VW-Affäre: Skandal-Chronik

VW-Affäre: Skandal-Chronik

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Der frühere VW-Betriebsratsvorsitzende Klaus Volkert begegnet am Freitag (22.02.2008) am Hintereingang des Landgerichts Braunschweig dem Anwalt des mitangeklagten früheren VW Personalmanagers Gebauer, Wolfgang Kubicki (l). Das Landgericht Braunschweig verurteilte Volkert wegen Anstiftung und Beihilfe zur Untreue und Verstoßes gegen das Betriebsverfassungsgesetz zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und neun Monaten.

Die VW-Affäre um Schmiergelder, Lustreisen für Betriebsräte, Partys und Bordellbesuche auf Firmenkosten kam im Juni 2005 ans Licht. Über Wochen wurden immer neue Details und Vorwürfe bekannt. Die juristische Aufarbeitung des Skandals ist noch lange nicht beendet.

Die VW-Affäre um Schmiergelder, Lustreisen für Betriebsräte, Partys und Bordellbesuche auf Firmenkosten kam im Juni 2005 ans Licht. Über Wochen wurden immer neue Details und Vorwürfe bekannt. Die juristische Aufarbeitung des Skandals ist noch lange nicht beendet.

Eine Chronologie:

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25. Juni 2005: Erste Berichte über eine Schmiergeld-Affäre bei Volkswagen. Hauptpersonen sollen der Ex-Personalchef der tschechischen VW-Tochter Skoda, Helmuth Schuster, sowie VW-Personalmanager, Klaus-Joachim Gebauer, sein.

28. Juni: Volkswagen erstattet Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Braunschweig gegen Schuster. Er soll Schmiergeld von Zulieferfirmen gefordert haben. Zudem soll er über Strohmänner und ein Geflecht von Tarnfirmen in die eigene Tasche gewirtschaftet haben. Auch gegen Gebauer ermittelt die Justiz.

30. Juni: Betriebsratschef Klaus Volkert tritt zurück.

5. Juli: Medien berichten, der VW-Vorstand habe dem Betriebsrat teure Luxusreisen ins Ausland zugeschanzt. Dafür seien Betriebsräte bereit gewesen, Vorstandsbeschlüsse mitzutragen. VW-Arbeitsdirektor Peter Hartz weist die Vorwürfe zurück.

8. Juli: Hartz bietet seinen Rücktritt an.

28. Juli: VW stellt Strafantrag wegen des Verdachts der Begünstigung von Betriebsräten.

31. Juli: Gebauer erklärt, er habe für Betriebsräte auf VW -Kosten Besuche in Nobelhotels und in Nachtclubs organisiert. Er habe im Auftrag des Vorstands gehandelt. 5. August: Der VW-Aufsichtsrat nimmt den Rücktritt von Hartz an.

29. März 2006: Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch sagt bei der Staatsanwaltschaft aus. Er war nach Angaben seines Anwalts selbst auf die Justiz zugegangen und betonte sein Interesse an einer lückenlosen Aufklärung. Vor allem Vorwürfe bezüglich falscher Abrechnungen fallen in seine Zeit als VW-Chef. Piëch sagt, er habe davon nichts gewusst.

9. Oktober: Hartz räumt eine „strafrechtliche Verantwortlichkeit für Begünstigungen des ehemaligen Betriebsratsvorsitzenden“ ein.

15. November: Die Staatsanwaltschaft Braunschweig erhebt Anklage gegen Hartz wegen Untreue in 44 Fällen.

11. Dezember: Gut eineinhalb Jahre nach Aufdeckung der VW-Affäre wird mit dem 17. Januar der Termin für den ersten Prozess festgelegt. Nur zwei Verhandlungstage sind terminiert, Zeugen und Gutachter nicht geladen. Als Grund nennt die Justiz vor allem das Geständnis von Hartz.

25. Januar 2007: Hartz bestätigt vor Gericht, den früheren Betriebsratschef Volkert „gekauft“ zu haben. Er wird zu einer zweijährigen Freiheitsstrafe auf Bewährung und einer Geldstrafe von 360 Tagessätzen verurteilt - 576 000 Euro.

5. März 2007: Die Staatsanwaltschaft Braunschweig erhebt Anklage gegen Volkert und Gebauer.

14. Juni 2007: Der SPD-Bundestagsabgeordnete und frühere VW- Betriebsrat Hans-Jürgen Uhl wird in der VW-Affäre wegen Beihilfe zur Untreue und falscher eidesstattlicher Versicherung vom Amtsgericht Wolfsburg zu 39 200 Euro Geldstrafe verurteilt. Gebauer erhebt in dem Prozess schwere Vorwürfe gegen den SPD-Landtagsabgeordneten und Betriebsratschef bei VW-Nutzfahrzeuge Günter Lenz.

09. August 2007: Lenz muss 11 250 Euro Geldstrafe zahlen. Das Amtsgericht Wolfsburg verurteilt ihn mit einem Strafbefehl wegen Beihilfe zur Untreue in zwei Fällen - ohne Prozess. Ebenso wie Uhl hatte er auf VW-Kosten die Dienste von Prostituierten in Anspruch genommen.

15. November 2007: Der nächste Prozess in der Affäre beginnt. Volkert und Gebauer müssen sich wegen Anstiftung zur Untreue und Untreue vor dem Landgericht Braunschweig verantworten.

22. Februar 2008: Das Braunschweiger Landgericht verurteilt Volkert wegen Beihilfe und Anstiftung zu Untreue und Betriebsratsbegünstigung zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und neun Monaten. Gebauer wird wegen Untreue, Betriebsratsbegünstigung und Anstiftung zur Untreue zu einer einjährigen Strafe verurteilt, die auf Bewährung ausgesetzt wird. Die Verteidiger kündigen an, dass sie Revision einlegen wollen

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