_

Wegen Oligopol in Deutschland: Fusion von Hörgeräte-Firmen droht an Kartellamt zu scheitern

von dpa

Der Zusammenschluss der schweizerischen Phonak-Gruppe mit der dänischen Resound zum Weltmarktführer für Hörgeräte droht am Bundeskartellamt zu scheitern. Das Veto der Bonner Wettbewerbshüter hat bereits für internationale Verstimmung gesorgt.

Phonak-Hörgerät: Die Fusion mit der dänischen ReSound-Gruppe gefällt dem deutschen Kartellamt gar nicht,  obs/Phonak GmbH
Phonak-Hörgerät: Die Fusion mit der dänischen ReSound-Gruppe gefällt dem deutschen Kartellamt gar nicht, Foto: obs/Phonak GmbH

Die Schweiz sei über den Eingriff der deutschen Behörde in eine schweizerisch-dänische Angelegenheit „in hohem Maße konsterniert“, wie die Phonak-Anwälte sagten. Das Düsseldorfer Oberlandesgericht machte heute klar, dass es das Verbot der Wettbewerbshüter im Schnellverfahren nicht aufheben könne. Dies sei gesetzlich nicht vorgesehen, entsprechende Anträge seien nach derzeitiger Einschätzung unzulässig. Eine Entscheidung will das Gericht am 8. August verkünden. Die Phonak-Gruppe kündigte an, eher auf die Übernahme zu verzichten, als einen jahrelangen Rechtsweg zu beschreiten. Ihre Anwälte kritisierten, dass es gegen die Entscheidung des Bundeskartellamts, die im Widerspruch zu zahlreichen Kartellbehörden anderer Länder stehe, praktisch keinen vorläufigen Rechtsschutz gebe. Kartellamt befürchtet weitere Einschränkung des Wettbewerbs Das Bundeskartellamt hatte die zwei Milliarden Euro schwere Übernahme im April verboten, weil dies auf dem deutschen Markt zu einer marktbeherrschenden Stellung von Siemens, Phonak und Oticon führe. Der Wettbewerb auf dem Markt sei bereits eingeschränkt, die von den Oligopolisten geforderten Preise unterschieden sich nicht wesentlich, hatten die Bonner Wettbewerbshüter argumentiert. Bei einem Zusammenschluss werde sich der gemeinsame Marktanteil des Oligopols von 80 Prozent auf etwa 90 Prozent erhöhen. Die Phonak-Anwälte kritisierten das Verbot als völkerrechtlich unverhältnismäßig: Phonak erwirtschafte lediglich neun und Resound nur fünf Prozent seines Umsatzes in Deutschland. Da ein Beschwerdeverfahren drei Jahre dauere, werde die internationale Fusion damit faktisch torpediert, selbst wenn sie durch die Gerichte am Ende gebilligt würden. Es sei nicht möglich, den deutschen Markt von der Fusion bis zu einer Entscheidung auszunehmen.

Anzeige
weitere Fotostrecken

Blogs

Wie HP-Chefin Whitman ihren Mitarbeiter die anstehenden Massenentlassungen erläutert
Wie HP-Chefin Whitman ihren Mitarbeiter die anstehenden Massenentlassungen erläutert

In einer internen Videobotschaft an die HP-Beschäftigten gibt Meg Whitman mehr Details zu dem geplanten Abbau von 27.000...

Das Aktuelle Heft

Wirtschaftswoche

WirtschaftsWoche 21 vom 21.05.2012

iTunes Vorschau - WirtschaftsWoche
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.