Yoga-Mode: Schick gen Sonne

Yoga-Mode: Schick gen Sonne

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Sportklamotten, Sportkurse - Lululemon-Shops bieten beides

Der kanadische Bekleidungshersteller Lululemon will Millionen deutscher Yoga-Jünger auf den Pfad teurer Sportmode führen.

Eigentlich reichen eine bequeme Hose und ein olles Sweatshirt – wer Yoga macht, dem war bislang meist die Bewegungsfreiheit wichtiger als der modische Anspruch.

Hauptsache, es kneift nichts. Doch die Tage, in denen sich die Anhänger der fernöstlichen Bewegungs- und Meditationslehre mit Hänge- und Schlabberfummeln zufriedengaben, sind gezählt – wünscht sich zumindest der Sportbekleidungshersteller Lululemon Athletica.

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Geht es nach den Kanadiern, soll Yoga in Europa bald mehr fürs Auge bieten – ein Top für 50 Dollar oder eine Stretch-Hose für knapp 100 Dollar. War die Funktionsbekleidung mit dem stilisierten „A“ hier bisher nur übers Internet zu bestellen, soll sie bald auch in Deutschland zum Anschauen, Anfassen und zu kaufen sein – voraussichtlich im kommenden Jahr. „Am besten in Berlin, in einem coolen, nicht so teuren Viertel; dort, wo die Studios sind und die Menschen im Park laufen gehen“, sagt Lululemon-Marketingmanager Eric Petersen und denkt an Prenzlauer Berg oder Friedrichshain.

Welche Stars und Sternchen Lululemon tragen, dokumentieren Blogs wie Luluaddict und mehrere Hundert Fan-Seiten auf dem Online-Netzwerk Facebook – die größte zählt mehr als 130 000 Anhänger.

Yoga statt surfen

Lululemon ist seit drei Jahren an der US-Börse Nasdaq notiert. Das Unternehmen, an dem neben Gründer Chip Wilson und seinen Mitarbeitern mit 48 Prozent auch der Finanzinvestor Advent beteiligt ist, unterhält mehr als 100 eigene und ein gutes Dutzend Franchise-Läden in Nordamerika, Australien und Asien. Der sportbegeisterte Wilson mit 20 Jahren Erfahrung im Surf- und Snowboard-Business gründete Lululemon 1998 in Vancouver.

Damit traf er den Nerv der Zeit, denn der Trend zu Yoga ist bis heute ungebrochen: Lag der Lululemon-Umsatz 2008 noch bei knapp 350 Millionen Euro, kletterten die Erlöse 2009 bereits über 450 Millionen Dollar – bei einem Gewinn nach Steuern von 58 Millionen Dollar. 2010 sollen es 635 Millionen Dollar Umsatz werden.

Obwohl diverse deutsche Handelsunternehmen schon in Vancouver angeklopft haben sollen, wollen die Lululemon-Manager das Expansionstempo selbst bestimmen. „Wir kommen mit eigenen Läden nach Deutschland“, stellt Marketingchef Petersen klar, „aber erst, wenn wir glauben, der Markt ist bereit.“

Lululemon kommt klein, aber fein daher. Der erste Lulu-Laden öffnete 2000 in Vancouvers einstigem Hippie-Stadtteil Kitsilano. Inzwischen gibt es Filialen auf den Haupteinkaufsstraßen der nordamerikanischen Metropolen. Die Geschäfte sind inszeniert wie freundliche Nachbarschaftsläden – unscheinbar, mit überschaubarem Sortiment.

Auch immer mehr Männer fangen Feuer für Yoga, für sie sind rund 15 Prozent der Lululemon-Produkte gemacht. Die Herren favorisieren etwa T-Shirts mit eingewebten Silberionen gegen unliebsamen Schweißgeruch, damit nichts müffelt beim „Sonnengruß“, der Standardübung.

In Deutschland deckt der klassische Sportfachhandel Yoga kaum ab

Dabei sei die Zahl der Aktiven – rund fünf Millionen – wie auch der Yoga-Bekleidungsmarkt „rasant gewachsen“, sagt Doris Hafner vom Bundesverband der Yoga-lehrenden. Tchibo etwa wirft von Zeit zu Zeit Yogamatten, -hosen und -CDs in die Läden. Für den weltgrößten Sportkonzern Nike hingegen ist Yoga eine wirtschaftlich uninteressante „Nische, die sehr stabil und anspruchsvoll ist, aber eine spezielle Ansprache benötigt“, sagt Nike--Manager Olaf Markhoff. Puma, hinter -Nike und Adidas drittgrößte Sportmarke der Welt, hat seine hochpreisige Yoga--Linie Nuala vor einigen Jahren eingemottet. Kleine Labels führen eher ein Schattendasein.

Eigentlich geht es bei Yoga gar nicht ums Materielle, sondern um die Überwindung innerer Störungen und die Konzentration aufs Wesentliche. Lululemon-Marketingmanager Petersen grinst und sagt: „Stimmt schon, im Prinzip brauchst du nichts außer einer Matte.“ Doch dann fügt er schnell an: „Lululemon macht übrigens die weltbeste“ – für schlappe 90 Dollar.

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