Wettbewerb "Best Innovator": Die innovativsten Firmen des Jahres

Wettbewerb "Best Innovator": Die innovativsten Firmen des Jahres

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Henkel

von Hans-Jürgen Klesse

Kosmetik, Waschmittel, Fotos, Autos, Chips, Stromzähler und Terrassenbeläge: Die Sieger im WirtschaftsWoche-Wettbewerb „Best Innovator“ kommen aus ganz unterschiedlichen Branchen.

Jeden Montag, Punkt 9 Uhr, ist bei Cewe Color im niedersächsischen Oldenburg Innovationszeit. Zu dem wöchentlichen Jour fixe treffen sich der Vorstand, Leiter und Mitarbeiter der Abteilungen Forschung und Entwicklung, Marketing, Vertrieb sowie Produktion, um über neue Ideen nachzudenken: „Ohne feste Tagesordnung, aber offen für neue Gedanken“, sagt Rolf Hollander, Vorstandsvorsitzender des Digitalfotodruckers.

Diese unkonventionelle Methode des Innovationsmanagements funktioniert so gut, dass Cewe zusammen mit dem Waschmittel-, Kosmetik- und Klebstoffkonzern Henkel als Sieger aus dem diesjährigen „Best Innovator“-Wettbewerb hervorgegangen ist. Den Wettbewerb führt die Unternehmensberatung A.T. Kearney gemeinsam mit der WirtschaftsWoche durch. Henkel ist Klassenbester in der Kategorie Konzerne, Cewe Color Innovationsführer bei mittelständischen Unternehmen. Als vorbildlich für nachhaltiges Innovationsmanagement wurden außerdem der Autobauer BMW, der Energieversorger EWE, der Chiphersteller Intel und das Papierverarbeitungsunternehmen UPM ausgezeichnet.

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Neuer Verkaufsschlager sind personalisierte Fotobücher

„Für uns war der ständige Wandel existenzentscheidend“, sagt Cewe-Chef Hollander. Gegründet wurde das Unternehmen 1961 als Großfotolabor. Der Umbruch kam zu Beginn des neuen Jahrtausends mit der Verdrängung analoger durch digitale Kameras. „Das hatte gravierende Auswirkungen auf unser Geschäftsmodell“, sagt Hollander. Noch 2005 verkaufte Cewe mehr als 3,2 Milliarden Fotoabzüge von Filmen, 2009 nur noch 500 Millionen – Tendenz fallend. Zugleich stieg die Zahl der Digitalfotos von 170 Millionen auf 1,9 Milliarden. „Der Markt hat sich komplett gedreht“, beschreibt Hollander die Herausforderung.

Cewe ist gestärkt aus dem Strukturwandel hervorgegangen, gilt als Kosten- und Technologieführer und ist mit einem Anteil von mehr als 40 Prozent europäischer Marktführer. Mit 2700 Mitarbeitern in 13 Produktionsbetrieben erzielte Cewe 2009 rund 420 Millionen Euro Umsatz. Der größte Teil des Geschäfts wird gemeinsam mit rund 50 000 Handelspartnern erwirtschaftet – Drogerieketten, Elektronikmärkte, Fotofachläden, Internet-Händler und Warenhäuser.

Neuer Verkaufsschlager sind personalisierte Fotobücher, bei denen der Kunde Schnappschüsse mit eigenen Texten zu profimäßig ausgestatteten Bildbänden kombinieren und drucken lassen kann. 3,5 Millionen wurden 2009 verkauft, gut ein Drittel mehr als im Vorjahr. Der nächste Innovationsschritt ist gut eine Woche jung und heißt aprinto.de: Über das Internet-Portal kann die Fotobuch-Technologie kommerziell genutzt werden – etwa für Kataloge, Dokumentationen oder Tagungsunterlagen. 255 Millionen Euro hat Cewe in die Weiterentwicklung der Digitaltechnik investiert: „Innovation gehört zu unserer DNA“, sagt Hollander.

Abgestimmte Prozesse

Was beim Mittelständler Cewe ohne fest formulierte Regeln funktioniert, ist bei Henkel das Ergebnis genau aufeinander abgestimmter Prozesse. „Unsere Innovationspolitik ist konsequent auf die Bedürfnisse der Konsumenten abgestimmt“, sagt Tina Müller, Bereichsleiterin für das weltweite Haarkosmetik-, Gesichts- und Mundpflegegeschäft. Was mit welcher Zielrichtung neu entwickelt wird, entscheiden nicht die Ingenieure in den Labors, sondern vor allem die potenziellen Käufer. Das „Consumer Insights“-Programm sammelt weltweit Informationen über Konsumentenwünsche und Kaufverhalten – mithilfe des Trend-Beobachtungssystems „Trendwatch“, durch Auswertung von Internet-Blogs oder Hinweisen aus dem Händlernetz oder von Profivertriebspartnern. „Dadurch wissen wir genau, was unsere Zielgruppen wünschen“, sagt Müller.

Ergänzt werden diese Informationsquellen um ein ausgeklügeltes internes Vorschlagswesen. Die sogenannte „Innovation Lounge“ sammelt Ideen für neue Produkte oder Produktverbesserungen. Bei der Weiterentwicklung der Ideen wird die anvisierte Zielgruppe einbezogen, etwa durch Tests. Ebenfalls früh ins Boot geholt werden die Abteilungen Forschung und Entwicklung, Marketing und Produktion. „Unser Ziel ist, nur solche Konzepte zu realisieren, die eine überdurchschnittliche Erfolgswahrscheinlichkeit aufweisen und einen neuen Qualitätsstandard setzen“, sagt Christian-André Weinberger, der als Bereichsleiter das weltweite Wasch- und Reinigungsmittelgeschäft bei Henkel verantwortet.

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