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Warenhäuser: Karstadt und Kaufhof: Und täglich grüßt die Warenhaus AG

von Henryk Hielscher

Die Idee einer Fusion von Kaufhof und Karstadt wirkt fast so alt wie die Unternehmen selbst. Nun wird über eine neue Variante im Übernahmepoker spekuliert.

Die Namen der Kaufhäuser Quelle: dpa
Die Namen der Kaufhäuser Kaufhof und Karstadt stehen in Düsseldorf in inmittelbarer Nachbarschaft. Quelle: dpa
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Wolfgang Urban prüfte sie, Thomas Middelhoff wollte sie, Karl-Gerhard Eick stemmte sich gegen sie: Eine Fusion von Kaufhof und Karstadt zur Deutschen Warenhaus AG beschäftigte schon so gut wie alle Chefs des früheren Handelskonzerns KarstadtQuelle. Doch sämliche Liaisonbemühungen scheiterten bisher. Mal an den Bewertungsvorstellungen der Eigner, mal an der Finanzsituation, mal wollte Kaufhof nicht – mal lehnte Karstadt ab.  

Nun macht eine neue Variante die Runde. Danach könnten Finanzinvestoren das K-und-K-Bündnis unter Beteiligung des Kaufhof-Eigentümers Metro schmieden. Metro führe bereits Gespräche mit Beteiligungsfirmen, die auch an Karstadt dran seien, hatten am Wochenende mehrere mit den Plänen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters gesagt.

Metro-Chef Eckhard Cordes, der seine Kaufhaustochter Kaufhof am liebsten noch in diesem Jahr loswerden will, hatte die Warenhaus-Idee in den vergangenen Monaten immer wieder ins Spiel gebracht. Auf Seiten von Karstadt war der Vorstoß aber eher als Manöver seitens Metro interpretiert worden, sich des ungeliebten Konkurrenten zu entledigen. So nimmt man Cordes in der Essener Karstadt-Zentrale übel, mit seiner seinem Konzept ausgerechnet vorgeprescht zu sein, als Karstadt im vergangenen Jahr einen Antrag auf staatliche Unterstützung gestellt hatte, um die Insolvenz zu vermeiden. Der Antrag war abgelehnt worden und Karstadt meldete Insolvenz an.

Auch der Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg lehnt eine Übernahme einzelner Karstadt-Häuser durch Kaufhof ab. Er will das Unternehmen als Ganzes verkaufen. Genau hier setzen jetzt die neuerlichen Fusionsgerüchte an. Nach einem Bericht der "Bild am Sonntag" wollen Investoren sowohl die 120 Häuser der insolventen Kette Karstadt als auch die 113 Kaufhof-Filialen des Konkurrenten Kaufhof der Düsseldorfer Metro-Gruppe übernehmen und anschließend zusammen führen.

Ob die Variante so eintrifft, darf allerdings bezweifelt werden. Falls ein Käufer tatsächlich für Karstadt bietet, muss er die Hauptverwaltung und die 120 Filialen noch über Jahre weiter führen, um die Sanierungszusagen der Gläubiger nicht zu gefährden. Eine Zusammenlegung mit Kaufhof lohnt sich aber wiederum nur dann, wenn Doppelstandorte und eine der Hauptverwaltungen geschlossen würden. Zudem wären Filial-Schließungen außerhalb des Insolvenzverfahrens extrem teuer. Genau aus diesen Gründen hatte auch Cordes stets abgelehnt, Karstadt als Komplettpaket zu übernehmen.

„Wir müssten die Karstadt-Hauptverwaltung übernehmen - Kaufhof hat aber schon eine. Wir müssten zahlreiche Standorte übernehmen, die ökonomisch keinen Sinn machen“, hatte Cordes im Januar im Interview mit der WirtschaftsWoche erklärt. Cordes: „Wir hätten eine doppelte IT, eine doppelte Logistik. Kurz: Es kämen hohe Belastungen auf uns zu, etwa Abfindungen für Mitarbeiter oder Schließungskosten für unrentable Filialen. Außerhalb einer Insolvenz wäre das enorm teuer“. Daher halte er auch eine zweistufige Übernahme der beiden Warenhauskette durch einen Finanzinvestor für kaum denkbar. „Die Strukturen, die uns an einer Übernahme von Karstadt hindern, würden ja nicht verschwinden“, gab Cordes im Januar zu Protokoll. „Damit stünde ein Finanzinvestor beim Zusammenführen der beiden Unternehmen vor den gleichen Problemen wie wir auch.“

Dass es letztlich dennoch zu einer Zusammenlegung von Kaufhof und Karstadt kommt, ist damit allerdings nicht ausgeschlossen – zumindest als „kleine Lösung“. Falls sich nämlich kein Bieter für das Karstadt-Komplettpaket findet, muss der Insolvenzverwalter das Unternehmen zerschlagen und die Häuser einzeln oder blockweise verkaufen. Ein Investor könnte sich dann aus den 120 Karstadt-Filialen genau jene Filialen heraus picken, die die Kaufhof-Standorte gut ergänzen würden. Im zweiten Schritt oder auch parallel dazu würde er dann Kaufhof übernehmen. Die Karstadt-Hauptverwaltung in Essen wäre passé. Die Zustimmung des Bundeskartellamtes vorausgesetzt, hätte der Investor weitgehend freie Hand, um Kaufhof und den Karstadt-Kern zu einer Warenhaus AG zu verschmelzen.

Rein ökonomisch betrachtet, könnte die Lösung für einen Investor durchaus lukrativ sein. Für die Mitarbeiter wäre sie allerdings ein Horrorszenario. „In der Öffentlichkeit entsteht oft der Eindruck, ein Zusammenschluss von Kaufhof und Karstadt zu einer Deutschen Warenhaus AG wäre etwas Großartiges“, hatte Rolf Weidmann, Görgs Insolvenzbeauftragter für Karstadt, im Dezember der WirtschaftsWoche gesagt. „Für die Mitarbeiter bestimmt nicht. Die Deutsche Warenhaus AG würde 20 000 bis 25 000 Arbeitsplätze bei beiden Unternehmen kosten.“

Ob es soweit kommt, dürfte sich bereits im April entscheiden. Am 12. April soll die Gläubigerversammlung von Karstadt den Insolvenzplan billigen, in den Tagen darauf erwartet Görg Kreisen zufolge die bindenden Gebote. Ziel sei „eine Sanierung durch einen Investor, der an die Existenzberechtigung von zwei Warenhausketten im deutschen Markt glaubt“, hatte der Verwalter gesagt.

4 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 24.03.2010, 21:04 UhrAnonymer Benutzer: Karstadt-Mitarbeiter

    Steigenberger ;) ich lese ihre Kommentare schon seit längerem und Sie scheinen eine ganze Menge Ahnung zu haben!Obwohl ich selber von der Pleite betroffen bin denke ich wie Sie...........Es ist alles nur eine Frage der Zeit !!!!
    Karstadt im Gesamt-Paket zu verkaufen wird nicht gelingen , dass ist eine illusion von Hern Görg und Verdi ,....wer will seine Gelder denn zum Fenster heraus werfen!!!Wenn wenigstens die inmobilien noch da wären.

    Was Middelhoff und Kumpanen gemacht haben nennt man in italien Mafia ..............,sorry!!!!!!!!!!!!!!!

  • 24.03.2010, 12:45 UhrAnonymer Benutzer: Steigenberger

    Mit fremdem Geld lässt sich natürlich gut spekulieren denken sich die US-Heuschrecken.
    -Wenn sie Karstadt für 100 Mio. erwerben , dann füttern sie auch die Hauptverwaltung u. die schlecht laufenden filialen noch ein paar Jahre durch, ehe sie mit Kaufhof/-Metro zusammengehen.

    - Die Metro kann die Kaufhoffilialen dann zu guten Konditionen an die US-Heuschrecke vermieten u. eine Minderheitsbeteiligung an der
    zusammengelegten Kaufhof-Karstadtgruppe halten.

    Die Arbeitnehmer einer der Hauptverwaltungen sowie der schlechtlaufenden Filialen sind die Opfer u. zahlen letzen Endes für ein veraltetes Geschäftsmodell die Zeche !

  • 23.03.2010, 18:56 UhrAnonymer Benutzer: Klaus

    ich arbeite ebenso bei Karstadt und gebe Peter recht!

    Sind alles betrüger und faken nur noch rum mit investor hier investor da um uns bei der Stnge zu halten um das letzte aus uns rauszuholen und bis zum letzten Tag Umsätze und Gewinne in eigene Tasch zu wirtschaften.
    Alle Traumtänzer werden im Sommer 2010 aufwachen und sich sagen: Man war ich blöd! TJa dann ist es aber zu spät und alle haben uns ausgenutzt belogen und beklaut! Wir suchen dann vergeblich einen neuen Job während die "Schlipsträger" die dicke Kohle zählen und eine neue Villa suchen.

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