Koch: Diese Marktführer waren dann wohl noch nicht satt!?
Schwartz: Sie waren hungrig und hatten Mut. Oder sie hatten schlicht Angst um ihre Marktanteile. Egal! Sie haben gehandelt - ehe andere ihnen das Heft aus der Hand nahmen!
Koch: Das Erreichte nur zu verwalten ist schnell tödlich - das Marketing der Wettbewerber zu behindern endet im eigenen Siechtum. Siehe die Klage Vodafones gegen die Telekom…
Schwartz: Genau, es geht darum, das Neue zu gestalten - und damit anderen inspirierend voranzugehen.
Koch: Vielleicht sind viele Unternehmen gar nicht satt, sondern einfach verwöhnt. Von ihren gestrigen Erfolgen. Und darauf ruht man sich aus.
Schwartz: Nichts ist schlimmer als der Erfolg von gestern - und danach Strukturen und Prozesse zu bilden wird schnell zur Sackgasse. Vor allem fließt kein frisches Blut durch diese Adern!
Koch: Warum stellen dann die Satten, Erfolgsverwöhnten nicht einfach hungrige Marketingleute ein?
Schwartz: Na, weil sie überzeugt sind, keine zu brauchen! Sie sind sich selbst genug. Sie sind Mittelpunkt ihrer kleinen Welt. Alles dreht sich um sie.
Koch: Und sollte sich ein Hungriger zu ihnen verirren, bleibt sie oder er meist nicht lange. Weil sie ihre Ideen nicht umsetzen können. Oder sie werden im wahrsten Sinne des Wortes abgespeist. Mit Gehaltserhöhung, Bonus, neuen Felgen, Fensterplatz...
Koch: Was können die Satten also tun?
Schwartz: Zuerst einmal aufwachen! Und sich ein Beispiel an Steve Jobs nehmen: Hard- und Software zu neuen Produkten verschmelzen, Verwandte Märkte zu neuen Märkten verschmelzen...
Koch: Oder den Mut zur Kannibalisierung der eigenen Marke aufbringen, wie es Eplus mit Base und Beck’s mit Gold und Lemon vorgemacht haben.
Schwartz: Oder den Mut zur Marktveränderung durch Convenience-Innovation, wie Nespresso: Einfach zur Innovation Kaffee-Pad auch direkt noch die passende Maschine anbieten. Ohne Aufhebens (Premium-)Platzhirsch werden. Genial.
Koch: Oder gar den Mut, Produkt und Vertrieb zu einem überzeugenden Service zusammenzuführen. Ganz neu ist die Idee nicht: Amazon startete 1998. Heute, 13 Jahre später zieht Saturn nach…














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Alle Kommentare lesen27.10.2011, 12:07 UhrAnonymer Benutzer: ralf schwartz
@Sunny Ade - Danke für die klaren Worte.
Was aber könnte man dagegen tun? Und warum wäre das hilfreich?
26.10.2011, 18:38 UhrAnonymer Benutzer: Sunny Ade
"Werben, drücken und pressen und die Freiheit ist vergessen".
Märkte sind niemals gesättigt, weil immer irgendwo wieder neue, wichtige "Waren" produziert und mit erheblichem Aufwand dort hinein gepresst werden. Sicher kann man immer wieder kleine Anbieter austricksen, als "Kunden" euphemisierte unwissende "Konsumenten" überrumpeln und sonstige hypnotisierte Massen vom Kauf ungemein notwendiger Gadgets, wie überflüssiger, entfremdender Tools, zu deren eigenem Nachteil, überzeugen.
Der entsprechende, dafür notwendige Werbeaufwand in quasi monopolistisch aufgestellter und ebenso höriger Medienlandschaft, geht ja auch nur in die Milliarden und alle davon profitabel-betroffenen Menschen sind "käuflich"! besonders aber die schamlosen, ethisch ausgetrockneten Jubel-Verkäufer dieses erstickenden Warenüberangebots.
Menschen werden zu domestizierten Singdrosseln des Werbemarkts und mit verkaufsfördernder "Über-bedarfsdeckungs-Werbung" erst zu den Lakaien einer industrie und ihre interessen künstlich bombardierenden Werbewelt, Menschen die so richtig ausgenommen, verhöhnt, zu Marionetten verkommen und überaus "Gewinn-bringend" mehrfach, koste es was es wolle, fremdverwertet werden.
Die Apologetik und ideologie des angeblich notwendigen und auf-, wie überkonditionierenden Kaufzwangs im Einklang mit einer hohnlächelnden, positivistisch übertünchten pseudo Glückseligkeit, erzeugt durch überzogene Apparate und Technikglauben Strukturen, die noch mal so richtig absahnen wollen und daher um so notwendiger, jene stupide gehaltenen, roboterisierten vollverwertbaren, völlig entmündigten „Vollkonsumenten“ benötigen.