Werbeagentur WPP: Übernommene Agentur Scholz & Friends soll weiter eigenständig arbeiten

Werbeagentur WPP: Übernommene Agentur Scholz & Friends soll weiter eigenständig arbeiten

von Yvonne Esterházy und Peter Steinkirchner

Der weltgrößte Werbekonzern WPP kauft die Scholz & Friends-Mutter Commarco. Mit den Hamburgern soll es vor allem nach Osten gehen.

Er ist Herr über ein globales Werbeimperium. Klangvolle Agenturnamen wie Grey oder Ogilvy & Mather gehören dazu. Und jetzt steckt er auch hinter den Anzeigen der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Sir Martin Sorrell schnappt sich die deutsche Agenturperle Scholz & Friends. Nach dürren Jahren mit Entlassungen schaltet der britische Reklame-Napoleon, der Kopf des weltgrößten Werbekonzerns WPP ist, wieder auf Wachstum.

Das gilt auch für seine künftige Tochter, die Hamburger Agentur-Holding Commarco, zu der neben Scholz & Friends 25 weitere Unternehmen gehören. Sie werde auf die weltweiten Ressourcen von WPP zurückgreifen und so stärker expandieren können, als es unter dem bisherigen Mehrheitseigner möglich gewesen wäre, dem Finanzinvestor Cognetas. „Bei Private-Equity-Gesellschaften gibt es nun mal Grenzen“, sagte Sir Martin der WirtschaftsWoche. Vor allem in osteuropäischen Schwellenländern wie Polen, Ungarn, Rumänien und Russland sieht Sorrell viel Potenzial, das WPP mithilfe von Commarco besser abschöpfen könne als bisher. Aber auch in Deutschland, hinter den USA und Großbritannien der drittgrößte Markt für WPP, sieht er Chancen: „Deutschland ist gestärkt aus der Finanzkrise hervorgegangen, verfügt über eine starke Exportwirtschaft und eine hoch-entwickelte Industrie, das ist einer der Gründe für die Übernahme.“

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WPP wird Commarco künftig als eigenständige Einheit unter dem Konzerndach führen. „Das ist eine sehr starke, unabhängige Agentur, und das wollen wir so beibehalten“, sagte der WPP-Chef. Auch an der Spitze der Agentur, die rund 1200 Mitarbeiter beschäftigt, werde sich nichts ändern: „Das Management hat einen extrem guten Job gemacht, und wir wollen, dass das so bleibt.“ Scholz & Friends hatte zuletzt unter anderem den Etat des Autobauers Opel gewonnen und arbeitet beispielsweise für Vodafone und AWD.

Beobachter erwarten durch den Deal keine wesentlichen Auswirkungen auf die deutsche Werbelandschaft: „Scholz & Friends ist heute schon bei allen wichtigen Ausschreibungen dabei, daran wird sich nichts ändern“, sagt ein Branchenkenner. Zum Kaufpreis wollte Sir Martin keine Angaben machen. Zu Spekulationen, WPP werde 150 Millionen Euro für die Komplettübernahme zahlen, sagte er: „Diese Zahl ist falsch.“ Cognetas hatte vor acht Jahren 44 Millionen Euro für 65 Prozent an Scholz & Friend bezahlt.

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