VW-Plan: Porsche Übernahme könnte sich verzögern

VW-Plan: Porsche Übernahme könnte sich verzögern

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Porsche-Niederlassung: Der Machtkampf zwischen Volkswagen und seinem Großinvestor Porsche eskaliert

Bei der geplanten Übernahme von Porsche durch Volkswagen gibt es neue Hürden, der Aktienkurs von VW stürzte so stark ab, wie seit Monaten nicht. Auch der Chef des Sportwagenbauers hat sich nun zu Wort gemeldet und schmeichelt seinen Gegenspielern.

Bei der geplanten Übernahme des Porsche-Sportwagengeschäfts durch Volkswagen werden immer neue Hürden aufgebaut - ein völliges Scheitern des Deals gilt aber als eher unwahrscheinlich.

Zugleich wird die Auseinandersetzung um das Projekt immer schärfer. Nach den Ankündigungen massiver Proteste bis hin zu Streiks durch Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück wurden am Montag mögliche steuerliche Probleme bekannt. Das Geschäft könnte am Finanzamt sogar noch platzen, schrieb die „Süddeutsche Zeitung“ unter Berufung auf Porsche-Aufsichtsratskreise. Es drohten Steuerzahlungen von bis zu drei Milliarden Euro. Ein VW-Konzernsprecher sagte: „Das ist ein durchsichtiger Versuch, eine gute unternehmerische Lösung zu torpedieren.“

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Aktien von VW und Porsche auf Talfahrt

Das Steuerproblem könnte dadurch entstehen, dass der Buchwert der Porsche AG deutlich niedriger ist als der Preis von acht Milliarden Euro, den VW für die Komplettübernahme der Porsche AG in zwei Schritten wohl zu zahlen bereit ist. Laut Zeitungsbericht würden aber bereits Vorschläge erarbeitet, das Problem zu vermeiden. Eine konkrete Stellungnahme von VW gab es dazu nicht. Auch Porsche-Aufsichtsratschef Wolfgang Porsche soll nach dem Bericht im Vorfeld der entscheidenden Gremiensitzungen an diesem Donnerstag noch als unentschlossen gelten.

Mitten in dem Übernahme-Poker ging die Aktie von Volkswagen am Montag auf Talfahrt. Das Papier sank bis Mittag um fast acht Prozent auf rund 230 Euro. Händler verwiesen auf ein ganzes Bündel von Belastungsfaktoren. So werde die Transaktion offenbar teurer als gedacht. Außerdem könnte sich die Entscheidung noch bis Ende Juli hinziehen. Ein Händler sagte: „Das ist eine Enttäuschung.“

Die Berichte haben die Papiere der beiden Autobauer am Montag auf Talfahrt geschickt. Volkswagen-Stammaktien waren mit einem Abschlag von zeitweise zwölf Prozent auf 220,16 Euro die einzigen Verlierer im Dax. Das Minus war der größte Tagesverlust bei VW seit Ende November 2008. Die Vorzüge des Wolfsburger Konzerns verloren drei Prozent auf 54,69 Euro; Porsche-Aktien 4,9 Prozent auf 49,35 Euro.

Aber selbst für den Fall, dass VW wie geplant das Sportwagen-Geschäft von Porsche übernimmt, rechnen Analysten nicht mit einer kräftigen Kurserholung bei den Porsche-Aktien. Schließlich sei nicht auszuschließen, dass sich die Verschuldung von Porsche im Zusammenhang mit den VW-Optionsgeschäft weiter erhöht habe, schrieb WestLB-Analyst Adam Hull in einer Studie. Er stufte Porsche auf „Add“ von „Buy“ herunter und kürzte sein Kursziel auf 60 von 140 Euro. Sein Kollege Michael Raab von Kepler betonte, dass der in einem Magazinbericht vom Wochenende genannte Kaufpreis von acht Milliarden Euro für das Porsche-Sportwagengeschäft unter dem von ihm veranschlagten Wert liege.

Entscheidung über Porsche könnte sich verzögern

Der VW-Aufsichtsrat will an diesem Donnerstag eine Grundsatzvereinbarung beschließen. Danach soll VW die Porsche AG in zwei Schritten komplett übernehmen und in den Wolfsburger Konzern eingliedern. Porsche soll als zehnte Marke eigenständig weitergeführt werden. Mit dem Erlös soll die Porsche SE ihre Schulden weitgehend tilgen können. Porsche hatte sich mit der geplanten Übernahme von VW verhoben und sitzt auf rund zehn Milliarden Schulden. An dem vereinten VW-Porsche-Konzern sollen die Familien Porsche und Piëch zu über 50 Prozent beteiligt sein, das Land mit 20 und das Emirat Katar mit bis zu 19,9 Prozent.

Die Entscheidung bei Porsche könnte sich allerdings noch eine weitere Woche hinziehen. Das Thema solle auf der Aufsichtsratssitzung des Sportwagenbauers an diesem Donnerstag noch nicht abschließend verhandelt werden, hieß es am Montag in Unternehmenskreisen. Eine Woche später findet in Stuttgart erneut eine Sitzung des Gremiums statt, wo der Beschluss dann erwartet wird.

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