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YouGov BrandIndex: Finanzkrise belastet Image von Kreditkarten

von Boris Hedde

Lange Zeit sträubten sich viele deutsche Einzelhändler gegen die Akzeptanz von Kreditkarten, doch mittlerweile ist die Zahlung mit Visa und Co. häufig sogar im Supermarkt um die Ecke möglich. Allerdings hat die Finanzkrise das Image der verschiedenen Kreditkartenmarken nachhaltig geschwächt, schreibt Boris Hedde von YouGovPsychonomics.

BrandIndex: Kreditkartenfirmen erholen sich kaum merklich von der Krise
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Auch wenn Kreditkarten immer häufiger eingesetzt werden: So richtig angefreundet haben sich die Deutschen mit dem Zahlungsmittel noch nicht. Nach Angaben der Bundesbank wird nur ein Bruchteil aller Zahlungsumsätze über Kreditkarten abgewickelt. Zwar wird dieser Anteil in den nächsten Jahren vermutlich schon alleine wegen steigender Umsätze im Online-Handel wachsen, dennoch haben die Herausgeber des Plastikgelds nicht zuletzt wegen den Folgen der Finanzkrise einen schweren Stand.

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Denn nachdem im vergangenen Jahr die weitreichenden Folgen der Finanzkrise bekannt wurden, brachen die Imagewerte der großen Kreditkartenmarken deutlich ein. Dies geht aus einer Imageanalyse hervor, die mithilfe des Markenmonitors YouGov BrandIndex durchgeführt wurde. Demnach hat sich vor allem das Image von American Express verschlechtert, aber auch die Marken Visa und Mastercard sind in der Verbrauchergunst deutlich gesunken.

American Express steht unter Druck

Zwar hat sich das Ansehen der Karten zwischenzeitlich wieder etwas gebessert, von den Werten die vor September 2008 erreicht wurden, sind aber zumindest American Express und Mastercard noch weit entfernt. So erreicht American Express derzeit nur rund 3 BrandIndex-Punkte und damit ganze 18 Punkte weniger als durchschnittlich im August 2008 gemessen wurde.

Das Unternehmen steht besonders unter Druck, da es im Gegensatz zu den Kreditkartenorganisationen Visa und Mastercard das Risiko für Kreditkartenschulden selbst trägt. Viele befürchten vor allem in den USA das Platzen einer „Kreditkartenblase“ und damit verbunden eine neue Verschärfung der Finanzkrise.

Konkurrent Mastercard liegt mit aktuell 58 BrandIndex-Punkten ebenfalls deutlich unter den im August des vergangenen Jahres erreichten Werten: In diesem Zeitraum erreichte die Marke noch etwa 70 Punkte - ähnlich wie der Anbieter Visa. Im Gegensatz zu Mastercard konnte sich Visa aber deutlicher erholen und erreicht mittlerweile immerhin wieder 66 BrandIndex-Punkte.

Kundenzufriedenheit entwickelt sich stabil

Als positives Signal könnte gewertet werden, dass sich die Zufriedenheit der Kreditkartennutzer nicht wesentlich verschlechtert hat: Die Werte der im BrandIndex ermittelten Kundenzufriedenheit haben sich in allen drei Fällen recht stabil entwickelt, auch wenn American Express in diesem Punkt wesentlich schlechter abschneidet als die beiden Konkurrenten.

Wie ein Blick in den BrandIndex USA zeigt, haben sich seit Beginn des Jahres auch in den Vereinigten Staaten die Imagewerte der Kreditkartenanbieter auffallend stark eingetrübt. Zuvor hielten sich die gemessenen BrandIndex-Werte recht stabil, was daran liegen könnte, dass die Amerikaner eine grundsätzliche andere Einstellung zu Kreditkarten haben. Umso überraschender sind nun die deutlichen Imageverluste.

Künftig könnten die etablierten Kreditkartenmarken in Europa noch stärker unter Druck geraten, denn deutsche und französische Banken denken offenbar über die Einführung einer neuen, europäischen Debit-Karte nach, die dann auch in Konkurrenz zu Visa, Mastercard und American Express stehen würde.

Die Untersuchung basiert auf einer BrandIndex-Analyse. Auf der Basis einer täglichen Befragung von 1000 Personen ermöglicht der BrandIndex als forschungsbasiertes Tool zur Markenführung tagesaktuelle Imageanalysen von über 500 Marken aus 20 Branchen.

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