Warenhauskette: Karstadt verklagt Ex-Chef Middelhoff auf Schadenersatz

Warenhauskette: Karstadt verklagt Ex-Chef Middelhoff auf Schadenersatz

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Thomas Middelhoff

Gut ein Jahr nach der Pleite der Karstadt-Mutter Arcandor soll der frühere Chef Thomas Middelhoff tief in die Tasche greifen. Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg will Middelhoff und andere Manager auf Schadenersatz in Höhe von 175 Millionen Euro verklagen.

Das sagte Görgs Sprecher Thomas Schulz gegenüber Nachrichtenagenturen und bestätigte damit Medienberichte. Die Klage solle noch in dieser Woche eingereicht werden. Middelhoff lehnte eine Stellungnahme zu den Vorwürfen ab.

Auslöser für die Klage ist der umstrittene Verkauf von Karstadt-Immobilien in Potsdam, München, Karlsruhe, Leipzig und Wiesbaden an den Oppenheim-Esch-Fonds. Die Immobilien seien anschließend zu deutlich überhöhen Sätzen zurückgemietet worden. Middelhoff habe es als Konzernchef versäumt, von den für die Ursprungsverträge verantwortlichen Topmanagern Schadenersatz zu verlangen, hieß es. Außerdem habe er auf Forderungen gegen die Fondgesellschaft verzichtet, obwohl geplante Ausgleichsgeschäfte geplatzt seien. Die Klage Görgs richtet sich nach Angaben seines Sprechers nicht nur gegen Middelhoff, sondern auch gegen weitere Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder.

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Details zu den Verquickungen zwischen Middelhoff und Esch finden Sie in einer Infografik auf wiwo.de. Klicken Sie dazu auf das Bild unterhalb dieses Absatzes. 

Auch Staatsanwaltschaft ermittelt

Die Bochumer Staatsanwaltschaft untersucht die umstrittenen Vorgänge bereits seit mehreren Monaten, ist bislang aber noch zu keinem abschließenden Ergebnis gekommen. Die Ermittlungen seien umfangreich und komplex, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Bernd Bienioßek.

Offen ist unterdessen noch, ob Insolvenzverwalter Görg dem Drängen von Karstadt-Käufer Nicolas Berggruen auf mehr Zeit für Verhandlungen mit dem Vermieterkonsortium Highstreet und dessen Gläubigern nachgibt. Nach bisherigen Planungen sollte das Amtsgericht Essen bereits am 16. Juli abschließend über den Insolvenzplan entscheiden. Berggruen hatte jedoch angesichts der schwierigen Verhandlungen um eine Verlängerung der Frist bis zum 30. Juli gebeten. Görg werde darüber im Verlauf der nächsten Tage entscheiden, sagte sein Sprecher.

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