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Weltmobilfunkmesse: Millionenpoker um Mobilfunkmesse

von Lothar Schnitzler und Jürgen Berke

Köln und München wollen die größte Mobilfunkmesse der Welt nach Deutschland holen. Nun fürchtet Hannover um den Erfolg der IT-Ausstellung Cebit.

Handymesse
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Das Projekt steht unter höchster Geheimhaltung, jede Indiskretion könnte einen Punktabzug bringen, wenn sich sechs europäische Metropolen Mitte Dezember in London einen Showdown liefern. Köln, München, Amsterdam, Mailand, Paris und Barcelona kämpfen darum, wer von 2013 an jährlich die weltgrößte Mobilfunkmesse ausrichten darf. Bisher findet sie in Barcelona statt, doch der Vertrag zwischen der GSM Association (GSMA), dem Dachverband der Mobilfunkgesellschaften, und der spanischen Stadt läuft aus.

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Vor allem der Chef der KölnMesse, Gerald Böse, wirft alles in die Waagschale. Politische Unterstützung soll Pluspunkte bringen. So gehören auch Kölns Oberbürgermeister Jürgen Roters und Nordrhein-Westfalens Wirtschaftsminister Harry Voigtsberger zur Delegation, die am 14. Dezember nach London reist. Dort wollen sie für Köln als neue„Welthauptstadt der Mobilkommunikation“ werben. So darf sich künftig der Sieger der Ausschreibung nennen. Zwei Tage später reist eine Delegation der Messe München nach London. Allerdings steht noch nicht fest, welche bayrischen Repräsentanten Messe-Chef Klaus Dittrich an die Themse begleiten.

Köln scheint stärker als München bereit zu sein, auf Wünsche des Veranstalters einzugehen. Der will vor allem den Charakter der Messe ändern. Bisher waren nur Fachbesucher zugelassen. Rund 50.000 Mobilfunkmanager kamen jeden Februar nach Barcelona. Künftig soll die Ausstellung ein Massenpublikum anlocken. Ganzjährig soll es Veranstaltungen geben. Sogar Groß-Events wie Musik-Festivals sind geplant. Dabei sollen die siegreiche Stadt und ihre Messegesellschaft weitgehend auf die Einnahmen verzichten. Die GSMA verkauft den Handytreff vielmehr als „sexy Event“, für das der Veranstaltungsort zahlt. Allein für den Titel „Welthauptstadt der Mobilkommunikation“ soll Köln mehr als zehn Millionen Euro überweisen – im Jahr. Bei einer Vertragslaufzeit von fünf Jahren wären das über 50 Millionen Euro.

Barcelona wird alles tun, um die Messe zu behalten. Die Messegesellschaft dort gilt wegen ihrer Dumpingpreise seit Langem als schwarzes Schaf der Branche. Nach dem Abzug der Modemesse Bread and Butter nach Berlin vor anderthalb Jahren stehen Stadt und Messe unter Druck. Einen zweiten Abgang dieser Größenordnung kann sich Barcelona nicht leisten. Auch in Hannover läuten die Alarmglocken: Denn für die IT-Messe Cebit, die drei Wochen später stattfindet, wäre es ein Schlag. Der Branchenverband Bitkom jedenfalls konnte sich bisher nicht durchringen, Köln oder München zu unterstützen.

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