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Wirtschaftsspionage: Verfassungsschutz rät zur Vorsicht bei China-Reisen

von Jürgen Berke

Chinesische Cyberkrieger nehmen deutsche Behörden und Unternehmen unter Dauerbeschuss und belasten damit die Wirtschaftsbeziehungen.

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Drei Tage nahm sich Chinas Vize-Premierminister Li Keqiang in Berlin Zeit, um die zuletzt arg strapazierten deutsch-chinesischen Wirtschaftsbeziehungen zu kitten. Schließlich sollen deutsche Unternehmen noch mehr in China investieren. Doch in der Bundesregierung mehren sich trotz aller Exporterfolge die Zweifel, ob China ein verlässlicher Wirtschaftspartner sein kann. Denn von chinesischen Geheimdiensten angeheuerte Hacker nehmen Deutschland inzwischen unter Dauerbeschuss und spionieren die Computer von Behörden, Unternehmen und Forschungseinrichtungen systematisch aus. 1600 Angriffe auf Behördenrechner registrierte Bundesinnenminister Thomas de Maizière allein 2010. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Anstieg um 77 Prozent. Weit mehr als die Hälfte kamen aus China. Mit einem neuen Cyberabwehrzentrum will de Maizière künftig solche Attacken abblocken.

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Vor allem Mobilgeräte aller Art sind ein beliebtes Ziel. Viele Führungskräfte gehen trotz aller Warnungen des für Spionageabwehr zuständigen Bundesamts für Verfassungsschutz zu sorglos mit Laptops und internetfähigen Smartphones um und ermöglichen so Cyberattacken. Jetzt empfiehlt der Vizepräsident des Verfassungsschutzes, Alexander Eisvogel, eine besonders drastische Maßnahme. Manager, rät er, sollten auf Auslandsreisen nur noch „einen nackten Reiselaptop und ein nacktes Reisehandy“ ohne gespeicherte Dateien mitnehmen. „Die Empfehlung gilt insbesondere für Risikoländer wie China und Russland“, sagt Eisvogel.

Weil die Geheimdienste dort E-Mails mitlesen und Telefonate mithören, sollten solche Formen der Kommunikation möglichst vermieden werden. Eisvogel ist bewusst, dass dies sehr weitreichende Ratschläge seien. Aber wer sichergehen wolle, dass sensible Daten nicht in fremde Hände fielen, sollte den Rat befolgen. China-Reisende berichten, dass sie unter einem Vorwand aus der Konferenz oder dem Hotelzimmer gerufen werden und bei ihrer Rückkehr feststellen, dass der zurückgelassene Laptop ausgespäht wurde.

Solche Cyberangriffe belasten die Wirtschaftsbeziehungen zunehmend. Klaus-Dieter Fritsche, Staatssekretär im Bundesinnenministerium, kritisierte jetzt erstmals öffentlich die Entscheidung des Deutschen Forschungsnetzes (DFN), wichtige Teile der zwischen allen Forschungseinrichtungen geknüpften Datenautobahn mit Technik des chinesischen Anbieters Huawei auszurüsten. Behörden sehen die Gefahr, dass chinesische Geheimdienste über Hintertüren deutsches Forschungs-Know-how ausspionieren.

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 10.01.2011, 02:05 UhrAnonymer Benutzer: AP

    Tja, Asien und vor allem China ist immer noch weit entfernt von westlichen "Gepflogenheiten" Wenn man aber sieht, welchen Schaden westliche Unternehmen (banken) anrichten duerfen, wie soll denn da Unrechtsbewusstsein in China aufkommen?

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