Werbebranche: Werbeagentur BBDO verheddert sich in eigenen Strukturen

Werbebranche: Werbeagentur BBDO verheddert sich in eigenen Strukturen

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BBDO-Chef Anton Hildmann: Trotz eines gerade vorgestellten Reformplans, ist unklar, wo der Werbeveteran den Branchenprimus hinführen wird

Während sich die Werbebranche neu ordnet, verheddert sich Deutschlands Marktführer BBDO in seiner Struktur und verschleißt reihenweise Chefs.

Eigentlich ist es eine gediegene Runde, die hier beisammensitzt. Im Düsseldorfer Marketing-Club gehen Werber und PR-Strategen höflich miteinander um. Erst recht, wenn sie sich im Edel-Restaurant Monkey’s im Schatten eines neuen ovalen Wolkenkratzers, in schwarzes Leder fallen lassen.

An diesem Tag ist die Stimmung rauer als gewöhnlich. Anton Hildmann, Chef von BBDO, der größten Werbeagentur Deutschlands, ist zu Gast. Er versucht, den Anwesenden die Personalquerelen in seinem Hause zu erklären, aber es gelingt ihm nicht recht. „Ich dachte, die Zeit von ,Hire and fire‘ ist vorbei“, schimpft ein Werbemanager. Auch andere Anwesenden tuscheln. Hildmann streicht sich durch die weißen Haare, fingert an der Brille mit der roten Fassung – und gibt sich unbeeindruckt.

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BBDO Germany zieht Streit derzeit wie magnetisch an. Die Chefs kommen und gehen – sieben Bosse hat die deutsche Holding seit 1999 verschlissen, eine Tochter der US-amerikanischen BBDO-Group, die wiederum zum weltweit größten Werbekonzern Omnicom gehört. Das Kommunikationsimperium, aus mehr als einem Dutzend Firmen und mit gut 100 Gesellschaftern zusammengeschustert, erweist sich als schwer regierbar.

Mit einem neuen Konzept will der aus dem Ruhestand zurückbeorderte Ex-BBDO-Chef den Werbetanker jetzt wieder auf Kurs bringen: Eine Tafelrunde der wichtigsten Mitarbeiter soll für die gemeinsame Strategie sorgen, gemischte Teams aus dem weiten BBDO-Reich sollen sich gemeinsam bei Unternehmen präsentieren und Kampagnen komponieren. Das wär’s. Die Firmenstruktur tastet Hildmann nicht an.

Das wiegt umso schwerer, als Deutschlands 31 Milliarden Euro schwere Werbewirtschaft durch raue See manövriert. „Da zieht ein Orkan auf und kaum jemand merkt es“, sagt Amir Kassaei von der Berliner Agentur DDB, einer der wenigen Freidenker der Szene. Viele Deutsche wollen nicht mehr nur Botschaften konsumieren, sondern gestalten die Medienwelt in Blogs und Foren mit.

Die Werbeausgaben stagnieren und verteilen sich so auf immer mehr Werbeformen. Die Werbeindustrie muss umrüsten. Damit tun sich vor allem die Platzhirsche schwer. Immer häufiger sichern sich Newcomer die lukrativen Werbeetats. Der Blick in eine durchschnittliche deutsche Fernseh-Werbepause zeigt, woher die Probleme kommen.

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