Wettbewerbsverzerrung: Neue Vorwürfe gegen Google

Wettbewerbsverzerrung: Neue Vorwürfe gegen Google

von Thomas Stölzel

Neue Vorwürfe belasten den Suchriesen. Er soll Geschäftspartner bei der Werbung protegieren und damit den Wettbewerb verzerren.

Google kommt vom Verdacht der Wettbewerbsverzerrung nicht los. Der neue Vorwurf: Der US-Konzern soll eigene Kooperationspartner ganz oben auf der Trefferliste platzieren – und zwar nicht bei den Suchergebnissen, sondern bei den daneben stehenden Werbeanzeigen. Dass Google bereits lästige Konkurrenten in Geschäftsfeldern wie Google Maps oder Google Places auf der Trefferliste seiner mächtigen Suchmaschine nach hinten setzen soll, ist mittlerweile zur Chefsache in Brüssel geworden. EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia hat hierzu vor einigen Monaten ein Verfahren gegen den Suchriesen eingeleitet.

Das Berliner Web-Unternehmen Euro-Cities, das zu den Beschwerdeführern bei der EU zählt, wirft Google nun auch vor, Kooperationspartnern die besten Werbeplätze auf der Suchmaschine zuzuspielen. Euro-Cities betreibt den einstigen Bertelsmann-Ableger Stadtplandienst.de. Die unter anderem von Google-Gründer Larry Page entwickelten sogenannten AdWords-Anzeigen gelten als wirkungsvollste Reklameform für Web-Shops und Web-Dienste. Google zufolge werden sie ausschließlich per Auktion verteilt.

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„Wenn aber Anzeigen an diesen Auktionen vorbei platziert werden, dann wäre das wettbewerbswidrig“, sagt Ulrich Vietmeyer von der Münchner Kanzlei Wiedorfer, die Euro-Cities vertritt. Google bestreitet indes die Vorwürfe. „Google macht keine Barter-Geschäfte und weder AdWords- noch AdSense-Kunden werden in irgendeiner Weise von Google bevorzugt behandelt“, sagt ein Google-Sprecher.

Euro-Cities-Chef Hans Biermann aber will in den nächsten Tagen dem Bundeskartellamt und der EU Belege und Zeugenaussagen überreichen, dass es solche Geschäfte doch gibt. In einem konkreten Beispiel geht es um die Gelbe Seiten Marketing GmbH. 2009 hatte sie eine Kooperation mit Google geschlossen. Der zufolge liefert sie Branchendaten an den US-Riesen. Wie das vergütet wird, ist offiziell nicht bekannt. Nach Biermann vorliegenden und der WirtschaftsWoche bekannten Insideraussagen aber bekommen die Gelben Seiten als Gegenleistung kostenlose AdWords-Anzeigen. Die Gelben Seiten reagierten nicht auf Anfragen. Tests zeigen, dass bei vielen Google-Suchen die Gelben Seiten auf Top-Platzierungen landen. Angeboten wurden solche Tauschgeschäfte nach Zeugenberichten auch anderen Unternehmen, etwa der Fotodatenbank Blom, die Luftaufnahmen für Microsofts Kartografiedienst Bing Maps liefert und diese auch Google anbieten wollte. Blom lehnte den Deal ab.

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