte gehabt.

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„Dass es bei Volkswagen zu Unregelmäßigkeiten gekommen ist, verwerfe ich sehr“, erklärte der 70-Jährige. „Wäre es mir zu Ohren gekommen, hätte ich es vehement verfolgt und abgestellt“, betonte er.

Das VW-interne Konto 1860, über das Spesen des Betriebsrates und Vergnügungen auf Firmenkosten abgerechnet wurden, sei nur eines von 6000 bis 7000 Konten gewesen, sagte Piëch.

„In meiner Zeit als Vorstandsvorsitzender hatte ich keinerlei Anlass, mich mit dem Konto zu beschäftigen“. Piëch betonte, dass er für die Sonderbonuszahlungen an den früheren Betriebsratschef Klaus Volkert nicht verantwortlich gewesen sei. „Irgendwelche konkreten Zusagen zu Bezügen des Betriebsratsvorsitzenden Klaus Volkert habe ich zu keinem Zeitpunkt gemacht,“ sagte er.

Es könne lediglich sein, dass ihn VW-Personalchef Peter Hartz angesprochen habe, um Volkert wie einen leitenden Angestellten zu bezahlen. Mit Einzelheiten von Reisen von VW-Betriebsräten habe er sich nicht befasst, sagte Piëch weiter. Die Verwendung von Eigenbelegen zu unternehmensfremden Zwecken durch Volkert oder seinen Mitangeklagten Klaus-Joachim Gebauer sei ihm „zu keiner Zeit zur Kenntnis gelangt“.

Von der brasilianischen Geliebten Volkerts, die von VW-Honorarzahlungen erhielt, habe er nur durch Gerüchte erfahren, denen er nicht nachgegangen sei.

Piëch musste erstmals als Zeuge vor Gericht zu der Affäre aussagen. Die Zuwendungen an VW-Betriebsräte begannen Mitte der 90er Jahre und wurden 2005 bekannt. Piëch war von 1993 bis 2002 Vorstandsvorsitzender von Volkswagen.

Die Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Braunschweig will am Nachmittag auch den ehemaligen VW-Finanzvorstand Jens Neumann vernehmen.

In dem Prozess um die Affäre muss sich Ex-Betriebsratschef Volkert wegen Anstiftung zur Untreue in 48 Fällen und Verstößen gegen das Betriebsverfassungsgesetz verantworten. Mit ihm steht der ehemalige VW-Personalmanager Gebauer wegen Untreue in 40 Fällen und Anstiftung zum Betrug vor Gericht.

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