Werbebranche: Rhythmus gegen Inkontinenz

Werbebranche: Rhythmus gegen Inkontinenz

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Siegerteam von der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Ravensburg

Das Studententeam aus Ravensburg gewinnt den 15. GWA-Werbenachwuchspreis Junior Agency - mit einer humorvollen Kampagne gegen Inkontinenz.

Am Anfang gab's nur lange Gesichter. Inkontinenz? Die Medien-Studenten der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Ravensburg waren ratlos. Was sollten sie nur mit diesem Thema anfangen? Doch die anfängliche Unsicherheit war schnell verflogen: „Wir hatten eher mit einer Kampagne für Autos oder Fastfood gerechnet“, erinnert sich Mediendesign-Student Johannes Müllerleile an diesen Nachmittag im Oktober. „Aber wir haben die harte Nuss schnell als große Chance begriffen und losgelegt.“

Denn die Zeit war knapp – und das Ziel hoch: Gut drei Monate hatten die Studenten nun Zeit, um die Nuss zu knacken, die ihnen den Sieg bei der 15. Junior Agency bringen sollte, dem Nachwuchswettbewerb des GWA Gesamtverband Kommunikationsagenturen, zu dem der GWA jedes Jahr Hochschulen aus ganz Deutschland einlädt: eine Imagekampagne zum Tabuthema Inkontinenz für den Medizingerätehersteller Neurotech, betreut von der Agentur Schindler Parent aus Meersburg am Bodensee. „Schwere Aufgaben fördern die Kreativität“, sagt Kreativdirektor Moritz Schuchardt, der die Studenten ein Vierteljahr begleitete. „Die haben sich richtig reingekniet.“

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"Selbst ausprobiert"

Doch erst galt es, eine interne Vorentscheidung zu überstehen. Der Plan: Bis Jahresende sollten fünf Teams mit jeweils bis zu sechs Studenten Ideen entwickeln, kurz vor Silvester in einem internen Pitch gegeneinander antreten – und nur die beiden besten Ideen zu einer gemeinsamen Kampagne verschmolzen werden, die dann Anfang Februar gegen die anderen Hochschulteams ins Rennen gehen sollte.

Wie aber nähert man sich einem gesellschaftlichen Tabuthema wie der Inkontinenz? Erst einmal galt es Daten zu beschaffen. Die Erkenntnis der Recherchen: Bis zu 200 Millionen Menschen sind weltweit von Inkontinenz betroffen, bis zu zehn Millionen Männer und Frauen allein in Deutschland, darunter viele an sich aktive Menschen zwischen 20 und 50 Jahren. „Wir mussten das Tabu nachvollziehen“, sagt Studentin Jessica Kreidel, „sonst hätten wir nie kreative Lösungen entwickeln können.“

Also befragen die Studenten mit eigens entworfenen Fragebögen Psychologen und Ärzte, richteten Online-Foren für Betroffene ein. Und stellen fest, dass kaum einer der Patienten offen über diese Probleme sprechen wollte, selbst die eigenen Großeltern nicht. „Die Betroffenen tun alles, um ihre Schwächen zu vertuschen“, sagt Student Müllerleile, „gleichzeitig wünschen sie sich mehr Öffentlichkeit für ihre Krankheit.“

Damit stand das Ziel der Studenten fest: Eine Kampagne entwickeln, die auf humorvolle Art realistische Wege zur Heilung aufzeigt, ohne die Patienten ins Lächerliche zu ziehen. Tagsüber saßen die Studenten in ihren Vorlesungen, abends und nachts feilten sie an ihren Kampagnen. Die ersten Kreativ-Ideen: Windeln , Aufklärung im Stile einer Aids-Kampagne. Und Johnny Controletti, eine Kunstfigur als Alter Ego des eigenen Körpers. Immer wieder gab es Feedback der Professoren und Agenturmann Schuchardt – bis schließlich die zündende Basis-Idee geboren war, die auch den internen Wettbewerb für sich entschied: Das Rhythmus-Pinkeln – eine Art therapeutisches Beckenbodentraining der humorvollen Art – Wasserlassen im Takt der eigenen Lieblingslieder. „Wir haben es selbst ausprobiert“, sagt Studentin Annabell Lieb. „Es ist sehr unterhaltsam und steckt zum Mitmachen an.“

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