Warenhausinvestor Nicolas Berggruen: Karstadt: Revolution abgesagt

Warenhausinvestor Nicolas Berggruen: Karstadt: Revolution abgesagt

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Karstadt-Investor Nicolas Bergguen (r.) und Karstadt-Geschäftsführer Thomas Fox

von Henryk Hielscher

Wer nach der endgültigen Übergabe der Essener Warenhauskette Karstadt an den deutsch-amerikanischen Investor Nicolas Berggruen revolutionäre Erneuerungskonzepte erwartet hat, liegt falsch: Das neue Management will Veränderungen „behutsam“ angehen. Für alles andere fehlt auch das Geld.

Nein, wie eine Revolution klingt das Konzept tatsächlich nicht, das Thomas Fox, der neue Geschäftsführer der Warenhauskette Karstadt jetzt in der Fachzeitschrift „Der Handel" ankündigt. Nach den Aufregungen des Insolvenzverfahrens, bei dem monatelang offen war, ob Karstadt eine Zukunft hat und der Verkauf gelingt, will die neue Führungsspitze nun erst einmal für Ruhe im Unternehmen sorgen.

„Man kann das Unternehmen nicht mit einer Revolution verändern, das muss behutsam gemacht werden", sagt Fox denn auch im Interview mit dem Magazin.

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Neue Gestaltung der Warenhäuser

Die ersten Änderungen bleiben denn auch überschaubar:

Gezielte Investitionen: Statt wie früher in Leuchtturmprojekte und Premiumhäuser zu investieren, will Fox lieber die breite Masse der Häuser stärken. Dafür will Karstadt in den nächsten vier Jahren 400 Millionen Euro investieren. Das Problem: Die Summe ist knapp kalkuliert, um den immensen Investitionsstau zu bewältigen. Und ob das Geld überhaupt zur Verfügung steht, ist fraglich. Die Summe soll aus dem laufenden Geschäft erwirtschaftet werden. Frisches Geld von Milliardär Berggruen gibt es nicht. Es droht ein Teufelskreis: Laufen die Geschäfte schlecht, gerät auch das Modernisierungsprojekt ins Wanken.Die Filialleiter vor Ort sollen gestärkt werden. „Wir werden beim Wareneinkauf die Erfahrungen der Kollegen stärker berücksichtigen. In dieser Hinsicht war Karstadt früher nicht flexibel", kündig Fox an.Beim Sortiment will Karstadt sich künftig auf vier Bereiche konzentrieren: Mode, Home – also Artikel für Küche und Bad bis zur „Weißen Ware", „Personality" - Uhren und Schmuck – sowie Sport. Zurückgefahren werden laut Fox die Sortimentsbereiche Unterhaltungselektronik und Bücher.Die Ladengestaltung soll sich ändern. Die runden Wegeführungen dürften wegfallen.Im Management und in der Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat stehen Veränderungen an. „In einer Situation, in der wir uns befinden, müssen auch einmal Seilschaften zerschlagen werden", sagt der Karstadtchef. „Über den Verlust von Pfründen sind dann natürlich manche Mitarbeiter verärgert." Auf Verlust von Privilegien muss sich auch der Gesamtbetriebsrat einstellen. Dieser habe laut Fox in der Vergangenheit im Rahmen der Sozialpartnerschaft seine Grenzen überschritten.

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