_

Xing: Zoff um den eigenen Relaunch

von Jürgen Berke

Xing-Chef Stefan Groß-Selbeck hat das Design des Business-Netzwerks grundlegend überarbeitet. Intuitive Benutzerführung, übersichtliche Navigation – noch enger sollten die Nutzer an Xing gebunden werden. Der Schuss geht offenbar nach hinten los.

Stefan Groß-Selbeck, Quelle: dpa
Stefan Groß-Selbeck, Vorstandsvorsitzender des Online-Netzwerks Xing Quelle: dpa

Vor allem langjährige Xing-Fans watschen den Vorstand ab. Von „gewöhnungsbedürftig“ bis „unübersichtlich“ reichen die Kommentare in den Diskussionsforen im Internet. Einige Kritiker signalisieren sogar deutlich weniger Spaß beim Kontakten – mit der Folge, das sie ihre Verweildauer auf Xing reduzieren.

Anzeige

In Umfragen im Internet halten zwei Drittel das neue Xing-Design für einen „Flop“ oder „Megaflog“ („Ich bin schockiert. Mit diesem Xing kann ich nichts mehr anfangen“). Offiziell heißt es bei Xing, der Relaunch komme gut an. Auswertungen bei Twitter und im Callcenter hätten gezeigt, dass es überwiegend positive Rückmeldungen gebe. In einem Xing-Forum räumte aber auch Groß-Selbeck selbst ein, dass nicht alles rund läuft. „Unter den Moderatoren gibt es eine große Unzufriedenheit – und die ist in weiten Teilen auch berechtigt.“

Mehrere Nachbesserungen sollen die Gruppen-Moderatoren „wieder in die Lage versetzen, effektiv zu arbeiten“, schreibt Groß-Selbeck. Einen Misserfolg kann er sich nicht leisten. Der weltweit tätige US-Konkurrent LinkedIn ist dem deutschen Platzhirsch Xing schon auf den Fersen, wie Erhebungen des Marktforschers ComScore zeigen. So brachte es die Xing-Web-Site im Mai auf 4,6 Millionen deutsche Besucher, die LinkedIn-Seite immerhin auf 2,1 Millionen.

14 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 30.08.2011, 17:53 UhrAnonymer Benutzer: Alex Koelb

    Die idee, Linekdin durch eine verbesserte Plattform vom Markt zu verdraengen, war gut; das XiNG-Portal war dem von Linkdin eindeutig weit ueberlegen. Der strategische Fehler von XiNG war, das Vorhaben in Deutschland anstatt in USA zu starten.
    Stellen Sie sich vor, die GOOGLE Gruender hatten ihr Vorhaben in Deutschland gestartet: Nie haetten sie YAHOO verdraengen und Marktfuehrer werden koennen.
    Heute hat XiNG - wie auch Linkedin – Probleme den profitabelstenWeg zu finden.
    XiNG ist inzwischen mit Applikationen ueberladen, schwerfaaellig, langsam; und von einem “businesss Portal” zu einem Allerweltsportal verkommnen, dem die Richtung fehlt. Die zahlenden Mitglieder sind enttaeuscht; und es sind bereits Gruender unterwegs, welche die business-Portal-idee aufgreifen und in den Markt bringen wollen. Das koennte XiNG – mit einem separaten Portal - durchaus selbst tun.
    Klasse bringt oft doch mehr als Masse.

  • 04.07.2011, 10:43 UhrAnonymer Benutzer: Utku

    Leider ist auch meine Verweildauer stark verkürzt seit Relaunch, kein Durchblick zu umständlich, vielleicht passiert ja was rerelaunch?
    VG
    UA

  • 30.06.2011, 18:13 UhrAnonymer Benutzer: Schnickschnack!!!

    "Was für ein Spielkram", war mein erster Gedanke! Xing nähert sich Facebook an, und dies ist alles andere als "business".
    Unübersichtlich, da stimme ich ganz zu.
    Dann die Startseite mit den Aktualisierungen/Statusmeldungen der Kontakte so aufgezogen, ähnlich wie bei Facebook. Will das jeder in dem Umfang wissen? Warum muss man immer etwas mitteilen, im Zweifelsfall einem Geschäftskontakt?
    Privates bitte zu Facebook, so sehe ich das, und die ganzen "Gruppen", 80% von ihnen sind deplatziert und reines blabla.
    Man ist zwar "Mitglied" in einigen Gruppen, schafft zeitlich aber dem allen gar nicht mehr nachzukommen.
    Smalltalk lieber vis a vis und in Farbe, sorry, da bin ich konservativ.
    Xing hat als OpenbC gut angefangen, nun ist es leider nur noch "vertüddelt" mit Unmengen an "Karteileichen".
    Relaunch ja, aber bitte effizient.
    Auch ich verweile kürzer dort....(und nein, ich kündige meine Mitgliedschaft nicht, extrahiere aber für mich das Wichtige...)

    Gruß einer gänzlich unkonservativen Anfang-30-er-in;-)

Alle Kommentare lesen
weitere Fotostrecken

Blogs

Wie HP-Chefin Whitman ihren Mitarbeiter die anstehenden Massenentlassungen erläutert
Wie HP-Chefin Whitman ihren Mitarbeiter die anstehenden Massenentlassungen erläutert

In einer internen Videobotschaft an die HP-Beschäftigten gibt Meg Whitman mehr Details zu dem geplanten Abbau von 27.000...

Das Aktuelle Heft

Wirtschaftswoche

WirtschaftsWoche 21 vom 21.05.2012

iTunes Vorschau - WirtschaftsWoche
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.