WAZ-Gruppe: Online-Angebot „Der Westen“ soll 2010 schwarze Zahlen schreiben

WAZ-Gruppe: Online-Angebot „Der Westen“ soll 2010 schwarze Zahlen schreiben

Bodo Hombach, ehemals SPD-Kanzleramtsminister und heute einer von zwei Geschäftsführern der Essener WAZ-Gruppe, will in Russland und Vietnam Mehrwert schaffen.

Hombach dementiert in der WirtschaftsWoche Gerüchte, der Verlag habe um die Berliner Zeitung mitgeboten. „Nein, wir haben unseren Hut nicht in den Ring geworfen“, so Hombach gegenüber dem Wirtschaftsmagazin.„Wir hätten keine Synergien heben können, und deshalb Schwierigkeiten bekommen, ein Qualitätsprodukt zu bewahren und zugleich die Wirtschaftlichkeit zu sichern.“ In dem Zusammenhang übt Hombach erneut scharfe Kritik am Kartellrecht: „Das Kartellgesetz in Deutschland verhindert, dass sich benachbarte Zeitungsverlage gegenseitig stabilisieren. Es zwingt Verlage zu einer Flickenteppich-Strategie“, sagte Hombach. Eigentlich müsse es in diesem Jahr einen erneuten Vorstoß zur Änderung der Regelungen geben. Doch das Thema Pressefusionen sei „auf groteske Weise ideologisiert. Jeder, der Vorstöße in dieser Richtung wagt, wird niedergehobelt“, sagte Hombach.

Die Einsparmaßnahmen im eigenen Haus – die WAZ-Gruppe will bei ihren vier Kernzeitungen im Ruhrgebiet 300 von 900 Redakteursstellen streichen – hofft das Unternehmen laut Hombach bei mehr als der Hälfte der Kürzungen „mit Altersteilzeit oder ähnlichen Modellen“ hinzukriegen. Dabei sei die Anforderung bescheiden. Hombach: „Die verlustproduzierenden Titel sollen eine schwarze Null erreichen.“ Ob es bei 300 Stellenkürzungen bleibt lässt Hombach offen: „Wer in diesen Zeiten sagt, es bleibt alles, wie es ist, der hat sie nicht mehr alle, oder er handelt unverantwortlich.“ Größere Ziele steckt sich die Verlagsgruppe bei ihrem Internet-Angebot „Der Westen“, das 2008 mit einem Anlaufverlust von vier Millionen Euro startete. Hombach: „Wenn alles gut läuft, schreiben wir 2010 schwarze Zahlen. Jetzt diskutieren wir mit Mobilfunkanbietern. Wir werden Online-Inhalte auch über Handys verbreiten.“

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Wachstumschancen sieht Hombach im Ausland: „Dort können wir noch mit traditioneller Technologie und unserem Know-how Mehrwert schaffen. 2008 haben wir etwa in der Stadt Tula, südlich von Moskau, und an anderen Orten in Russland drei Regionaltitel gestartet und waren schon nach einigen Wochen Marktführer. Und nun sollen jedes Jahr vier neue folgen.“ Auch würden, kündigt Hombach an, die Vietnam-Pläne konkreter: „Mit der Universität in Ho-Tschi-Minh-Stadt planen wir einen Wirtschaftstitel. Wenn hier der rheinische Karneval auf dem Höhepunkt ist, werde ich dort sein. Wir wollen tragfähige Beziehungen aufbauen. Über kurz oder lang werden in diesem aufstrebendem Land die noch staatlichen Medien privatisiert.“

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