Zeitarbeit: Randstad fürchtet neue Vorschriften

Zeitarbeit: Randstad fürchtet neue Vorschriften

Bild vergrößern

Randstad konnte im ersten Quartal wieder ordentlich zulegen

von Harald Schumacher

Den Boom vor Augen, fürchten Leiharbeitsfirmen wie Randstad bremsende Vorschriften – dank schwarzer Schafe in den eigenen Reihen.

Nach dem Geschäftseinbruch 2009 um rund 30 Prozent macht Randstad-Deutschland-Chef Eckard Gatzke in diesem Jahr wieder bessere Geschäfte. Der niederländische Zeitarbeitskonzern konnte in Deutschland, wo er Marktführer ist, im eigentlich schwachen ersten Quartal ordentlich zulegen. Für 2010 hoffen Branchenexperten schon auf ein Rekordvolumen von mehr als einer Million Zeitarbeitskräften.

Doch den deutschen Arbeitskräfteverleihern drohen gravierende Einschränkungen. Beamte im Bundesarbeitsministerium brüten über Regeln, die den Missbrauch der Zeitarbeit durch konzerninterne Zeitarbeitsunternehmen unterbinden sollen. Die drei Verbände der Branche nehmen Klauseln in Tarifverträge auf, um weiter gehende politische Eingriffe zu verhindern. Diskutiert wird etwa, bei einer Verleihdauer von mehr als einem Jahr die Bezahlung an das Lohnlevel im entleihenden Betrieb anzupassen. Gatzke warnt: „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit gefährdet gerade jetzt in der instabilen Aufschwungphase viele Arbeitsplätze.“

Anzeige

Geschäft vermiesen durch schwarze Schafe

Die Zeitarbeitsfirmen laufen Gefahr, sich das Geschäft zu vermiesen, weil sie zu lange dem Treiben schwarzer Schafe in den eigenen Reihen zugeschaut haben.

Auslöser waren im Herbst 2009 der Drogerie-Discounter Schlecker und die ihm nahestehende Zeitarbeitsfirma Meniar. Die wurde gegründet, um im großen Stil Verkäuferinnen an neue Schlecker-Filialen zu verleihen. Viele der Frauen hatten vorher besser bezahlte Jobs direkt bei Schlecker.

Die Affäre brachte ans Licht, dass auch Kliniken, Wohlfahrtsverbände, Medienkonzerne und Unternehmen anderer Branchen eigene Zeitarbeitsunternehmen gegründet haben, um Tarifverträge zu unterbieten. „Diese Geschichte hat der ganzen Branche geschadet“, ärgert sich Randstad-Chef Gatzke. Gleichzeitig braucht sie aber Hilfe: Nur Berlin kann tariflich vereinbarte Mindestlöhne für allgemeinverbindlich erklären und so deutsche Zeitarbeitsfirmen vor Niedriglohn-Konkurrenten etwa aus Polen oder Tschechien schützen, die von Mai 2011 an in Deutschland wildern dürfen.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%