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Wohntürme: Hochhäuser für Berlin

von Oliver Voß

Berlin könnte bald die seit Jahren geplante Skyline bekommen. Eines der seit Jahren geplanten Hochhäuser wird vielleicht schon bald gebaut - jedoch nicht als Büro- sondern als Wohnturm. Damit erreicht eine internationaler Entwicklung auch Deutschland.

Entwürfe für den Alexanderplatz von 1993 Quelle: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung/ Büro Hans Kollhoff und Helga Timmermann
Entwürfe für den Alexanderplatz von 1993 Quelle: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung/ Büro Hans Kollhoff und Helga Timmermann

Fast zwanzig Jahre ist es her, dass mit einem Masterplan des Architekten Hans Kollhoff eine neue Skyline für die deutsche Hauptstadt geplant wurde. Bis zu zehn Türme sollten am Berliner Alexanderplatz 150 Meter hoch in den Himmel ragen, denn man träumte im Einheitsboom von einer Verdopplung der Einwohnerzahl Berlins auf sechs Millionen.

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Gebaut wurde davon nichts, denn Büroleerstand statt Boom prägten lange den Immobilienmarkt. Doch das könnte sich nun ändern, die Planungen bekommen seit kurzem neues Leben eingehaucht: Seit vergangenem Montag liegt ein neuer Bebauungsplan aus, der ein erstes Hochhaus am Alexanderplatz vorsieht. Mit 150 Metern Höhe wäre es nach dem Funk- und dem Fernsehturm das höchste Gebäude Berlins.

"Berlin ist reif für ein Wohnhochhaus“

Hinter den Plänen steht die US-Immobilienfirma Hines, die bereits das 2009 eröffnete Einkaufszentrum „Die Mitte“ auf dem Alexanderplatz gebaut hat. Das neue Hochhaus soll nun nördlich davon entstehen, einige Meter vom Ursprungsplan versetzt. Das ist auch der Grund für das jetzt veröffentlichte Planungsverfahren, bei dem die Öffentlichkeit frühzeitig mit einbezogen werden soll.     

Da für Büros bislang die Nachfrage zu gering ist, könnten in dem neuen Wolkenkratzer vor allem Wohnungen entstehen. Denn seit einigen Jahren steigen die Preise für Wohnungen in Berlin überdurchschnittlich. „Der Berliner Markt ist reif für ein Wohnhochhaus“, sagt Hines-Geschäftsführer Christoph Reschke. Zwar sei über die Realisierung und endgültige Nutzung noch nicht entschieden, doch die Wohn-Variante werde intensiv geprüft und sei eine spannende Alternative. Auch die Politik begrüßt das Vorhaben. „Wir fänden es super, wenn ein Wohnturm gebaut würde", hatte der Baustadtrat von Mitte, Ephraim Gothe (SPD) schon vor einem Jahr erklärt.

Mit dem Projekt erreicht ein Trend die Hauptstadt, der schon seit einigen Jahren die Stadtentwicklung in großen Metropolen wie Schanghai oder Dubai prägt. Die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ schrieb schon 2008 vom „Wohnhochhaus-Fieber“.

Ein Beispiel dafür ist der in diesem Jahr fertig gestellte Primetower in Zürich, mit 126 Metern das höchste Gebäude der Schweiz. Mit 260 Metern fast doppelt so groß sollen die Lilium Towers in Warschau werden. Das polnische Hochhausprojekt könnte dem Turning Torso im schwedischen Malmö den Rang als höchstes Wohnhochhaus Europas ablaufen.

„In den nächsten zehn bis 15 Jahren werden wir richtig viele Wohnhochhäuser in Deutschland bekommen“, ist auch der Chefanalyst der Beratungsfirma „Bullwien Gesa“ Andreas Schulten überzeugt. Bislang sind Türme wie das Skylight in Frankfurt noch die Ausnahme, in vielen Städten gibt es auch behördliche Hochhausverbote oder Höhenbeschränkungen.

5 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 23.09.2011, 14:42 UhrAnonymer Benutzer: Frank

    Grundsätzlich bin ich von der idee des Wohnturms wirklich begeistert. Aber bevor dieser nicht errichtet ist, bleibt es meines Erachtens ungewiss ob dieser jemals kommt. Wenn man beobachtet wie in berlin regelmäßig kühne bauvorhaben aufgrund einiger interessengruppen scheitern, muss sogar ein zugegebener Maaßen kleiner Wolkenkratzer bezweifelt werden. bei Mediaspree oder dem Flughafen Schönefeld sieht man aktuell wie verschiedene interessengruppen gegen jede Veränderung bzw. Fortschritt vorgeht. Dabei steht zumeist nur das Eigeninteresse im Vordergrund und die Entwicklung der Wirtschaft von berlin ist da kaum von belang. Ehrlicherweise muss man sagen, dass so ein Wohnturm den Alex nur verschönern kann, wenn man sich die Konzentration von bausünden einmal ansieht.

  • 21.09.2011, 22:11 UhrAnonymer Benutzer: ADoria

    Rendite getriebenes bauen …

    ...liefert nur Müll. Alle im Artikel genannten Firmen haben genau am Alexanderplatz hinreichend unter beweis gestellt, wohin die Reise geht. ideenloser Schund aus dem CAD-System, der während der Planung und des baus möglichst keine Kosten verursachen darf.
    Derweil würde man es dem Alexanderplatz dringend wünschen, dass eine gebündelte Planung für die Gestaltung des Platzes eine ordnende Hand darstellt. Stattdessen ist der Senat von berlin unfähig und vergibt Einzelbebauungspläne, die dann solche architektonischen Mißgeburten wie Die Mitte, das ALEXA-Einkaufszentrum und - als Highlight – das CineStar Kino hervorbringen, vollgestopft mit der X-ten MediaMarkt-Filiale und dem 100. billig-Drogeristen. Wem es nach blankem Entsetzen gelüstet, empfehle ich einen blick via Google-Maps. Wer heute über den Alexanderplatz läuft, weiß nicht, wo er verweilen soll - etwas kaufen und wieder weg. Dem Senat ist es gelungen, die Vertriebe des billigen Wohlstandsmülls ins ehemalige Zentrum zu holen. Konsequent wäre es nur, auch noch einen baumarkt zu eröffnen. Und wer sich als Tourist dorthin verirrt, schaut schnell nach dem Fernsehturm und macht sich schnell wieder aus dem Staub.
    Und bei Herrn Sattler erkennt man sofort das Genie: Der Mann kann mit Hilfe eines Lineals zwei Punkte durch eine Gerade verbinden. Applaus!
    Mit den bebauungsplänen nach behrens oder Kollhoff hat dies im Übrigen nichts zu tun.

  • 21.09.2011, 20:32 UhrAnonymer Benutzer: Mikedie

    Haha 11 september. wir reden hier von 150metern. nicht von 411meter.
    Das ist ungefähr so hoch wie das Park inn Mit antenne. Das ist auch (mit besagter antenne) 150m hoch. Da würde ehr jemand in den fernsehturm crashen..
    Fakt ist, solche wolkenkratzer würden den platz extrem aufwerten.
    Vorrausgesetzt das design ist ansprechend. im moment wirkt der Alexanderplatz sehr verstaubt und einfach nur flach.. das arme park inn steht einsam in einer art flachen betonwüste, so hab ich immer den eindruck. Wird zeit das sich endlich mal etwas tut.

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