
Herr Frenzel, wie buchen Sie Ihren Urlaub? Ich buche spontan, kurzfristig und pauschal – mal verbringe ich ein paar Tage in meinem Ferienhaus, mal in einem Ferienclub, mal buche ich eine Kreuzfahrt – und sehr häufig eine Reise aus unserem eigenen Angebot. Mit spontan, kurzfristig und wechselnden Urlaubsinhalten liegen Sie genau im Trend. Wie laufen die Geschäfte bei der TUI? Genaue Zahlen werden wir erst auf der ITB und auf unserer Bilanzpressekonferenz Ende März bekannt geben, aber wir können heute schon sagen, dass wir im vergangenen Jahr und im Wintergeschäft wieder ein robustes Wachstum hatten, das sich auch in diesem Jahr bei den Vorausbuchungen für die kommende Sommersaison fortsetzt. Wir sind sehr zufrieden mit der Entwicklung – sowohl in Deutschland wie in den übrigen Märkten. Das beweist, dass der Reisemarkt auch in Zukunft zu den Wachstumssegmenten der Wirtschaft gehört. Aber Sie haben doch grundlegende Probleme: Der Pauschalreiseanteil und die Urlaubsdauer nehmen ab. Wie geht TUI als Europas größter Pauschalreiseveranstalter damit um? Die Pauschalreise ist nur ein Teil unserer Produktpalette. Das wird bei der ganzen Diskussion um den Rückgang der Pauschalreise häufig vergessen. Schon seit zwei oder drei Jahren passen wir unser Angebot permanent den veränderten Bedingungen an. Richtig ist: Die Menschen reisen insgesamt eher mehr als früher, aber zum Teil anders – nicht mehr so lange am Stück, aber dafür häufiger und individueller. Die TUI mit ihrem breit gefächerten Angebot ist in diesem Umfeld sehr gut aufgestellt. Aber den wachsenden Internetanteil bei den Reisebuchungen an der TUI vorbei beobachten Sie doch sicher mit Sorge? Im Gegenteil. Früher hatten wir nur zwei sehr unterschiedliche Marktsegmente: Pauschalurlauber, die unsere Katalogreisen buchen, und Individualreisende, die ihr Hotel direkt vor Ort reservieren und mit Auto oder Bahn ans Ziel fahren. Der zweiten Kundengruppe hatten wir wenig zu bieten. Durch das Internet ist in den vergangenen Jahren neben dem klassischen Pauschalreiseangebot ein umfangreiches Bausteinsortiment aus Hotels und Flügen entstanden, aus dem sich jeder seine nach Maß geschneiderte Urlaubsreise zusammenstellen kann. Was heißt das konkret? Wir wachsen in diesem Segment überproportional und schneller als der Markt, getrieben vor allem vom Angebot unserer beiden konzerneigenen Billigflieger Hapag-Lloyd Express und ThomsonFly. Im Jahr 2000 hatten wir gerade mal 50 Millionen Euro Online-Umsatz. In den vergangenen beiden Jahren hat sich dieser Geschäftsbereich explosionsartig entwickelt, die Umsätze haben sich von gut 700 Millionen auf 1,3 Milliarden Euro fast verdoppelt, der Anteil am gesamten Reiseumsatz ist auf zehn Prozent gestiegen. Wir werden den Online-Bereich weiter ausbauen und gehen davon aus, dass sich der Markt in Zukunft irgendwann dritteln wird – mit etwa gleich großen Anteilen für die Segmente klassische Pauschalreise, im Internet gebuchte Bausteinreise und selbstorganisierte Individualreise. Der Anteil der durch Veranstalter organisierten Reisen wird also weiter wachsen.






















