
Neben Google, DHL und Nivea gehörte auch Adidas im vergangenen Jahr zu den beliebtesten Marken der Deutschen. In fast allen Branchen haben sich somit erneut die Gewinner des Vorjahres durchgesetzt und viele der Top-Marken sind sogar noch beliebter geworden. Wesentlich größere Veränderungen in der Markenstärke gab es allerdings abseits der Spitzenplätze.
Zu den erfolgreichsten Aufsteigern des Jahres 2009 zählen insbesondere einige Marken aus dem Einzelhandelssektor. Allen voran Storebrands aus dem Lebensmitteleinzelhandel: Neben Rewe, Edeka und der zum Metro-Konzern gehörenden Kette Real konnten vor allem Discounter wie Lidl, Penny oder Netto auffallend stark zulegen.
Verbraucher verleihen Handel Rückenwind
Dabei steigerte besonders Lidl mit einem Anstieg von knapp 30 Prozent auf 41 BrandIndex-Punkte die Beliebtheit bei den Verbrauchern. Die Edeka-Tochter Netto konnte zwar einen größeren Zuwachs verbuchen, allerdings profitierte der Discounter vermutlich von der Integration der Plus-Kette. Im Rahmen der Umstellung auf das Netto-Konzept, hat Plus als Discount-Marke hingegen deutlich verloren.
Für den Lebensmittelhandel ist die positive Entwicklung von großer Bedeutung: Die von den Händlern angebotenen Handelsmarken werden eng mit den jeweiligen Storebrands in Verbindung gebracht und profitieren somit ebenfalls. Der starke Rückenwind von Seiten der Verbraucher dürfte den Handelskonzernen mittel- bis langfristig Auftrieb geben und entsprechend die Macht der Lebensmittelindustrie weiter beschneiden.
Auch im übrigen Einzelhandel gab es zahlreiche Aufsteiger: Neben den Elektronikketten ProMarkt, MediaMarkt und Saturn, die im BrandIndex allesamt mehr als 20 Prozent zulegen konnten, ist auch Ikea mit einem Plus von elf Prozent auf der Gewinnerseite. Als ebenfalls erfolgreich erweisen sich Baumärkte wie Bauhaus, Hagebaumarkt oder toom Baumarkt. Zu den wenigen Absteigern im Handel gehören die Schlecker Drogeriemärkte und die wegen der Arcandor-Insolvenz unter Druck geratene Kaufhauskette Karstadt mit einem heftigen Verlust von fast 30 Prozent.
Viele Banken mit katastrophalem Ergebnis
Ein ganz anderes Bild zeigt sich im Finanzsektor: Als eine Folge der Finanzkrise ist die Performance vieler Banken aus markenpolitischer Sicht schlichtweg als katastrophal zu bezeichnen. Drastische Verluste waren etwa bei der Citibank, der Commerzbank oder der HypoVereinsbank, aber auch bei zahlreichen anderen Instituten, zu beobachten. Die Einbußen betrugen teilweise mehr als 30 BrandIndex-Punkte. Mit Imagewerten von weniger als minus 60 Brandindex-Punkten gehörten im vergangenen Jahr Banken wie die WestLB oder die Bayrische Landesbank zu den schwächsten Marken überhaupt.
Zulegen konnten lediglich die Volks- und Raiffeisenbanken und ganz insbesondere die Sparkassen: Sie sind mit einem Plus von mehr als 40 Prozent die klaren Sieger der Krise.
Zur Untersuchung: Das Marken-Ranking 2009 basiert auf den Ergebnissen des YouGov BrandIndex, für den jährlich rund 250.000 Verbraucher befragt werden. Der YouGov BrandIndex ist ein Markenmonitor. Auf der Basis einer täglichen Befragung von 1000 Personen ermöglicht dieses forschungsbasierte Tool zur Markenführung tagesaktuelle Imageanalysen von über 500 Marken aus 20 Branchen.













