DÜSSELDORF. Die Internet-Seite betont auffällig den Unterschied zwischen dem Original in Fleisch und Blut und der online lebenden Zeichentrickfigur: Dieter Zetsche sei „Chairman, Daimler-Chrysler“, Dr. Z dagegen ein „unpaid animated Icon“. Die US-Hälfte von Daimler-Chrysler will wohl vermeiden, dass die virtualitätsgläubigen Amerikaner denken, es antworte wirklich Ex-Chef Dr. Dieter Zetsche, wenn sie im Internet unter www.askdrz.com eine Frage hinterlassen. Der Mann mit dem stolzen Schnurrbart hat Chrysler nach Sanierungserfolgen Ende 2005 verlassen, um als Chef des ganzen Konzerns nach Stuttgart zurückzukehren. Das Image des Deutschen ist in Amerika jedoch so gut, dass der Autobauer ihn als Zeichentrickfigur im Internet weiter beschäftigt. Mit allen Eigenheiten, die seine Bekanntheit gesteigert haben: dem deutlich hörbaren deutschen Akzent, einem „Guten Tag“ hier und da, dem Schnurrbart – und mit Präzision und Gelassenheit. Auf der Website können Besucher mit schnellem Netzzugang auch einen TV-Werbespot ansehen, in dem die Chrysler-Werbeleute den wirklichen Zetsche auftreten lassen: Ein amerikanischer Journalist stellt dem deutschen Spitzenmanager eine kurze Frage zu den Vorteilen der Fusion von Chrysler mit Daimler. Zetsche lädt den Mann zu einer Rundfahrt in einem Chrysler ein, rast über wilde Pisten und erklärt ihm, was die deutschen Ingenieure alles zu Chrysler-Produkten beigetragen haben. Als Höhepunkt rammt er mit dem Auto eine Betonwand, um die Sicherheit des deutsch inspirierten Produkts zu beweisen. „Auf Wiedersehen“, sagt er auf Deutsch beim Aussteigen, das trotz des geknautschten Motorraums problemlos klappt. Der eigentliche Zweck der Seite ist jedoch, dem virtuellen Zetsche „Dr. Z“ Fragen zu stellen. Bisher haben die täglich rund 200 000 Besucher jedoch eher Fragen hinterlassen wie „Warum ist ihr Rabattsystem besser als das der anderen Hersteller?“ oder „Wie verbrauchsarm ist eigentlich der Dodge Nitro?“, die vorläufig auf eine Urheberschaft innerhalb der PR-Abteilung schließen lassen. Trotzdem ist es nett anzusehen, wie sich neben der Zeichentrickfigur des Dr. Z eine Sprechblase mit der Antwort auftut. Natürlich beantwortet Dr. Z die Fragen nicht sofort, sondern erst, wenn jemand vom Chrysler-Marketing die Antwort in die Datenbank eingegeben hat.
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Damit der Verkaufs-Mehrwert des Spielzeugs noch etwas höher ausfällt, müssen neugierige Kunden ihre Postadresse und Telefonnummer hinterlassen – und natürlich die E-Mail-Adresse, verbunden mit dem Hinweis, dass einen die Firma künftig mit Werbematerial versorgen wird. Die Internetseite ist Teil eines größeren Pakets von Werbeauftritten von Zetsche und Dr. Z, die am vergangenen Wochenende begannen. Die Figur erscheint außer im Internet im Fernsehen und auf Anzeigen. „Autokäufer legen vor allem Wert auf Qualität und solide Produkte“, sagt eine Chrysler-Sprecherin. Die Marktforschung zeige, dass ein Hinweis auf deutsche Ingenieurskunst Vertrauen in gute Qualität wecke. Damit hat sich Chrysler von einem Grundsatz der ersten Ehejahre mit Daimler verabschiedet. Bisher legte das Detroiter Traditionsunternehmen Wert darauf, unabhängig zu erscheinen. Keine ausländischen Anklänge sollten die potenziellen Chrysler-Käufer abschrecken, die sich schließlich für ein uramerikanisches Automodell interessierten. Jetzt heißt es offiziell von Chrysler: „Die Kampagne kommuniziert dem Verbraucher die Vorteile des Besten an amerikanischer und deutscher Technik, wie sie in jedem Fahrzeug von Chrysler, Jeep oder Dodge zu finden ist.“ Zusammen mit einem neuen Rabattprogramm werde der neue Ansatz neuen Absatz schaffen. Ein Rabattprogramm – da wird die Autoszene misstrauisch. Seit Jahren verhindert ein bitterer Schnäppchen-Krieg auf dem US-Markt die dringend nötige Verbesserung der Konzerngewinne. Aber Chryslers Marketing traut anscheinend nicht einmal dem Wundersanierer aus Deutschland zu, ohne Unterstützung durch Preisnachlässe den Umsatz anzukurbeln.





















