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Werksschließung: Nokias Rückzug aus Bochum erfolglos

von dpa und rtr

Nokia schließt sein Werk in Rumänien. Für diesen Standort war 2008 die Produktion in Bochum eingestellt worden. 3500 Stellen fallen jetzt weg. Auch der Standort Bonn ist davon betroffen.

Einblick in das damalige Quelle: AP
Einblick in das damalige Nokia-Werk in Bochum-Riemke. Foto: ap Quelle: AP

Der Handy-Weltmarktführer Nokia schließt sein Produktionswerk im rumänischen Cluj zum Jahresende. Damit fallen 2200 Arbeitsplätze weg. Das teilte das Unternehmen mit Sitz im finnischen Espoo am Donnerstag mit. Der Grund sei, dass sich der Markt für Basis-Handys und auch die Lieferkette inzwischen nach Asien verlagert hätten. Erst 2008 hatte man zugunsten dieses Standortes die Produktion in Bochum eingestellt.

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Weitere 1300 Stellen seien jetzt zudem von einem Umbau der Software-Entwicklung betroffen. In diesem Bereich wird auch der Standort Bonn geschlossen. Allerdings hält Nokia daran fest, dass Berlin neben Boston und Chicago ein zentraler Standort für die Dienstleistungssparte Location & Commerce ist. Deshalb gehe Nokia davon aus, dass die Mitarbeiterzahl in Deutschland auf längere Sicht steigen werde, sagte ein Sprecher.

2008 kam der Umzug

Der Telekommunikationskonzern hatte die Produktion gegen heftigen Widerstand von Politik und Gewerkschaften von Bochum nach Rumänien verlegt. Zum 30. Juni 2008 wurde der damalige Standort endgültig geschlossen, nachdem am 30. Mai desselben Jahres bereits die Fertigung eingestellt und die Mitarbeiter von ihrer Arbeit freigestellt worden waren.

Als Grund für die Verlegung der Fertigung führte das Unternehmen 2008 Wettbewerbsgründe und das niedrigere Lohnniveau in Osteuropa an. Nokia beschäftigte in Bochum rund 2300 festangestellte Mitarbeiter. Etwa 2000 von ihnen wurden arbeitslos. Zudem waren hunderte Leiharbeiter betroffen.

Neben den Gewerkschaften hatte vor allem die Politik die Entscheidung Nokias kritisiert. In den ehemaligen Standort Bochum waren nach Angaben der damaligen NRW-Landesregierung bis 2008 rund 60 Millionen Euro Subventionen geflossen. Laut Nokia seien jedoch alle Anforderungen an die Fördergelder erfüllt worden.

Große Konkurrenz

Einige Tage nach der Ankündigung der Werksschließung wurde bekannt, dass Nokia sein Geschäftsjahr 2007 mit einem Rekordgewinn von 7,2 Milliarden Euro abgeschlossen hatte. Nach Medieninformationen machte das Werk in Bochum 2007 noch 134 Millionen Euro Gewinn - 90.000 Euro pro Mitarbeiter.

2011 war bislang ein hartes Jahr für den Konzern. Auf dem Markt der Smartphones ist die Konkurrenz mit Apple und dem Blackberry-Hersteller Research in Motion groß. Bei Handy-Betriebssystemen macht Nokia vor allem das Google-Produkt Android Sorgen. Und auch auf dem Massenmarkt für Handys büßte das Unternehmen zuletzt Marktanteile ein.

Bereits im April diesen Jahres hatte Nokia ein umfangreiches Sparprogramm angekündigt.

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 02.10.2011, 00:19 UhrAnonymer Benutzer: Karl Meier

    "...der Markt für basis-Handys und auch die Lieferkette hätten sich inzwischen nach Asien verlagert."
    Diese Entwicklung war auch 2008 schon vorhanden. Zudem sind Handys und ihre Lieferkette in Zeiten der Globalisierung und niedriger Transportkosten unerheblich.
    bei Nokia kann man nur von Überheblichkeit und Missmanagement sprechen. bei falschen Produkten ist es egal ob man in Osteuropa, Asien oder Deutschland produziert. Der Niedergang ist für Nokia kaum noch aufzuhalten.

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