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Weltmarktführer: Treffen der Riesenzwerge

von Lothar Schnitzler

In Schwäbisch Hall trafen sich in diesem Jahr erstmals Deutschlands Riesenzwerge: Unternehmer, die hochspezialisiert und in ihrer Nische führend sind. Warum sie Erfolg haben, was sie planen. Vom ersten Deutschen Kongress der Weltmarktführer berichtet WirtschaftsWoche-Redakteur Lothar Schnitzler.

Ein Mitarbeiter der Quelle: dapd
Ein Mitarbeiter der Wittenstein AG prüft Planetengetriebe. Die Wittenstein AG beteiligt sich am ersten Kongress der Weltmarktführer, der vom in Schwaebisch-Hall stattfindet. Quelle: dapd

Der große Bruder ist allgegenwärtig. "Davos hat auch ganz klein angefangen", ruft Walter Döring, Mitorganisator des Kongresses der Weltmarktführer den Teilnehmern entgegen. Seinen schwäbisch-fränkischen Akzent versteckt der langjährige baden-württembergische Wirtschaftsminister dabei nicht. Für ihn war der Kongress ein Heimspiel. Döring ist in Schwäbisch Hall zu Hause. Ihm ist zu verdanken, dass der Kongress in dem mittelalterlich geprägten Städtchen stattfindet.

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Auf diesem Kongress geben die Unternehmer aus dem Ländle den Ton an. "Davösle" nennt ein Teilnehmer aus dem Rheinland ein wenig despektierlich das Treffen. "Schwäbisch Hall ist schöner als Davos", entgegnet Döring den Spöttern, "und vor allem im Winter leichter zu erreichen." Er und die beiden weiteren Co-Mentoren der Veranstaltung, der Unternehmensberater und Mittelstandsexperte Bernd Venohr sowie der Wirtschaftsförderer der Region Heilbronn Franken, Steffen Schoch, sind sich einig, dass Schwäbisch Hall in einigen Jahren im gleichen Atemzug mit Davos genannt wird.

Mit 100 bis 150 Teilnehmer hatten die Veranstalter gerechnet. Gekommen waren über 300 Besucher. Allein vierzig Journalisten vom ZDF und der Süddeutschen Zeitung bis zum Brüsseler Wirtschaftsmagazin Trend haben den Weg in die schwäbische Provinz gefunden. Doch vor allem sind die Veranstalter stolz auf die 60 Manager und Eigentümer von Weltmarktführern, die zum Kongress erschienen sind.

Viele der Nischenspieler kamen aus der unmittelbaren Umgebung. Die Region um Schwäbisch Hall ist eine Verdichtung in der Verdichtung: Weltmarktführer sitzen vor allem in Deutschlands Südwesten und da nochmals verstärkt im Nordosten Württembergs, der Region zwischen Heilbronn und Crailsheim. Rund 90 Weltmarktführer arbeiten dort, angefangen vom Schraubenhersteller Würth, über den Saunabauer Klafs oder dem Ventilatoren- und Motorenbauer ebm Papst bis hin zum Spezialproduzenten für Kunststoffteile im Schienenbau Wirthwein.

Unternehmen wie Würth oder ebm Papst mit bis zu 10 000 Mitarbeitern sind dabei die Ausnahmen. Typischer sind mittelgroße Firmen wie Klafs mit 670 Mitarbeitern, weltweit im Saunabereich die Nummer eins. Oder der Maschinenbauer Schubert, der mit nur 870 Mitarbeitern 30 Prozent des Weltmarktes hält - in seinem Markt der Toplader-Verpackungsmaschinen. Auch Kaco new energy, Spezialist für Wechselrichter aus Neckarsulm hat es mit nur 500 Beschäftigten zur Nummer zwei in seiner Branche gebracht.

2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 21.02.2011, 20:10 UhrAnonymer Benutzer: Kommentierer

    Ob Schwäbisch Hall nun schöner als Davos ist, ist doch egal. Auch, ob sich die Veranstalter über den Zuspruch freuen. interessanter wäre doch gewesen, was die Mittelständler zu berichten hatten. Das war nämlich durchaus interessant. So etwa, dass man sich vor den Nachmachern aus China nicht fürchten müsse. im Gegenteil, dass man etwas falsch mache, wenn der Wettbewerb nicht versuche, einen zu kopieren. Und dass dies fit halte, weil man so gezwungen sei, ständig in innovationen zu investieren. Wann Diversifikation angebracht ist und wann man sich aufs Kerngeschäft konzentrieren sollte. Und und und. Da waren handfeste Tipps aus der Praxis dabei, die man im Wöhe vergeblich sucht. ich freue mich schon aufs nächste mal.

  • 04.02.2011, 16:10 UhrAnonymer Benutzer: Schrauber

    Würth ist kein Schraubenhersteller sondern ein "Schraubenhändler" (Großhandel mit Produkten der befestigungs- und Montagetechnik)

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