ThemaDaimler

alles zum Thema
_

Wolfgang Bernhard: Als Zetsche-Nachfolger in Stellung gebracht

von Carsten Herz, Martin-W. Buchenau und Tino Andresen Quelle: Handelsblatt Online

Daimler bindet seinen Top-Manager Wolfgang Bernhard vorzeitig für weitere fünf Jahre an sich. Das dürfte auch hinsichtlich der Nachfolge von Konzernchef Dieter Zetsche ein Fingerzeig sein. Dessen Vertrag läuft bald aus.

Wolfgang Bernhard macht sich in der Öffentlichkeit so rar, dass es kaum aktuelle Fotos von ihm gibt. Dieses Bild ist mehr als fünf Jahre alt. Quelle: dpa
Wolfgang Bernhard macht sich in der Öffentlichkeit so rar, dass es kaum aktuelle Fotos von ihm gibt. Dieses Bild ist mehr als fünf Jahre alt. Quelle: dpa

Frankfurt/DüsseldorfDer Aufsichtsrat des Autokonzerns Daimler will den im kommenden Frühjahr auslaufenden Vertrag mit Vorstand und Mercedes-Vize Wolfgang Bernhard frühzeitig verlängern. Der 51-Jährige, der vor zwei Jahren von Konzernchef Dieter Zetsche in das oberste Führungsgremium des Autobauers berufen worden war und dort Produktion und Einkauf verantwortet, erhalte einen neuen Kontrakt mit einer Laufzeit von fünf Jahren, hieß es aus dem Umfeld des Unternehmens. Bernhard gilt als Kronprinz von Zetsche und als einer der besten Automanager Deutschlands. Das Unternehmen wollte die Informationen nicht kommentieren.

Anzeige

Die Spitzenpersonalie werde voraussichtlich im April im Kontrollgremium fest gezurrt, hieß es. Die Vertragsverlängerung ist auch als Signal zu verstehen, dass der als potenzieller Nachfolger von Daimler-Boss Dieter Zetsche gehandelte Bernhard weiter geduldig auf seine Chance wartet, obwohl der Vorstandschef in seiner Doppelfunktion als Chef von Daimler und Mercedes auch nach sechs Jahren an der Spitze keine Anstalten macht, wenigstens für den Topposten der wichtigen Pkw-Marke einen Nachfolger zu benennen.

Die Hoffnungen schwinden damit für den 2009 zu Daimler zurückgekehrten einstigen Shootingstar Bernhard, Zetsche bald als Boss der wichtigsten Daimler-Sparte zu beerben. Zumal es als wahrscheinlich gilt, dass Zetsches Vertrag, der mit dem Jahr 2013 endet, noch einmal bis Ende 2016 verlängert wird.

Die Geduld von Bernhard wird also strapaziert. Aber er wird wohl wissen, dass es sein letzter Versuch ist, die Spitze eines deutschen Autobauers zu erobern. Zweimal ist er bereits aus aussichtsreicher Position gescheitert. Bei Daimler war er bereits designierter Chef der wichtigsten Marke Mercedes und galt als ein möglicher Erbe von Konzernchef Jürgen Schrempp, bis er sich mit diesem verstritt und den Konzern verließ.


Was Bernhard zu schaffen macht

Bei Volkswagen, war Bernhard als Vorstandsmitglied für die Marken VW, Skoda, Bentley und Bugatti verantwortlich und damit in einer hervorragenden Ausgangsposition für die Nachfolge des damaligen Konzernchefs Bernd Pischetsrieder. Doch abermals scheiterte er. Zu schaffen machte Bernhard immer wieder sein einseitiges Image als Kostenkiller.

Es stammt aus seiner Zeit bei der ehemaligen Daimler-Tochter Chrysler, die er zusammen mit Zetsche sanierte. Allerdings war der Erfolg der beiden nicht sehr nachhaltig. Denn letztendlich trennten sich die Stuttgarter notgedrungen wieder von der Marke, die heute zum Fiat-Konzern gehört.

Nachdem Bernhard Volkswagen verlassen hatte, arbeitete er vorübergehend als Berater. Bei Daimler arbeitete er sich nach seiner Rückkehr vor drei Jahren langsam wieder nach oben. Seit 2010 gehört der Wirtschaftsingenieur und ehemalige McKinsey-Berater erneut dem Vorstand an.

Heute präsentiert er sich ganz anders als früher, als er eine Schwäche für den großen Auftritt hatte. Der Mann, der wegen seiner Kompromisslosigkeit und seines barschen Auftretens ehemals ein rotes Tuch für die Gewerkschaften war, hat sich inzwischen mit den Arbeitnehmervertretern arrangiert. In der Öffentlichkeit hält er sich auffallend zurück. So wird er beim Auto-Salon in Genf kommenden Monat laut dem Stuttgarter Konzern keine Einzelinterviews geben.

weitere Fotostrecken

Blogs

Wie HP-Chefin Whitman ihren Mitarbeiter die anstehenden Massenentlassungen erläutert
Wie HP-Chefin Whitman ihren Mitarbeiter die anstehenden Massenentlassungen erläutert

In einer internen Videobotschaft an die HP-Beschäftigten gibt Meg Whitman mehr Details zu dem geplanten Abbau von 27.000...

Das Aktuelle Heft

Wirtschaftswoche

WirtschaftsWoche 21 vom 21.05.2012

iTunes Vorschau - WirtschaftsWoche
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.