Waffenhersteller: Heckler & Koch drückt gewaltige Schuldenlast

Waffenhersteller: Heckler & Koch drückt gewaltige Schuldenlast

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Ein Polizist hält eine Heckler & Koch P 2000 in der Hand.

von Henryk Hielscher und Rüdiger Kiani-Kreß

Ärger mit Hedgefonds, hohe Schulden und fragwürdige Kredite – beim Waffenhersteller Heckler & Koch brennt die Luft.

Andreas Heeschen ist unerbetene Aufmerksamkeit gewohnt, seit er vor acht Jahren mit seinem Geschäftspartner Keith Halsey den Waffenhersteller Heckler & Koch übernommen hat. Denn trotz aller Ausfuhrverbote landen die Gewehre und Maschinenpistolen des Traditionsunternehmens aus dem schwäbischen Oberndorf immer mal wieder in den falschen Händen. Das bescherte Heckler & Koch bei Rüstungsgegnern zwar den zweifelhaften Ruf als „Deutschlands tödlichstes Unternehmen“, störte aber die Geschäfte nicht.

Doch jetzt ballt sich über dem Schwarzwälder Schusswaffenstar Unbill ganz anderen Kalibers zusammen: Das Unternehmen ächzt unter einer gewaltigen Schuldenlast. Ratinganalysten monieren die „sehr aggressive Finanzpolitik“ und verorten die Bonität von Heckler & Koch längst auf Ramschniveau. Schlimmer noch: Eine Gruppe internationaler Geldgeber des Unternehmens fordert die vorzeitige Rückzahlung eines Großkredits und verklagt nicht nur die Heckler & Koch-Holdinggesellschaft HKB, sondern nimmt auch deren Inhaber Heeschen und Halsey persönlich ins Visier.

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Geld für Schiffe und Flugzeuge

Am 25. März 2010 stattete ein Beamter der Kantonspolizei Graubünden HKB-Gesellschafter Halsey in seinem Schweizer Domizil einen Besuch ab und überreichte die Klageschrift der vier Hedgefonds. Denen schuldet die HKB laut -Finanzberichten der Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) derzeit insgesamt 152 Millionen Euro. Halsey und Heeschen hätten Kreditvereinbarungen verletzt, dem Unternehmen mehr als 130 Millionen Euro entzogen und die Gesellschaft als ihr „persönliches Sparschwein“ genutzt, um Ferienhäuser, Yachten und Flugzeuge für ihren privaten Bedarf zu kaufen, heißt es in den Gerichtspapieren. Als -Beleg für den Verdacht werden Aussagen des HKB-Finanzchefs und eines externen Beraters am 12. August 2009 angeführt.

Dem Unternehmen zufolge sind derlei Thesen aus dem Zusammenhang gerissen. Bei einer Telefonkonferenz hätten die Fonds eine „aggressive Befragung“ vorgenommen. Dabei sei lediglich klargestellt worden, dass HKB zwar auch in „Immobilien, Flugzeuge und Schiffe investiert“ habe. Aber die „Privatnutzung der Investitionsobjekte durch Gesellschafter“ sei von diesen stets „privat bezahlt“ worden, betont HKB gegenüber der WirtschaftsWoche. Zudem seien alle Kreditbedingungen eingehalten worden, weshalb die Holding eine „Zurückweisung der Klage“ beantragt hat.

Die Kläger befürchten unterdessen, dass im April 2013 – wenn ihre Darlehenssumme auf einen Schlag fällig wird – bei Heckler & Koch nur noch wenig zu holen ist, und wollen früher an ihr Geld.

Die Sorge ist wohl nicht ganz un-begründet: Neben dem 150-Millionen-Euro-Darlehen muss die Gruppe weitere Gelder aufbringen. Im Juli 2011 ist eine Anleihe fällig, 120 Millionen Euro muss Heckler & Koch dann an Anleger zurückzahlen. Die Zweifel an einer reibungslosen Refinanzierung wachsen. Die Liquiditätslage des Unternehmens sei „sehr schwach“, hatten S&P-Experten im Frühjahr vermerkt.

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