Wegen Turbulenzen an Finanzmärkten: Evonik: Börsengang auf Eis - Gespräche mit Finanzinvestoren

Wegen Turbulenzen an Finanzmärkten: Evonik: Börsengang auf Eis - Gespräche mit Finanzinvestoren

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Evonik-Aufsichtsratschef Wilhelm Bonse-Geuking soll Kontakte zu Finanzinvestoren aus Südostasien, Dubai und den USA aufgenommen haben, die Evonik komplett und ohne Börsengang übernehmen wollen

Der Börsengang des Mischkonzerns Evonik liegt nach Informationen der WirtschaftsWoche wegen der Turbulenzen an den Finanzmärkten auf Eis.

Wie das Magazin aus Unternehmenskreisen erfuhr, hat Evonik-Aufsichtsratschef Wilhelm Bonse-Geuking Kontakte zu Finanzinvestoren aus Südostasien, Dubai und den USA aufgenommen, die Evonik komplett und ohne Börsengang übernehmen wollen. Darunter sollen nach Informationen der WirtschaftsWoche mit Billigung der Bundesregierung auch Staatsfonds sein. Die Verhandlungen mit Investoren beginnen den Informationen zufolge bereits im April. Das erste Gespräch ist für den 22. April vereinbart.

Ebenfalls an Evonik interessiert ist die russische Gazprom-Tochter Sibur, die sich selbst als potentieller Käufer bei Bonse-Geuking meldete. Sibur ist ein petrochemischer Konzern und will vor allem die alte Degussa  übernehmen. Erst vor zwei Monaten hatte Sibur mit dem US-Chemiekonzern Dow Chemical eine Zusammenarbeit vereinbart und prüft mit Dow den Ausbau der Werke im sächsischen Böhlen sowie in Schkopau. Nach einer erfolgreichen Übernahme könnte Sibur die Stromerzeugung des Evonik-Konzerns entweder an die Sibur-Mutter Gazprom weiterreichen – oder, so wird bei Evonik spekuliert, auf dem Weltmarkt anbieten. Gazprom wollte sich dazu gegenüber der WirtschaftsWoche nicht äußern.

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Allerdings ist die Bundesregierung vom potentiellen Einstieg des Gazprom-Konzerns wenig begeistert. Kanzleramt und Wirtschaftsministerium, die bei den Entscheidungen um die Zukunft des früheren RAG-Konzerns mitreden, lehnen dem Vernehmen nach eine Übernahme durch Sibur ab. Ein Beamter im NRW-Wirtschaftsministerium sagte der WirtschaftsWoche, Sibur sei „wohl nicht“ der ideale Partner für Evonik.

Bonse-Geuking soll nach Informationen aus seinem Umfeld Investoren aus Südostasien und dem arabischen Raum favorisieren. Dabei verweist er auf das langfristige Investment etwa Kuwaits als Großaktionär bei Daimler und jahrzehntelanger Anteilseigner der Metallgesellschaft.  Offenbar wäre Bonse-Geuking froh, für den Gesamtkonzern noch die zehn Milliarden Euro inklusive Schulden erlösen zu können, die das Leverkusener Chemieunternehmen Lanxess im vergangenen Jahr für das Chemiegeschäft unter dem Firmennamen Degussa geboten hatte. Damals wurde das Angebot noch abgelehnt.

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