
Mit einem offenen Brief protestierte die Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner öffentlichkeitswirksam gegen eine neue Datenschutzrichtline des sozialen Netzwerks Facebook und droht gar mit der Kündigung ihrer Mitgliedschaft. Es ist nicht das erste Mal, dass die Ministerin ein Internetunternehmen wegen möglicher Datenschutzmängel an den Pranger stellt: Auch der Suchmaschinenbetreiber Google stand vor kurzem wegen dem Projekt "Street View" im Kreuzfeuer der Kritik.
Auch wenn Facebook die Abmeldung von Ilse Aigner leicht verschmerzen dürfte, erhöht die dadurch ausgelöste Diskussion den Druck auf die Plattform und die gesamte Internetbranche. Und wie eine aktuelle Imageanalyse auf Basis des Markenmonitors YouGov BrandIndex zeigt, hinterlässt die anhaltende Kritik an den Netzwerken offenbar tatsächlich ihre Spuren. So erreicht Facebook lediglich sehr schwache Imagewerte von minus 11 BrandIndex-Punkten. Der volatile Verlauf der Imagekurve deutet zudem auf eine bislang sehr schwach positionierte Marke hin.
Stiftung Warentest rügt Facebook
Ähnliches gilt allerdings auch für andere Angebote im Netz: Der deutsche Konkurrent StudiVZ schneidet mit minus 3 Punkten zwar besser ab, bewegt sich damit aber ebenfalls auf schwachem Niveau. Ein wesentlich schlechteres Image als Facebook und StudiVZ hat die amerikanische Plattform MySpace: Im BrandIndex erreicht das Netzwerk minus 19 Punkte und wird von den Verbrauchern somit besonders kritisch bewertet.
Erst vor kurzem hatten sich die BrandIndex-Werte von Facebook und MySpace deutlich eingetrübt, nachdem die Stiftung Warentest den Anbietern "erhebliche Mängel" bescheinigte. Davon war auch der deutsche Anbieter Xing betroffen: Das Business-Netzwerk hatte im Vergleich der Stiftung Warentest mit "deutlichen" Mängeln abgeschnitten.
Daraufhin waren die Imagewerte auf das Niveau der StudiVZ-Werte gesunken. Für Xing ist dies besonders ärgerlich, da das Image des Netzwerks zuvor meist etwas besser war als das der Konkurrenz. StudiVZ hingegen schnitt bei dem Test besser ab und konnte anschließend in Sachen Beliebtheit leicht zulegen.
Google mit exzellentem Image in Deutschland
Die vergleichsweise schlechten Imagewerte der sozialen Netzwerke zeigen letztlich, dass die Deutschen den verschiedenen Anbietern insgesamt eher skeptisch gegenüberstehen. Diese Erkenntnis ist auch für die vielen Markenartikler von Bedeutung, die mittlerweile im Facebook-Netzwerk vertreten sind. In den USA ist die Situation offensichtlich anders: Bei den Amerikanern ist Facebook mit 53 BrandIndex-Punkten ungleich beliebter. MySpace hingegen ist auch in den Vereinigten Staaten nicht besonders beliebt und erreicht nur minus 37 BrandIndex-Punkte.
Die Skepsis der Deutschen bezieht sich aber nicht grundsätzlich auf das Internet: Obwohl auch Google in der Vergangenheit häufig in der Kritik stand, erreicht die Marke nach wie vor exzellente Imagewerte und gehört damit zu den beliebtesten Marken der Deutschen. Allerdings musste jüngst auch Google leichte Imageverluste hinnehmen.
Zur Untersuchung: Der BrandIndex ist ein Markenmonitor. Auf der Basis einer täglichen Befragung von 1000 Personen ermöglicht dieses forschungsbasierte Tool zur Markenführung tagesaktuelle Imageanalysen von über 500 Marken aus 20 Branchen.













