Warenhäuser: Metro will Kaufhof loswerden und Media Markt an die Börse bringen

Warenhäuser: Metro will Kaufhof loswerden und Media Markt an die Börse bringen

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Fahnen der Metro Group wehen vor der Düsseldorfer Unternehmenszentrale.

Der neue Metro-Chef Eckhard Cordes räumt bei Deutschlands größtem Handelskonzern auf: Der Verkauf der Warenhauskette Kaufhof ist geplant. Die Elektronikmärkte Media Markt und Saturn sollen an die Börse gehen.

Deutschlands größter Handelskonzern Metro läutet wenige Monate nach einem spektakulären Führungswechsel die Trennung von der Warenhauskette Kaufhof ein. Galeria Kaufhof sei aus Konzernsicht kein strategisches Geschäft, erklärte der neue Metro-Chef Eckhard Cordes heute bei der Bilanzvorlage in Düsseldorf. Metro werde in aller Ruhe die Möglichkeiten für die Warenhäuser prüfen. Eine Möglichkeit für das Warenhausgeschäft sei der Verkauf. „Eine Option ist natürlich die Abgabe des Kaufhofs“, sagte Cordes. Mittel- und langfristig sei die Metro wahrscheinlich nicht der beste Eigentümer für Kaufhof.

Damit bekommen die Gerüchte um eine mögliche Fusion der beiden größten deutschen Warenhausketten Kaufhof und Karstadt neue Nahrung. Die Spekulationen halten sich schon seit Monaten. Jedoch ist zweifelhaft wie der Essener Karstadt-Mutterkonzern einen Kauf finanzieren will. Zum einen ist der Verkauf der Immobilien noch nicht unter abgeschlossen, zum anderen steckt Karstadt jährlich einen dreistelligen Millionenbetrag in die Neuausrichtung seiner Warenhäuser. Die Immobilien gehören zu einem Fonds von Goldman Sachs, an dem Arcandor noch 49 Prozent hält.

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Beim Essener Karstadt-Mutterkonzern Arcandor gab man sich dann auch zurückhaltend. „Wir haben das mit Interesse verfolgt“, stellte Konzernsprecher Jörg Howe lediglich fest. Außer von dem Essener Konkurrenten wären dem Metro-Chef wohl auch Offerten anderer Bieter willkommen. „Cordes hat den Hut in den Ring geworfen als Aufforderung an mögliche Investoren“, beschrieb der Sprecher der deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Jürgen Kurz, die Lage.

Im Gegensatz zu Karstadt kann Metro-Chef Cordes bei anstehenden Verkaufsverhandlungen den wertvollen Immobilienbesitz von Kaufhof in die Waagschale werfen. Von den 141 Standorten des Unternehmens befinden sich viele in den Zentren deutscher Innenstädte. Der Konzern ist nun nur noch Mieter in seinen Warenhäusern.

Neben den Kaufhof-Plänen denkt Cordes über einen Börsengang seiner Elektronikmärkte Media Markt und Saturn nach. „Der Börsengang ist eine Option“, sagte Cordes. Die rote Zahlen schreibende Lebensmittel-Tochter Real soll mit harten Schritten saniert werden. Die Metro- Großhandelsmärkte sowie die Elektronikketten Media Markt und Saturn sollen kräftig wachsen. „Die Metro AG wird nicht zerschlagen“, betonte Cordes. Cordes war Anfang November mit Rückendeckung des Großaktionärs Haniel vom Aufsichtsratsvorsitz auf den Vorstandsvorsitz der Metro AG gewechselt.

Seitdem hatte es heftige Spekulationen über eine mögliche Komplettzerschlagung des Handelsriesen gegeben.

Wachstumsmotoren des Düsseldorfer Konzerns sind die Metro-Großhandelsmärkte sowie die Elektronikketten Media Markt und Saturn. Die Tochter Kaufhof und der Lebensmittelhändler Real gelten dagegen seit Jahren als Bremser. Der Konzernchef unterstrich, dass eine Zerschlagung der METRO aus Aktionärssicht keinen Sinn mache. Es werde aber Veränderungen geben. So werde es Zukäufe geben. Auch Verkäufe seien nicht ausgeschlossen.

Im Geschäftsjahr 2007 hat Metro einen Rekordumsatz von 64,3 Milliarden Euro erzielt, wegen steuerlicher Sondereffekte unter dem Strich aber weniger verdient. Der Konzerngewinn ging um 17,8 Prozent auf 983 Millionen Euro zurück. Der operative Gewinn (EBIT) stieg bereinigt um Sondereffekte um 8,8 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro. Die Dividende soll um 5,4 Prozent auf 1,18 Euro je Stammaktie erhöht werden. Auch bei den Vorzugsaktien wird eine höhere Dividende vorgeschlagen.Darüber entscheidet die Hauptversammlung am 16. Mai.

Die nicht mehr zum Kerngeschäft gehörende Kölner Tochter Kaufhof hat 2007 mit Veränderungen im Sortiment einen operativen Gewinnsprung erzielt. Durch ein verstärktes Angebot von höherwertigen Marken sank zwar der Umsatz leicht um 1,5 Prozent auf knapp 3,6 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg aber um mehr als 30 Prozent auf 107 Millionen Euro. Kaufhof hat rund 19.000 Mitarbeiter.

Real erzielte 2007 durch Zukäufe einen Umsatzsprung um gut 25 Prozent auf elf Milliarden Euro. Die Mönchengladbacher Tochter hatte das Deutschland-Geschäft von Wal-Mart und polnische Märkte von Géant übernommen. Operativ (EBIT) schrieb Real 2007 einen Verlust von 16 Millionen Euro. Binnen zwei Jahren soll Real mit Kostensenkungen und verstärker Werbung die Wende schaffen. Für rund 40 Märkte werde nach Lösungen gesucht. Dabei sind dem Vernehmen nach Verkäufe und Schließungen nicht ausgeschlossen. Die betroffenen Märkte hätten 2007 einen Verlust von insgesamt 40 bis 50 Millionen Euro verbucht.

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