_

Wetten: Lotto: Dem Glück nachhelfen

von JÜRGEN SALZ

Die Deutschen spielen weniger Lotto. Mit Werbung und neuen Angeboten halten die Staatslotterien dagegen – und erschweren Privatanbietern das Geschäft.

Schade, Jan Ullrich: Auch in diesem Sommer gewinnt Lance Armstrong die Tour de France. Die Amerikanerin Serena Williams siegt beim Wimbledon-Tennisturnier der Damen, der Schweizer Roger Federer entscheidet das Herrenfinale für sich, Tschechien wird Fußballeuropameister – das zumindest sind die klaren Favoriten beim ostdeutschen Wettanbieter Betandwin. 

Anzeige

Sportwetten finden immer mehr Freunde. Längst tippen die Deutschen nicht mehr nur in Bürogemeinschaften auf Spiel und Sieg – von der grassierenden Spekulationslust profitiert die staatliche Oddset ebenso wie die privaten Konkurrenten Interwetten, Sportwetten Gera und Betandwin. Ein paar Klicks im Internet genügen – und schon lässt sich auf den kommenden deutschen Wasserballmeister, den Sieger des nächsten Formel-1-Rennens oder darauf tippen, ob im EM-Halbfinale die Griechen oder die Tschechen zuerst in die Abseitsfalle laufen. „Bei uns sind zeitweise bis zu 4000 Wetten gleichzeitig online“, sagt Betandwin-Sprecher Hartmut Schultz. 

Lesen Sie die komplette Story mit allen Grafiken im eMagazin der WirtschaftsWoche. Jetzt registrieren und kostenlos testen.

Der Markt für Sportwetten wuchs in den vergangenen Jahren auf 700 Millionen Euro. Gleichzeitig halten sich die Deutschen beim klassischen Zahlenlotto eher zurück. 6 aus 49, Spiel 77, Glücksspirale – die Einnahmen der Lottogesellschaften sanken seit 2001 um knapp vier Prozent auf 10,4 Milliarden Euro. Auch die Klassenlotterien verloren – selbst der ewige Sympathieträger Günther Jauch und sei-ne „5-Millionen-SKL-Show“ konnten nicht verhindern, dass die Süddeutsche Klassenlotterie (SKL) im Jahr 2003 weniger einnahm als im Vorjahr. 

In der Krise sparen die Bundesbürger auch am Lottoschein. Mit Werbekampagnen („Es können ja nicht immer nur die anderen gewinnen“), attraktiven Jackpot-Ziehungen, Internetangeboten und neuen Spielen wie „Keno“, wo ein eigens konstruierter Computer die Gewinnzahlen ermittelt, versuchen die Lottogesellschaften nun, ihrem eigenen Glück a nachzuhelfen. Mit Erfolg: Erste Lottogesellschaften melden bereits wieder steigende Umsätze für 2004. 

Gleichzeitig mühen sich die Staatslotterien, für gemeinnützige und private Anbieter möglichst wenig Geschäft übrig zu lassen – obwohl schon vor Jahren einige Gerichte entschieden haben, dass etwa gewerbliche Spielevermittler wie Faber nicht vom Geschäft ausgeschlossen werden dürfen. Nach einem neuen Staatsvertrag, der seit dem 1. Juli gilt, sollen die Spielevermittler jetzt stärker kontrolliert werden. 

weitere Fotostrecken

Blogs

Wie HP-Chefin Whitman ihren Mitarbeiter die anstehenden Massenentlassungen erläutert
Wie HP-Chefin Whitman ihren Mitarbeiter die anstehenden Massenentlassungen erläutert

In einer internen Videobotschaft an die HP-Beschäftigten gibt Meg Whitman mehr Details zu dem geplanten Abbau von 27.000...

Das Aktuelle Heft

Wirtschaftswoche

WirtschaftsWoche 21 vom 21.05.2012

iTunes Vorschau - WirtschaftsWoche
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.