Warenhauskette: Karstadt-Rettung steht endgültig

Warenhauskette: Karstadt-Rettung steht endgültig

Bild vergrößern

Das Logo eines Karstadt-Warenhauses

Alle Gläubiger haben den Bedingungen des Karstadt-Investors Nicolas Berggruen zugestimmt. Damit ist der Verkauf quasi besiegelt. Nun hat auch das Amtsgericht Essen grünes Licht für den Verkauf gegeben.

Die erlösenden Worte fielen kurz vor Ladenschluss: "Alle, die ja sagen mussten, haben ja gesagt", sagte Karstadt-Investor Nicolas Berggruen am Donnerstagabend in Berlin. Damit fiel den 25.000 Karstadt-Beschäftigten ein Stein vom Herzen. Während die Kunden kurz vor Feierabend ihre letzten Einläufe erledigten, feierten in vielen Filialen die Mitarbeiter und stießen mit Sekt an.

Die, die laut Berggruen ja sagen mussten, waren die Vermieter der Kaufhaus-Gebäude des insolventen Unternehmens. Die Mieten konnte der Mutterkonzern Arcandor vor seiner Insolvenz nicht mehr aufbringen. Zu den Gläubigern gehören der Immobilienfonds Highstreet, dem 86 der 120 Karstadt-Häuser gehören, und die Mezzanine-Kapitalgeber. Ein Teil der Gläubiger des Highstreet-Fonds traf sich am Donnerstag in London, um über Mietnachlässe zu sprechen. Diese stellte Berggruen als Bedingung, um die Kaufhäuser zu übernehmen. Der Investor hält die Mieten der Gläubiger für zu hoch. 

Anzeige

Die Highstreet-Mitglieder stimmten in London dem Konzept "zu 100 Prozent" zu. Formal war die Zustimmung am Abend aber noch nicht abgeschlossen. Die Beteiligten bestätigten zu dem Zeitpunkt ebenfalls noch indirekt, dass auch mit der anderen Gläubigergruppe, den Mezzanine-Kapitalgebern, eine Übereinkunft erzielt wurde. Erst Freitagvormittag wurde beides offiziell.

Der künftige Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen zeigte sich nach Ejinlangen der letzten Unterschriften optimistisch für die Zukunft der Warenhauskette. „Karstadt steht. Karstadt wird jetzt, glaube ich, ein sehr aufregendes Leben haben“, sagte Berggruen heute im Karstadt-Haus am Kurfürstendamm in Berlin. „Ich bin irrsinnig glücklich, dass ich dabei bin.

Nun hat auch das Amtsgericht Essen dem Verkauf von Karstadt an Berggruen zugestimmt. Ursprünglich sollte das Gericht schon um 10.00 Uhr entscheiden, aber da standen noch zwei Unterschriften von Highstreet-Mitgliedern aus. Diese sind mittlerweile eingetroffen.

Highstreet begrüßte die Einigung, "die durch die enormen Zugeständnisse der Vermieter möglich gemacht wurde". Highstreet habe "mehr als jeder andere Gläubiger dazu beigetragen, einen soliden Neustart von Karstadt zu ermöglichen", hieß es weiter. Thomas Schulz, Sprecher des Insolvenzverwalters Görg übte wiederum Kritik an den Gläubigern. "Die Zocker laufen zur Hochform auf", hatte er noch am Donnerstagabend mit Blick auf die knappe zeitliche Planung gesagt. Highstreet hätte schon lange gewusst, dass bis Donnerstag um Mitternacht eine Einigung nötig war. Trotzdem habe das Konsortium die Abstimmung über die künftigen Mietverträge bis zum Schluss hinausgezögert, monierte Schulz. Dabei hätten alle eine Verantwortung für die Karstadt-Beschäftigten, für die das Geschacher eine nervenzerreißende Angelegenheit sein dürfte.

Beggruen will heute zusammen mit Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg und Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) die gute Nachricht der Einigung in Berlin erläutern. Nach bisherigen Angaben will Berggruen die 120 Filialen und rund 25 000 Arbeitsplätze erhalten. Investieren will der 48 Jahre alte Finanzier, Sohn deslegendären jüdischen Kunstsammlers Heinz Berggruen, 70 Millionen Euro eigenes Kapital, die Marke Karstadt soll verjüngt und modischer werden. Der Warenhauskette bliebe damit das Schicksal des Schwesterunternehmens Quelle erspart. Dem Versandhändler blieb vor fast einem Jahr nach gescheiterten Rettungsversuchen nur die Schließung.

Für den Fall, dass Investor und Gläubiger keine Übereinstimmung erzielt hätten, hatte Karstadt-Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg ein Liquidationsszenario vorbereitet. Der Plan sah vor, dass die Karstadt-Sport- und Premiumhäuser bis Jahresende verkauft und alle anderen Filialen bis Ende Februar 2011 geräumt werden sollten.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%