Windreich: Zwei verwegene Unternehmer machen gemeinsame Sache

Windreich: Zwei verwegene Unternehmer machen gemeinsame Sache

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Der deutsche Rennstreckendesigner und Architekt Hermann Tilke

von Mario Brück

Energiegeladener könnte eine Kooperation kaum sein. Windpark-Macher Willi Balz holt sich den Formel-1-Staringenieur Hermann Tilke ins Boot. Was der Herr der Ringe und der Herr der Windräder planen.

Hermann Tilke hat sich in mehr als zwei Jahrzehnten einen Namen als Rennstreckenarchitekt gemacht. Rund 120 Architekten und Ingenieure von Tilkes 350 Mann starker Truppe sorgten etwa in Abu Dhabi dafür, dass alle Bautermine eingehalten wurden und Sebastian Vettel dort im November vergangenen Jahres das Formel-1-Finale gewinnen und seinen Weltmeistertitel feiern konnte. Nun soll Tilke dafür sorgen, dass bei ganz anderen infrastrukturellen Mega-Projekten finanziell und zeitlich alles im abgesteckten Rahmen bleibt.

Dafür arbeiten Tilke, auch bekannt als "Herr der Ringe", und Willi Balz, "Herr der Windräder", künftig zusammen. Ein entsprechender Vertrag wurde am Wochenende beim Formel-1-Grand Prix am Nürburgring unterzeichnet. Demnach sollen der 56-jährige Tilke, Hausarchitekt des Formel-1-Impresarios Bernie Ecclestone, die gigantischen Offshore-Windparkprojekte der Windreich AG steuern und kontrollieren. Die Unternehmensgruppe Windreich plant, entwickelt und realisiert Windparks an Land und auf See. Sie beschäftigt 100 Mitarbeiter und gehört dem 50-jährigen Gründer und Vorstandsschef Balz.

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Windreich ist uneingeschränkter Marktführer

Windreich besitzt Baugenehmigungen für die drei Nordsee-Windparks "Global Tech I", "MEG I" und "Deutsche Bucht", von denen die ersten beiden kurz vor der Realisierung stehen. Laut Energiekonzept der Bundesregierung soll sich der Anteil des erzeugten Stroms durch regenerative Energien bis 2020 von 17 auf 35 Prozent erhöhen. Dabei soll vor allem Offshore-Wind zur Stromquelle der Zukunft werden. Dafür hat das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) kilometerweise Baugrund auf hoher See abgezirkelt und 26 Hochsee-Parks, davon 23 in der Nordsee genehmigt.

Windreich hat sich gemäß dem vom Marktforschungsunternehmen wind:research aus Bremenhaven aufgestellten Ranking über die 15 aussichtsreichsten Meeres-Windparkprojekte 35 Prozent der geeigneten und nutzbaren Flächen in der deutschen Nordsee gesichert und ist damit uneingeschränkt Marktführer. "Ab 2012 bauen wir jedes Jahr einen Park", gibt Balz die Marschrichtung vor.

Tilke hat keine Erfahrungen mit Windparks

Als externer Projektsteuermann soll Tilke nun auch als vertrauensvolles Aushängeschild stehen. Windparks sind eine teure Angelegenheit. Die Kosten für Parks mit 80 Turbinen und einer Gesamtleistung von 400 Megawatt beziffert Balz mit 1,5 bis 1,9 Milliarden Euro.  

Zwar kann Tilke keine Erfahrungen in Sachen Windparks vorweisen, doch mit großen Infrastrukturprojekten wie Autorennstrecken kennt sich der gebürtige Westfale bestens aus. Tilke ist jedoch nicht nur rund um den Motorsport engagiert, er und sein Unternehmen planen und bauen zudem innerstädtische Businessparks, Einkaufs- oder Abfallentsorgungszentren auf der grünen Wiese, Hotels und Verwaltungsgebäude.

Zur Zeit baut Tilke Motorsport-Rennstrecken in Russland, Indien, den USA und Norwegen.  "Für diesen Job gibt es keinen besseren. Den möchte jeder haben", schwärmt Windreich-Chef Willi Balz. "Auch weil er weltweit vernetzt ist."

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