Warenhauskette: Karstadt: Die Politik erhöht den Druck

Warenhauskette: Karstadt: Die Politik erhöht den Druck

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Kauf- und Warenhäuser

von Henryk Hielscher

Wenige Tage vor dem Fristende für eine Einigung zwischen dem Karstadt-Investor Nicolas Berggruen und dem Vermieterkonsortium Highstreet erhöht die Politik den Druck auf die Beteiligten.

„Vermieter und Mieter müssen jetzt ihre Hausaufgaben machen und sich einigen. Das ist deren Verantwortung“, sagte Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP). „Beide dürfen nicht die Nerven der Mitarbeiter weiter strapazieren, sondern müssen zu einem soliden Deal kommen“, mahnte Brüderle. „Der Staat kann und wird nicht Teil dieses Deals sein." In den vergangenen Wochen hatte sich bereits Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) für eine Einigung eingesetzt. Nach Informationen des Magazins erwägt auch der neue nordrhein-westfälische Wirtschaftsminister Harry Voigtsberger, bei den beteiligten Banken zu intervenieren.

Hintergrund der Auseinandersetzung ist das seit Monaten andauernde Gezerre um den insolventen Warenhauskonzern. Investor Berggruen muss sich bis kommenden Donnerstag mit dem Immobilien-Konsortium Highstreet und dessen übrigen Gläubigern einigen, um den endgültigen Zuschlag für die insolvente Warenhauskette mit 120 Häusern zu erhalten. Die Fronten sind aber nach wie vor verhärtet. Zuletzt hatte sich der deutsch-amerikanische Investor Berggruen in einem Interview über die Rolle der Deutschen Bank beklagt. Die Bank ist über ihre Immobilientochter Rreef an dem Vermieterkonsortium Highstreet beteiligt und habe auch nach Abschluss des eigentlichen Bieterprozesses den italienischen Warenhausbetreiber Maurizio Borletti bei einer Gegenofferte unterstützt. Deutschlands größte Bank wies die Kritik „in aller Schärfe“ zurück.

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Mögliche Investoren lauern

Sollte der Berggruen-Deal am Donnerstag scheitern, müssten das Amtsgericht Essen und der Karstadt-Gläubigerausschuss über das weitere Vorgehen befinden. Neben Borletti würden sich auch andere Interessenten auf diesen Fall vorbereiten, heißt es in Finanzkreisen. So könnte ein russischer Investor erneut Interesse zeigen.

Unabhängig vom Ausgang der Karstadt-Verhandlungen sehen Experten des Kölner Marktforschers IBH Retail Consultants die Zukunft der deutschen Kauf- und Warenhäuser skeptisch. Bis 2015 rechnen sie bestenfalls mit einer Stagnation der Branche. Im Jahr 2000 setzte das Handelssegment laut der IBH-Studie rund 16,6 Milliarden Euro um. Bis 2015 würde sich das Volumen im günstigsten Fall bei rund 12,2 Milliarden Euro stabilisieren. Im schlechtesten Fall könnte der Branchenumsatz in den kommenden Jahren weiter sinken, auf dann 10,7 Milliarden Euro. Das wären fast sechs Milliarden Euro weniger Umsatz als im Jahr 2000.

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