Werbung: Grey-Chef Frank Dopheide geht zu Commarco

Werbung: Grey-Chef Frank Dopheide geht zu Commarco

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Frank Dopheide

Der Werbeprofi Dopheide baut künftig Topmanager und Unternehmenslenker zu Marken auf. Was er plant und was sein Einsatz kostet.

Frank Dopheide,47, der Chairman von Grey - der zweitgrößten Werbeagentur in Deutschland - kehrt seiner Branche den Rücken und dockt bei Commarco, der Holding von Scholz & Friends in Hamburg an. Sechs Jahre war er an der Spitze von Grey, wohin ihn der damalige Grey-Chef Bernd Michael geholt hatte. Er kannte Dopheide aus seinen ersten Berufsjahren:  Vor 20 Jahren hatte Dopheide bei Grey als Werbetexter begonnen, nachdem eigentlich ein Studium als Sportlehrer absolviert hatte. Das passt: Dopheide ist der Typ Jack-in-the-Box: Er taucht vor allem da auf, wo man ihn nicht erwartet, ist sehr kontaktfreudig und gesellig.

Warum er die Werbung verlässt? "Sie wird eine unattraktive Angelegenheit. Zunehmend mühseliger bei abnehmendem Erfolg." Obwohl Grey in der Zeit unter Dopheide durchaus erfolgreich war und auch durch die schwierige Zeit in den vergangenen Jahren vergleichsweise gut durchkam. Im Kreativranking gelang Grey in der Zeit der Sprung unter die Top-Ten.

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Der bekennende Düsseldorfer, "da gehör ich hin", verlässt zwar den Platz der Ideen, wo Grey sitzt. Er zieht jedoch mitnichten nach Hamburg: Stattdessen eröffnet er Anfang nächsten Jahres in Düsseldorf und in Berlin Büros. Zwar geht Dopheide auch ins Strategy Board der Kommunikationsgruppe Commarco mit ihren rund 30 Werbe- und Spezialagenturen, in erster Linie will er sich jedoch seiner neuen Firma mit dem Namen Deutsche Markenarbeit widmen. Die Zielgruppe seines neuen Unternehmens: Unternehmenslenker und Konzernvorstände, aus denen er Marken machen will. Selbst Spitzensportler und Politiker sowie Künstler will er bedienen.

Eine Art Tyen-Coaching soll es werden, wie  "A.T. Kearney unter vier Augen zu einem ganz persönlichen Thema" beschreibt es Dopheide selbst. Aber  es "echte Markenarbeit", reines Coaching zu nennen, klingt ihm "zu flach und zu kurzfristig". Und von Werbung sei sein neues Business "super weit weg". Deshalb heiße seine Unternehmung auch "Gesellschaft zur Bildung von Vertrauenskapital".

Seinen künftigen Job beschreibt der Markenprofi so: "Man addiert zur Produktqualität (Management, Know-how) die persönlichen Markenwerte und formuliert ein Markenversprechen. Dann geht es darum, dies glaubwürdig und stimmig und langfristig intern und extern erlebbar zu machen. So kommt zur Qualität dann Bekanntheit, dann Akzptanz, dann über die Dauer Vertrauen und im Idealfall Identifikation mit der Persönlichkeitsmarke. Das erhöht die eigene Wirkung für das Unternehmen in jeder Hinsicht, vom Recruiting der Talente bis zur Stabilisierung in Zeiten der Krise." Dopheide fragt: Hätte der Karstadt-Deal geklappt, wenn Berggruen seine Familiengeschichte nicht so ins Rennen geworfen hätte? Die Kernfrage: "Was muss ein CEO nun tun, um die Identifikation nach aussen und innen zu gewährleisten?"

Die Namen seiner ersten Kunden - zwei Vorstände aus der Finanzwelt, ein Aufsichtsrat und zwei Nationalspieler - verrät Dopheide der Öffentlichkeit lieber nicht.

Als Beispiele hält für ihn daher Linde-Vorstandschef Wolfgang Reitzle her: "Reitzle dokumentiert Technologie und Präzision durch seine Ausbildung und Lebenslauf. Er dokumentiert Glamour durch seine Autos, seinen Bart, seine Ehefrau Nina Ruge und sein Haus. Damit addiert er neue Facetten zur Unternehmensmarke Linde, die vor ihm für Technologie, Präzision und Tradition (angestaubt) stand und durch seine Persönlichkeitsmarke neue Strahlkraft bekommt. Oder: "Jürgen Großmann steht für kraftvolles Unternehmertum. Drei meter gross, 150 Kilo schwer, Milliardär und Besitzer eines Sternerestaurants. So veränderte er die Unternehmensmarke RWE." Und schließlich: Wofür steht Marijn Dekkers von Bayer? Es beginnt mit dem Aussehen, der Stimme, geht über den Firmenwagen, das Büro, Freizeitaktivitäten, soziale Engagements,  eigene Social Media Aktivitäten, eigene Bücher, Events, persönliche Briefe und eine Vielzahl unterschiedlichster Massnahmen - ganz auf die Persönlichkeit zugeschnitten. Immer mit der Aufgabe - wie wird für 300 000 Mitarbeiter in 30 Ländern glaubwürdig erlebbar wer du bist und wofür du stehst."

Wie viel so ein Einsatz von Dopheides Deutscher Markenarbeit kostet? 25.000 Euro kostet jedenfalls als zuerst einmal die Markenkern-Bestandsanalyse. Das Tageshonorar beläuft sich dann auf  5000 Euro.

Vielleicht erhöht sich dank Frank Dopheides Einsatz ja auch die Verweildauer der Top-Manager in ihren Positionen. Denn die wird ja gerade in Deutschland immer kürzer: In 2009 wurde jeder fünfte Unternehmenslenker von 2500 börsennotierten Firmen geschasst laut einer Studie der Unternehmensberatung Booz & Company. Mit einer Fluktuationsquote von 20 Prozent liegt Deutschland damit sechs Prozentpunkte über dem weltweiten Durchschnitt von 14 Prozent. Die Amtszeit eines CEO verkürzte sich von 8,1 auf 6,3 Jahre.

Frank Dopheide muss sich also sputen, denn Weltmarken, wie er sie bisher betreut, haben durchaus eine längere Lebensdauer.

Und wie man mit dem Firmenwechsel aus einem Reitzle so schnell einen Großmann macht und umgekehrt, das muss sich noch weisen.

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