Wohnungsriese: Finanzinvestoren ausgesperrt

Wohnungsriese: Finanzinvestoren ausgesperrt

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Ein Bürohaus des Evonik-Konzerns in Essen

von Harald Schumacher

Die Mieter schlugen Alarm, als bekannt wurde, dass der Chemiekonzern Evonik seine Wohnungssparte verkauft. Aus ihr entsteht Deutschlands drittgrößtes Wohnungsunternehmen. Doch Finanzinvestoren haben keinen Zutritt.

25 Jahre gibt es den Mieterrat der Siedlung in der Feldmark in Gelsenkirchen. Er vermittelt zwischen den 286 Mietparteien und dem Vermieter und entscheidet mit über die Vergabe der Garagen und die Pflege der Grünflächen. Mitsprache der Mieter, das ist bei den früheren Werkswohnungen selbstverständlich – auch für den Eigentümer, den Essener Chemieriesen Evonik Industries. Doch der trennt sich nun von seiner Wohnungssparte, um als purer Chemiekonzern an die Börse zu gehen.

Dabei fusionieren zum 1. Januar 2012 die 100-prozentige Evonik-Tochter Evonik Immobilien und die 50-Prozent-Tochter THS, an der die Bergbaugewerkschaft IGBCE die andere Hälfte hält. So entsteht mit insgesamt 130 000 Wohneinheiten ein Riese – aber ein gezähmter.

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Denn vor einem Jahr schlugen die Mieter Alarm. Ihre Sorge: Der an Evonik beteiligte Finanzinvestor CVC oder andere Private-Equity-Gesellschaften könnten sich den dann drittgrößten deutschen Wohnungskonzern einverleiben. Doch Druck auf die rot-grüne Landesregierung hat das verhindert. Die politisch beeinflusste RAG-Stiftung und der Evonik-Pensionsfonds werden je 25 Prozent des neuen Unternehmens halten.

Mitspracherecht der Mieter garantiert

Der Anteil der IGBCE dürfte bei gut 20 Prozent liegen. Die restlichen maximal 30 Prozent werden ab 2013 verkauft – an einen langfristigen Investor, verspricht Evonik. Die Mieter sind zufrieden. CVC versichert, an dem neuen Konzern kein Interesse zu haben. Pensionsfonds, RAG-Stiftung und Gewerkschaft wollen zwar sichere Renditen von marktüblichen rund vier Prozent – aber alle drei können sich keinen Skandal um vergammelnde Immobilien leisten.

Eine Sozialcharta verpflichtet die neuen Eigner zu Instandhaltung und energetischer Sanierung – 20 Euro pro Quadratmeter und Jahr haben Evonik Immobilien und THS bisher in den Bestand investiert, doppelt so viel wie Private-Equity-geführte Wohnungsgesellschaften. Auch die Mitspracherechte der Mieter in den ehemaligen Bergmannswohnungen sind garantiert.

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