Windpark: Die Pannen-Windräder von Areva

Windpark: Die Pannen-Windräder von Areva

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Eines der am Meeresboden verankerten Fundamente für eine Windkraftanlage von Areva: Der Konzern soll billiges Material verarbeitet haben.

von Andreas Wildhagen

Sechs von zwölf Mühlen des Windparks Alpha Ventus müssen ausgetauscht werden - sie wurden von dem französischen Lieferanten schadhaft geliefert - derselbe Konzern rüstet auch Kernkraftwerke aus, mit ähnlichen Schlampereien.

Er sollte ein Vorzeige-Unternehmen werden: Der gerade erst feierlich in Betrieb genommene Windpark Alpha Ventus vor der deutschen Hochseeinsel Borkum. Nun sind die Hälfte der zwölf Windräder des von E.On, Vattenfall und dem oldenburgischen Regionalversorger betriebenen Offshore-Großwindparks defekt. Nicht weil es dort oben zu windig ist, sondern weil die Windräder nicht funktionieren.

Zu den Reparaturkosten machen die Betreiber keine Angaben. Aber wer sie geliefert hat, dass ist inzwischen zur Grusel-Story der Betreiber geworden: Der französische Technologiekonzern Areva, der mitnichten mit Windrädern sein Hauptgeschäft bestreitet, sondern mit dem Bau von Atomkraftwerken. In Frankreich, Deutschland und USA stellt Areva dazu Reaktorbrennelemente her, in der Normandie bereitet er radioaktiven Abfall auf.

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Kritik an Areva

Vor Borkum soll billiges Material von Areva verarbeitet worden sein, sagen Insider. Deshalb die Defekte. Schlecht zu sprechen ist die Eneriewirtschaft auf Areva seit langem. Denn auch beim Bau von Nuklearanlagen schlampt Areva offensichtlich. Die Indienststellung des ersten Atomreaktors vom Typ EPR in Finnland verzögert sich. Areva soll das hochsensible Röhrensystem liefern, und genau bei dieser Lieferung klemmt es zur Zeit.

Die französische Wirtschaftszeitung "Les Echos" meldet, dass Areva deswegen eine Rückstellung von 450 Millionen Euro vornehmen will. Die Kosten des Projekts belaufen sich jetzt schon über zwei Milliarden Euro über dem ursprünglich veranschlagen Preis von drei Milliarden Euro.

Olkiluoto heißt der Ort des im Bau befindlichen finnischen Reaktors unter Areva- und Siemens-Beteiligung. Borkum ist nun der neueste Schlamp-Ort der Franzosen, die viel Wind um ihre technologische Kompetenz machen. Ein Windrad ist gegenüber einem Atomkraftwerk eher das, was ein Fast-Food-Gercht für einen Drei-Sterne-Koch darstellt - ein akuter Fall von Kompetenz-Unterschreitung. Aber wenn er das auch nicht mal kochen kann, gibt es ernsthafte Zweifel über sein Talent. Windräder dürfen mal stillstehen, Brennelemente müssen funktionieren.

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