Wettersatelliten: Satellitenauftrag: Einspruch der Bundesregierung zurückgewiesen

Wettersatelliten: Satellitenauftrag: Einspruch der Bundesregierung zurückgewiesen

von Gerhard Bläske

Die Europäische Weltraumagentur ESA hat den Einspruch der Bundesregierung gegen die Vergabe des Milliardenauftrags für den Bau von Wettersatelliten an das Bremer Unternehmen OHB zurückgewiesen.

Das berichten auf mit der Sache befasste Kreise. Um den Auftrag hatte sich auch die Airbus-Mutter EADS beworben. „Die Entscheidung ist gefallen“, heißt es in den Kreisen.

Damit hat die Gruppe um das Familienunternehmen OHB, die der französische Thales-Konzern anführt, den Auftrag zum Bau von insgesamt sechs Wettersatelliten im Wert von 1,5 Milliarden Euro praktisch sicher.

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Somit verliert die EADS-Raumfahrttochter Astrium bereits zum zweiten Mal in Folge einen wichtigen Auftrag an ein Konsortium um die OHB. Schon im Januar hatten die Bremer ihre Rivalen von Astrium beim europäischen Navigationssystem Galileo ausgestochen.

Die ESA hatte den Auftrag für die Wettersatelliten im Rahmen des Meteosat-Programms bereits im März nach einem Ausschreibungsverfahren an OHB/Thales vergeben. Daraufhin erhob die Bundesregierung Einspruch. Der zuständige Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Klaus-Dieter Scheurle, sah seinerzeit "ernsthafte Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Verfahrens". Das Ministerium verlangte zudem, Deutschland müsse als größter Beitragszahler bei Meteosat die Systemführerschaft erhalten und sei bei der Vergabe über den Tisch gezogen worden. Deshalb durchleuchtete ein spezielles Gremium der ESA mit externen Experten das Verfahren erneut. "Sie kamen zu dem Schluss, das Verfahren ist korrekt und transparent verlaufen", hieß es in mit der Sache befassten Kreisen.

Auf das Verfahren hatten sich die gut 20 an Meteosat beteiligten Länder, darunter auch Frankreich und Deutschland, bei einer Ministerratstagung im Jahr 2008 in Den Haag geeinigt und sich für eine offene Ausschreibung und gegen eine Vorfestlegung hinsichtlich der Systemführung entschieden. Stattdessen wurde die Arbeit in vier Blöcke unterteilt, von denen jeweils zwei eine gleichwertige Hälfte ergeben sollten. Da in Europa nur die deutsch-französische EADS-Tochter Astrium, sowie OHB und Thales über die entsprechenden Fertigkeit zum Bau verfügen, war damit indirekt auch festgelegt, dass Unternehmen in Deutschland und Frankreich jeweils die Hälfte des Auftragswerts bekommen. Anfangs galt die EADS als Favorit in dem Verfahren. Doch in der Prüfung beurteilte die ESA die Angebote von EADS/Astrium und Thales/OHB als technisch gleichwertig. Den Ausschlag zugunsten von Thales/OHB gab dann der niedrigere Preis, der laut Informationen der WirtschaftsWoche mit 150 Millionen Euro rund zehn Prozent unter dem Astriumangebot lag.

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