Windenergie: Verliert General Electric den Anschluss?

Windenergie: Verliert General Electric den Anschluss?

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General Electrics

von Mario Brück

Der US-Konzern droht den Anschluss bei der Windenergie zu verlieren. In Europa machte die Sparte bis vor kurzem sogar Verluste. Rivale Siemens nutzt die Schwäche vor allem auf hoher See. GE versucht sich mit einem Windpark in Rumänien zu rehabilitieren.

Es ist die größte Windenergie-Baustelle Europas. Die 50 Meter langen Rotorblätter kommen per Schiff aus Brasilien und Dänemark, die 100 Meter hohen Masten aus China, die 80 Tonnen schweren Gondeln mit Getriebe, Generator und Nabe aus Salzbergen im Emsland. Angelandet im rumänischen Schwarzmeerhafen Constanta, gelangen die Teile auf gigantische Tieflader. Die schleppen die Fracht über holprige Landstraßen 60 Kilometer nordöstlich bis nach Fantanele.

Hier, auf tellerflachen Rapsfeldern und Wiesen, will es der US-Konzern General Electric wissen. Insgesamt 240 Windmühlen, jede davon mit 2,5 Megawatt Leistung, stellen die Amerikaner seit Mitte 2009 in die dünnbesiedelte Landschaft. Ende 2012, wenn alle Anlagen stehen, soll der Windpark eine Leistung von bis zu 600 Megawatt erreichen. Das ist so viel, wie ein halbes Atomkraftwerk leistet, und genug, um mehr als 400 000 Haushalte mit Strom zu versorgen. Europas bisher größter Park im schottischen Whitelee schafft nur die Hälfte.

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Spitzenposition wackelt

Fantanele ist ein Prestigeprojekt und verzweifelter Versuch zugleich, mit dem GE eine tiefe Scharte in der Produktpalette auswetzen will. Zwar rangiert der Mischkonzern global auf Rang drei, hinter dem dänischen Branchenprimus Vestas und der chinesischen Sinovel. Doch der Platz auf dem Siegertreppchen wackelt. Im vergangenen Jahr hatte Sinovel die Amerikaner bereits vom zweiten Platz verdrängt – nun drängelt auch der Viertplatzierte, die chinesische Goldwind. Laut einer Studie der Unternehmensberatung Roland Berger sank der Weltmarktanteil von GE von 18 Prozent in 2005 auf 12 Prozent in 2009. Im vergangenen Jahr rutschte der Anteil sogar unter zehn Prozent.

Nur ein kleiner Fisch

Zugleich kommt GE, an Land mit mehr als 17.000 aufgestellten Windmühlen noch eine Weltmacht, vor allem auf hoher See, wo das Unternehmen nur ein kleiner Fisch ist, nicht voran. Konzernchef Jeffrey Immelt hat den Trend zu den Anlagen auf dem Meer verschlafen. Erzrivale Siemens gilt dagegen inzwischen weltweit als erste Adresse für Offshore-Windparks.

Wenig erfreulich liefen offenbar bis in die jüngste Vergangenheit die Geschäfte in Deutschland. Zwar macht Stephan Ritter, Chef der GE-Windsparte in Europa, keine Angaben zu Umsatz und Gewinn. Laut Bundesanzeiger aber fuhr die Sparte mit Sitz in Salzbergen im Geschäftsjahr 2009 Verluste in Höhe von 20 Millionen Euro ein. Und das, obwohl der Umsatz im zweistelligen Prozentbereich auf 480 Millionen Euro gewachsen war. Außerdem hätten die Umsätze in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres deutlich unter dem Vorjahr gelegen, erklärt das Unternehmen in der Pflichtveröffentlichung. GE Wind Energy rechne daher auch für das Geschäftsjahr 2010 mit einem Verlust.

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