Warenhaus-Riese: Welche Interessen die Banken an Arcandor haben - Seite 3

Warenhaus-Riese: Welche Interessen die Banken an Arcandor haben

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Die Eigentümer haben den Kauf der Immobilien zum größten Teil über Kredite finanziert und diese anschließend an andere Profi-Anleger weiterverkauft. Erworben haben diese Verbriefungen diverse Investoren, wohl auch viele Sparkassen. Bei ihnen würden also auch Korrekturen fällig. Zum Problem könnte zudem werden, dass auch die KarstadtQuelle-Bank den Kauf der Immobilien finanziert haben soll. Vor allem eine Insolvenz könnte sie in Bedrängnis bringen.

Im Pleitefall wäre es für die Banken auch schwer, die Immobilien zu verwerten. „Kaufhäuser mit wenigen Geschossen könnten an Lebensmittelketten vermietet werden“, sagt Atisreal-Experte Meyer. Große Kaufhäuser seien für solche Unternehmen allerdings nicht interessant. „Hier bleibt nur eine komplette Umstrukturierung.“ Branchenexperten gehen davon aus, dass die Banken sich über die Verwertung ihrer Sicherheiten bereits Gedanken gemacht haben.

Metro: Profiteur von Arcandor-Insolvenz

Dass allein die hohen Mieten für Handelsunternehmen zum Pleitetreiber werden, hält Meyer jedoch für ein Gerücht. „Die Miete beträgt circa fünf Prozent der Gesamtkosten eines Handelsunternehmens.“ Wenn die Vermieter die Mieten senkten, mache das nur wenig aus. Um ein Unternehmen vor der Pleite zu retten, reiche das nicht.

„Keine Bank hat ein Interesse an einer Pleite von Arcandor“, heißt es im Umfeld der Highstreet-Investoren. Eine könnte jedoch glimpflicher davonkommen als andere. In Finanzkreisen heißt es, dass Goldman Sachs ein doppeltes Spiel spielen könnte. Denn Deutschland-Chef Alexander Dibelius ist ein enger Vertrauter von Metro-Lenker Eckhard Cordes. Bei einer Zerschlagung von Arcandor könnte Goldman als Berater womöglich mehr verdienen, als die Abwertung der Beteiligung an Highstreet schaden würde. „Es gibt bisher kein Beratungsmandat“, heißt es in Finanzkreisen. Zu einem Treffen von Cordes und Eick soll Dibelius entgegen anderslautender Berichte gar nicht eingeladen worden sein.

Was nicht ausschließt, dass er später noch ins Spiel kommt. Für Metro wäre es nach Einschätzung von Bankenvertretern am attraktivsten, wenn Arcandor in die Insolvenz geht und sich Metro aus der Konkursmasse die Perlen herauspicken könnte. Sollte Cordes Dibelius dann als Berater wählen, könnte Goldman Sachs neben Metro zum wohl einzigen Profiteur einer Arcandor-Pleite werden.

20 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 10.06.2009, 13:03 UhrAnonymer Benutzer: Kurt

    @liebe Sabine - Das von ihnen geschilderte Verhalten ist es was ich an der Menschheit so bewundere. Wir haben einen gutbezahlten Arbeitsplatz und kaufen aber alles vom billigsten. Denn ich bin ja in der Autoindustrie. Was schert mich bekleidung? Hauptsache billig! Der aus dem Einzelhandel denkt dasselbe über Autos usw.. Und so rationalisieren wir selber über unser Konsumverhalten selbst alle gutbezahlten Jobs weg. Schneller als die Großkopferten selbst das könnten. Wir wollen in Deutschland dicke verdienen, kaufen aber hauptsächlich Dinge, die ein Chinese mit 30.- Euro Monatseinkommen herstellt. Nur wer zahlt dann eigentlich ihr Gehalt? ich behaupte hier einfach mal ganz frech, dass jeder, der so einkauft heute schon an seinem eigenen Arbeitsplatz sägt.

  • 09.06.2009, 20:31 UhrAnonymer Benutzer: Leser

    an: Liebe Sabiene

    Vielen Dank für ihre Ausführung! Anders als meine Vorredner hoffe ich ich nicht, dass Sie niemals vor einer Situation wie diese Mitarbeiter stehen. ich hoffe, dass Sie in nächster Zukunft vor einer solchen Situation stehen. Vielleicht ist dies aber auch überflüssig, da Sie sich auf dem Weg zum Arbeitsamt von diesen Demos gestört fühlen. Da fällt es aber auch nicht ins Gewicht ob Sie ihre 345 Euro bei Karstadt ausgeben oder nicht. An ihrer Stelle würde ich mir mal Gedanken über schon vergebene Staatshilfen machen. Unternehmen, den Namen möchte ich hier nicht nennen (deutscher Automobielhersteller vorne mit O und hinten mit L), welche ihre Gewinne seit Jahren im Ausland versteuern und bedeutend weniger Arbeitsplätze haben wurde in der Vergangenheit auch geholfen. Das finde ich perfide.

  • 09.06.2009, 20:13 UhrAnonymer Benutzer: smoothdancer

    Wie immer - steckt in allen Kommentaren ein bißchen "Wahrheit" ....
    was mich persönlich am meisten stört ist die mangelnde Unternehmerverantwortung. Gehts gut - steckt man sich die Taschen voll, Gewinne werden an der Steuer vorbeimanövriert und ins Ausland gebracht - gehts schlecht wird nach Vater Staat (Subventionen/Steuerzahlen) gerufen.
    Ob nun Karstadt, Porsche, banken oder Werften - - wenn jemand nicht kalrkommt ist das erstmal nicht schlimm und es soll auch gern Unterstützung aus dem Staatssäckel geben, jedoch ZUERST schau ich mal wie es mit den Gewinnen der letzten 5-10 Jahre war! Und zuerst sollen die, die sich die Taschen vollgestopft haben reinvestieren. DANN komm ich--der Steuerzahler....
    Jedem "privaten" Schuldner wird von Staatsseite die "Arschkarte" gezeigt - sparen muss er halt, seine Ausgaben reduzieren, sein Häuschen versteigern.... gehts aber um das Druckmittel "Arbeitsplatzsicherung" - fließen die Milliarden.
    Ob es daran liegt das die, die diese Entscheidungen treffen meist in den Aufsichtsräten und Vorstandsetagen der betroffenen Unternehmen sitzen?*grübel*

    Armes Deutschland....

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