Weblog "Gründerraum": Internet-Gründer: Mehr originäre Ideen aus Deutschland

Weblog "Gründerraum": Internet-Gründer: Mehr originäre Ideen aus Deutschland

Jahrelang kopierten deutsche Internet-Gründer vor allem amerikanische Ideen. Zu Recht wurden sie deswegen als „German Copy/Paste Innovations“ verspottet. Nun trauen sie sich zunehmend mit eigenen Ideen ins Netz.

Sicher, es sind noch nicht Hunderte, doch ihre Zahl wächst. Mit dem Phänomen beschäftigen wir uns in der neuen WirtschaftsWoche, die ab Montag am Kiosk liegt.

Die Innovationstreiber heißen Qitera, Proximic, Dealjaeger oder Mediapeers, deutsche Startups, die in den vergangenen Jahren gegründet wurden, 25 von ihnen stellen wir im nächsten Heft vor.

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Wichtigster Grund für die wachsende Zahl innovativer Ansätze ist, dass die Zahl der Menschen wächst, die sich hauptberuflich mit Geschäftsmodellen für das Internet beschäftigen. Zu New-Economy-Zeiten schauten die Gründer nur nach Amerika. Dort hatte man einen großen Vorsprung. Heute gibt es auch in Deutschland eine Gründergeneration, die mit dem Internet aufgewachsen ist.

Und die Jungunternehmer haben ein enges Netz geflochten. Sie treffen sich auf Konferenzen oder bei informellen Mittagessen wie Lunch 2.0. Hier finden sie Gleichgesinnte, Mitgründer und Investoren. Sie tauschen sich aus, bekommen kritisches qualifiziertes Feedback und diskutieren über ihre Ideen.

Auch die Investoren haben sich verändert, vor allem die Business-Angels, die bereits mehrfach Erfahrung mit Internet-Investments gesammelt haben. Sie wissen jetzt besser als zu Zeiten der New Economy, auf was es bei Internet-Startups ankommt, vor allem, weil sie oft vorher selbst ein Internet-Unternehmen gegründet haben.

Und sie wissen auch, dass sich das Umfeld verändert hat. Noch nie war die Zahl der Internetnutzer in Deutschland so groß, rund 60 Prozent der Deutschen sind online unterwegs. Sie sehen fern, kaufen Bücher oder geben ihre intimen Daten in sozialen Netzwerken preis. Tatsächlich kann man heute im Internet Geld verdienen.

Und auch die Hochschulen tragen dazu bei. Eine wachsende Zahl von Lehrstühlen bildet Unternehmer aus. Die jungen Gründer starten deswegen viel besser gerüstet in das Wagnis Unternehmertum, als noch in den Neunzigerjahren.

Aber bei aller Euphorie gibt es auch berechtigte Sorgen: Die Internet-Startup-Szene hat sich im vergangenen Jahr aufgeheizt. Immer noch sind die meisten Startups reine Kopien ausländischer Modelle. Und viele von denen werden dieses Jahr nicht überleben. Auch darüber habe ich mit Szenekennern gesprochen. Eine erste Pleitewelle werden wir in den nächsten Monaten erleben, sagen die Experten. Zuerst wird es viele der im vergangenen Jahr gegründeten Social Networks treffen. Die Gespräche dazu werde ich ebenfalls in der nächsten Woche an dieser Stelle veröffentlichen.

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Unternehmer stellen sich vor
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