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Wiedeking-Abfindung: Die pseudogeneröse Lösung

von Thomas Katzensteiner

Jetzt kriegt Porsche-Chef Wendelin Wiedeking also nur 50 Millionen Euro Abfindung statt befürchteter 250 Millionen. Schon scheinen sich alle einig: Unerwartete Bescheidenheit! Dabei sollten sich die Beteiligten einmal die Frage stellen, ob ein Manager, der ein Unternehmen in eine insolvenznahe Situation manövriert, überhaupt eine Abfindung verdient, findet WirtschaftsWoche-Redakteur Thomas Katzensteiner

Es kommentiert WirtschaftsWoche-Redakteur Thomas Katzensteiner
Es kommentiert WirtschaftsWoche-Redakteur Thomas Katzensteiner

Es ist schon erstaunlich: Da zerbricht eine ganze Regierungskoalition über eine Sonderzahlung von weniger als drei Millionen Euro für einen Bankvorstand einer quasi-bankrotten Landesbank, aber für den scheidenden Porsche-Chef scheinen 50 Millionen gerade recht.

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Dabei muss nun auch Porsche unter den Rettungsschirm des Emirats Katar, Volkswagen und der Eigentümerfamilien. Würden die nicht einspringen, hätte der Sportwagenhersteller wegen der missglückten Übernahme des Volkswagen-Konzernsmit hoher Wahrscheinlichkeit noch vor Weihnachten den Gang zum Insolvenzrichter antreten müssen.

Wiedeking war lange einer der besten Manager der Branche

Rechtfertigt das eine Abfindung von 50 Millionen Euro? Wohl kaum.

Es geht hier nicht einmal darum, Wiedekings Lebenswerk zu schmälern. Der Mann war über Jahre einer der besten und erfolgreichsten Manager der gesamten Branche. Kein anderer Autoboss hat sich dermaßen auf Marken- und Produktpositionierung verstanden, keiner hat bessere Renditen erwirtschaftet. Für diese Erfolge wurde er schon früher  fürstlich bezahlt. Das ist völlig in Ordnung  und dagegen wird auch niemand etwas einwenden.

Doch nun steht Porsche nun einmal wegen der völlig verunglückten VW –Übernahme ganz Dicht an der Klippe. Und die Verantwortung dafür trägt nun einmal auch das Management, unabhängig davon, ob es vom Aufsichtsrat dazu ermächtigt wurde.

Daran, dass 50 Millionen Euro unter solchen Umständen völlig deplatziert wirken, ändert sich übrigens auch nichts, wenn man 25 Millionen in eine gemeinnützige Stiftung gibt (Achtung: Steuerersparnis!) und (wahrscheinlich als kleiner, humoriger Seitenhieb) 1,5 Millionen für die Unterstützung „notleidender Journalisten im Alter“ spendet. Aber ein stiller und damit vielleicht auch würdevollerer Abgang schien für Wendelin Wiedeking wohl nicht möglich zu sein. Schade eigentlich.

85 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 03.08.2009, 11:12 UhrAnonymer Benutzer: Erstaunt

    Würde ich in meinem beruflichen Umfeld auch nur einen Schaden von wenigen 10.000 EUR verursachen, wäre mir die abfindungsfreie Kündigung sicher. Ganz gleich, wie gut es früher einmal gelaufen sein möge.
    Milliarden Euros versenken, ein Vorzeigeunternehmen mit größenwahnsinnig anmutenden Transaktionen in die insolvenz führen und dafür noch einen 2-stelligen Millionenbetrag einstreichen!?
    Für mich ist allein die Vorstellung U N E R T R Ä G L i C H!
    Dass viele aus Reflex Argumente bringen wie: er formte schließlich selbst aus dem desolaten Sanierungsfall das Top-Unternehmen, das es zuletzt war. Tatsächlich, Wiedekings Leistung seit Amtsantritt bei Porsche kann man eigentlich kaum ausreichend würdigen.
    AbER: dafür wurde er ja über die Jahre auch hinreichend belohnt. Er strich jährlich bezüge ein, die den Faktor x größer waren als die von 99,9% aller seiner globalen Kollegen.
    JETZT ist das Unternehmen am boden, dass er DAFÜR dann noch einmal belohnt wird, weil es dem Unternehmen früher ja mal gut ging ist nicht schönzureden!

  • 27.07.2009, 09:44 UhrAnonymer Benutzer: Jürgen

    hat sich schon jemanden Gedanken über die Rolle von Herrn Piech und den Zeitungen gemacht. Sicher nein. Könnte mir auch vorstellen das H. Piech H. Wiedeking in die Situtation getrieben hat. Die Zeitungen sind sicher nicht opjektiv. Porsche hat eine Partner auch wegen der CO 2 Regel benötigt. ich glaube wir kennen alle nicht die wirklichen Fakten und sollten uns deshalb zurückhalten.

  • 27.07.2009, 08:59 UhrAnonymer Benutzer: Kurt

    Diese ganzen Pro-Wiedeking-Argumente erinnern mich ein bisschen an meine Oma. Die hat auch immer davon geschwärmt, dass sie vom Winterhilfswerk Matratzen bekommen haben. Klar hat Wiedeking viel für Porsche geleistet. Aber am Ende hat er alles verzockt. Und dafür sind 50 Millionen zu viel.

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