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VW gegen Porsche: Wie Porsche den Wirtschaftskrieg und seine Eigenständigkeit verlor

von Martin Seiwert

Es war der größte Übernahmekampf in der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Vor vier Jahren heckte Porsche einen scheinbar genialen Plan zur Übernahme von VW aus, nun wird der Sportwagenbauer selbst geschluckt. Wir zeigen die wichtigsten Manöver, Schlachten und Wendepunkte, die zur Niederlage führten.

März 2005 - Ein scheinbar genialer Plan

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Porsche-Chef Wendelin Quelle: AP
Porsche-Chef Wendelin Wiedeking: Zum richtigen Zeitpunkt an VW angeschlichen Quelle: AP

VW ist geschwächt durch den Skandal, Piech scheint angezählt. Die Aktie ist günstig wie nie und Wiedeking kommt auf eine Idee: Porsche übernimmt die Mehrheit an VW. Er stellt das gewagte Unterfangen den Eigentümerfamilien vor. Sie sind elektrisiert. Wiedeking hat bisher alles geschafft, warum nicht auch das?

Mit den eigenen Milliarden im Rücken und der Genialität Wiedekings soll es klappen. Porsche und VW, die Unternehmen, die beide auf den Autopionier Ferdinand Porsche zurückgehen, werden wieder zusammengeführt.

Offiziell heißt es im September 2005 bei Porsche: Die Schwelle von 30 Prozent wird nicht überschritten werden.

Juni 2005 - Die Truppen formieren sich

Wiedeking lotet den Einstieg aus. In ersten Gesprächen mit Volkswagen und dem Land Niedersachsen beteuert er, er strebe keine dominante Rolle bei Volkswagen an, es gehe nur um 9 Prozent an Volkswagen. Den VW-lern erzählt er, nur der Einstieg von Porsche könne einen Einstieg einer Heuschrecke bei VW abwehren.

Wulff hält das von Anfang an für Propaganda. Tatsächlich ist diese Gefahr sehr gering. Die VW-ler und das Land Niedersachsen begrüßen aber offiziell den Einstieg. Wiedeking gilt als genialer Manager, der VW fit machen kann. Hinter den Kulissen fragt man sich allerdings bereits, wie gefährlich Wiedeking werden kann.

September 2005 - Die Optionsattacke

Wiedeking und sein Finanzvorstand Härter haben im Hintergrund ihre geheime Waffe gebaut: Sie horten Optionen an VW-Aktien. Die Optionen erhöhen die Nachfrage nach VW-Aktien, der Kurs steigt.

Zusätzlich wird er angefacht durch den Glauben, dass Wiedeking VW auf Vordermann bringt. Der Kurs steigt und steigt und die Optionsgeschäfte werfen immer mehr Gewinn für Porsche ab.

Berauscht von den Milliarden-Gewinnen und seinem daran geknüpften Top-Gehalt wird Wiedeking immer dreister: Er macht VW klar, dass er knallhart mitregieren wird in Wolfsburg. Den VW-lern wird klar: Wiedeking greift auf lange Sicht nach der ganzen Macht, VW soll von Zuffenhausen aus regiert werden.

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15 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 29.07.2009, 21:38 UhrAnonymer Benutzer: Ulrich

    ich verstehe das Wehklagen bezüglich Herrn Wiedeking nicht. Sicherlich war er einmal ein erfolgreicher Manager, die betonung liegt auf "war", denn im entscheidenden Augenblick hat er sich verzockt und somit seine Dominanz vom Kaiser zum bettelmann selbst eingeläutet. Als ehemaliger langjähriger VW-ler kann ich nur sagen, der "Wirtschaftskrise " sei Dank. Von Volkswagen wäre nicht mehr viel übrig geblieben wenn diese Cup geklappt hätte

  • 24.07.2009, 19:14 UhrAnonymer Benutzer: petra

    Sie sollten die Porsche-berichterstattung in das Ressort "Politik" umziehen. Und die berichte zum Thema "Conti - Schäffler" ebenfalls. Das hat mit Wirtschaft - jedenfalls im gesunden Sinne - nichts mehr zu tun. Da fuchtelt der Staat in unternehmerischen Entscheidungen herum, dass mir die Ohren brennen! Herr Wulff betreibt Konjunkturpolitik in eigener Sache! Profil, Macht, Einfluss - jenseits aller wirtschaftlichen Vernunft!
    Sein nächster Coup kommt kommende Woche: Schäffler liegt auf dem Opfertisch der Marktwirtschaft, es gilt den maroden - niedersächsischen - Conti-Konzern zu retten....

  • 23.07.2009, 20:31 UhrAnonymer Benutzer: Wunder

    Herr Wedekind übernahm die Verantwortung bei Porsche, als dieses Unternehmen kurz vor dem bankrott stand. Herr Wedenkind verlässt Porsche um etliche Milliönchen reicher, nachdem er das Unternehmen fast in die Pleite spekuliert hat.
    War was?

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