Warenhäuser: Die wichtigsten Antworten zum Karstadt-Insolvenzplan

Warenhäuser: Die wichtigsten Antworten zum Karstadt-Insolvenzplan

von Henryk Hielscher

Was wird aus Deutschlands größtem Warenhausbetreiber? Antworten auf die zehn wichtigsten Fragen zur Zukunft des Traditionsunternehmens

Vergangenen Montag hat Karstadt-Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg seinen Insolvenzplan für die Arcandor-Warenhaustochter Karstadt beim Amtsgericht Essen eingereicht. Was bedeutet das?

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Der Insolvenzplan legt die Rahmenbedingungen für den Neustart eines Unternehmens fest. Für Karstadt heißt das: Das Unternehmen soll mit 120 Waren- und Sporthäusern und rund 26.000 Beschäftigten fortgeführt werden. Mögliche Investoren werden auf ein Alles-oder-nichts-Prinzip festgelegt: Sie können nicht für einzelne Karstadt-Häuser bieten, sondern nur alle 120 Filialen im Block kaufen. Im Gegenzug verpflichten sich die Karstadt-Gläubiger, festgelegte Beiträge zur Fortführung des Unternehmens zu leisten.

Wie unterstützen die Gläubiger die Sanierung?

Insolvenzverwalter Görg beziffert die Sanierungsbeiträge der Gläubiger auf einen „mittleren dreistelligen Millionenbetrag“. Allein die Zugeständnisse des Immobilienkonsortiums Highstreet, der größten Vermietergruppe, summieren sich je nach Rechnung auf 150 bis 200 Millionen Euro. Die Beschäftigten verzichten insgesamt auf rund 160 Millionen Euro. Weitere Einsparungen bringen neue Verträge mit Logistik- und IT-Dienstleistern sowie Lieferanten.

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Wie geht es jetzt weiter mit dem Insolvenzverfahren?

Das Amtsgericht Essen wird das Konzept in den kommenden Tagen formal prüfen und den Termin für die Gläubigerversammlung festlegen. Die muss dann über den Insolvenzplan abstimmen. Als Datum dafür wird der 12. oder 13. April diskutiert. Insolvenzexperten erwarten, dass es bei der Versammlung in Essen kaum Änderungen am Konzept geben wird, da die wesentlichen Punkte im Vorfeld abgestimmt wurden. Bis zum 30. April muss dann von einem Investor der Kaufvertrag für Karstadt unterschrieben werden, damit der Insolvenzplan Rechtskraft erlangt.

Wer kommt als Käufer infrage?

Die Namen der Interessenten, die seit Ende Februar die Karstadt-Bücher studieren, sind streng geheim. Zur Tarnung verwendet Görgs Truppe Städtenamen, die den jeweiligen Investoren zugeordnet sind. Klar ist trotzdem: Unter den sechs „namhaften Interessenten“, von denen Görg spricht, ist kein großer europäischer Handelskonzern, der ein strategisches Interesse an einer Übernahme hätte. Stattdessen spekuliert die Branche über Finanzinvestoren wie die US-Beteiligungsgesellschaft Apollo und das russisch-britische Unternehmen Pamplona. Auch der Neckermann-Eigner Sun Capital und der britische Investor Permira hätten sich über Karstadt informiert, heißt es. Die Begeisterung der beiden Finanzinvestoren soll sich allerdings in Grenzen gehalten haben.

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