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VW-Aufsichtsratsmitglied Al-Abdulla: Den Profit im Auge

von Mark C. Schneider und Martin-W. Buchenau Quelle: Handelsblatt Online

In den vergangenen Monaten hatte es großes Gerangel um die Sitze im Aufsichtsrat von Volkswagen gegeben. Jetzt sitzt der erste Vertreter aus Katar im Gremium, der zweite soll bald folgen. Doch dafür muss ein anderes Mitglied weichen. Wer das sein wird, ist noch unklar.

Hussain Ali Al-Abdulla (li.) neben VW-Patriarch Ferdinand Piech während der Hauptversammlung. Quelle: Reuters
Hussain Ali Al-Abdulla (li.) neben VW-Patriarch Ferdinand Piech während der Hauptversammlung. Quelle: Reuters

HAMBURG/STUTTGART. Es ist ein kurzer Auftritt um genau 10.28 Uhr. Keine drei Minuten steht Hussain Ali Al-Abdulla am Rednerpult auf der Hauptversammlung von Volkswagen im Congress Center Hamburg.

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Der Vertreter des neuen Großaktionärs Katar spricht Englisch und lässt sich dolmetschen. "Ich bin sehr froh, hier in Hamburg zu sein, und erfreut, so viele Aktionäre zu sehen. Meiner Meinung nach ist VW schon jetzt der führende Automobilkonzern der Welt", sagt er und bittet um Unterstützung für die Wahl in den Aufsichtsrat.

Und es wird wohl auch nicht bei einem Vertreter aus Katar bleiben. Die Araber drängen auf einen zweiten Platz. "Katar stehen zwei Sitze zu. Darüber herrscht im Aufsichtsrat Einvernehmen", sagt Ministerpräsident Christian Wulff als Vertreter des Großaktionärs Niedersachsen am Rande der Veranstaltung. Und noch mehr: Wenn keiner im Gremium dagegen stimme, könne als zweiter Vertreter Katars Kalifa Al-Kuwari schon jetzt als Gast an den Sitzungen teilnehmen.

In den vergangenen Monaten hatte es großes Gerangel um die Sitze im Gremium gegeben. Denn ein Vertreter der Kapitalseite muss weichen. Die Familienvertreter von Porsche und Piëch wollen im Gremium bleiben. Aber auch mögliche Kandidaten wie RWE-Chef Jürgen Großmann räumten das Feld nicht einfach. Erwartet wird nun, dass Ex-Eon-Manager Hans Michael Gaul spätestens bei der nächsten Hauptversammlung geht.

VW-Patriarch Ferdinand Piëch wiederum weiß, was sich gehört. Er steht während seines Auftritts neben Al-Abdulla. Schließlich hat der neue Großaktionär mit seinen Öl-Milliarden auch den familieneigenen Sportwagenbauer Porsche vor dem Ruin bewahrt. Und künftig werden die Katarer als dritte Größe neben Niedersachsen und der Familie mit ihren 17 Prozent eine wichtige Rolle spielen.

Zum Schluss der Rede, gegen 10.31 Uhr schüttelt Piëch Al-Abdulla die Hand. Auch Wulff hofiert den Manager im dunkelblauen Anzug. Zweifel, dass er gewählt wird, gibt es bei den Beteiligungsverhältnissen sowieso nicht. Sein Investment will der Kleinstaat direkt kontrollieren. "Katar ist ein hochprofessioneller Investor, der gut für uns ist", sagt VW-Vorstandschef Martin Winterkorn.

Täuschen sollten sich Vorstand, Aufsichtsrat und Aktionäre aber nicht. "Wir möchten Geld machen", hat Al-Abdulla in Interviews angekündigt. Darauf hat er noch mehr ein Auge als auf Autos.

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